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Zum Schutz der Wälder: Papier sparen, Recyclingpapier nutzen

BaumstämmeOb Büropapier, Werbeblättchen oder Schulhefte - 2010 verbrauchte jeder Deutsche durchschnittlich rund 243 Kilogramm Papier. Deutschland ist zwar europaweit größter Hersteller von Papier, aber hierzulande wird relativ wenig Holz zu Zellstoff bzw. Papier verarbeitet. Deutschland ist weltweit betrachtet der drittgrößte Importeur von Zellstoff; über 80 Prozent werden eingeführt. Aus Südamerika wird inzwischen ebensoviel Zellstoff importiert wie aus Skandinavien, So liefern Brasilien, Uruguay und Chile zusammen über 36 Prozent des hiesigen Bedarfs sowie Schweden und Finnland ebenfalls 36 Prozent.

Wie viel Holz für die Herstellung nötig ist, verdeutlicht ein Beispiel: Allein für die Produktion der in Deutschland verbrauchten grafischen Papiere müsste jährlich eine Fläche so groß wie die gesamte Waldfläche des Landes Baden-Württemberg gerodet werden.

Darüber hinaus importiert Deutschland große Mengen fertiger Papierprodukte. Für Verbraucher ist aufgrund fehlender Herkunftskennzeichnung nicht nachvollziehbar, aus welchen Regionen die angebotenen Papiere stammen. Unbeabsichtigt kaufen deshalb deutsche Verbraucher Papier, für das Bäume wertvoller Wälder gefällt wurden. So entdeckte der WWF in zahlreichen Kinderbüchern Tropenholzfasern, ROBIN WOOD entlarvte Bücher beim Discounter Aldi, in denen Zellstoff aus Mangroven steckte, und die Verbraucherzentrale NRW wurde 2010 beim Discounter KiK fündig: Bundesweit wurden Kollegeblöcke aus Indonesien vertrieben, die Tropenholzfasern enthielten.

Papier sparen


Weniger Papier zu benutzen, ist der beste Wald- und Klimaschutz. Das gilt nicht nur für den eigenen Verbrauch, sondern auch für die Papierflut in Briefkästen und Faxgeräten. Nachfolgend einige Tipps, wie sich der Verbraucher reduzieren lässt:
  • Gegen Reklamesendungen kann der Aufkleber "Keine Werbung einwerfen" helfen.
  • Adressierte Werbung kann mit dem Vermerk "Annahme verweigert" zurückgeschickt werden. Oder man lässt sich Link öffnet in neuem Fensterin die so genannte "Robinson-Liste" eintragen.
  • Werbung, die aus dem Telefax quillt, ist nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb untersagt. Es sei denn, Verbraucher haben um ein Angebot gebeten. Die Verbraucherzentralen können die Firma abmahnen und auffordern, solche Werbung künftig zu unterlassen. Zudem kann man kann solche Unternehmen Link öffnet in neuem Fensterder Bundesnetzagentur melden.
  • Beim Kauf von Druckern oder Kopierern sollte auf die automatische Duplexfunktion geachtet werden, die doppelseitiges Kopieren/Drucken ermöglicht.
  • Im Büro können viele Kopien gespart werden, wenn die Informationen in "Umlauf" gegeben oder am "Schwarzen Brett" ausgehängt werden.
  • Auf Einweg-Pappbecher und –Geschirr verzichten!
  • Einseitig bedrucktes Papier kann als Schmierzettel benutzt werden.
  • Zeitungen und Zeitschriften können eventuell gemeinsam mit Mitbewohnern abonniert werden; Bücher können geliehen oder Secondhand gekauft bzw. verkauft werden.

Echtes" Recyclingpapier kaufen


Papier kann aus Zellstoff, gewonnen aus frischen Holzfasern, oder aus Altpapier hergestellt werden. Bei letzterem wird nicht nur der Rohstoff Holz eingespart, es wird auch nur halb soviel Energie und ein Drittel Frischwasser für die Produktion verbraucht. Was zugleich bedeutet, dass weniger Schadstoffe in Luft und Wasser gelangen. Die alten Vorurteile gegenüber Recyclingpapier sind übrigens längst widerlegt. So eignet sich das Papier einwandfrei für Drucker und Kopierer, liefert eine gute Bildqualität und hat eine Lebensdauer von mehreren 100 Jahren.

Wer sich in Schreibwarengeschäften oder im Supermarkt auf die Suche nach Recyclingpapier macht, stellt sich mancherorts einer echten Herausforderung. Umweltfreundlich hergestelltes Papier im Kaufregal wird nicht nur immer seltener, auch so manches bunte Siegel hält nicht das, was es verspricht. Denn Herstellerfirmen versuchen gern, sich mit selbst geschaffenen Labeln ein umweltfreundliches Image zu geben.

Einige Tipps, "echtes" Recyclingpapier zu finden:
  • Garantiert umweltfreundlich hergestellt sind Produkte, die das vom Umweltbundesamt vergebene Zeichen "Blauer Engel" tragen: Diese bestehen zu hundert Prozent aus Altpapier. Sie werden mit einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch sowie weniger Abwasserbelastung produziert als Papierprodukte aus Zellstoff. Auch die Zeichen "ÖKOPAplus" und "Klimaschutzpapier" stehen für 100 Prozent Altpapier.

  • Schaubild zum Wasser- und Energieverbrauch sowie zur Umweltbelastung bei der Papierproduktion, Vergleich Papier aus Zellstoff und Recyclingpapier

  • Einige firmeneigene "Umweltzeichen" auf Papieren, die in Geschäften angeboten werden, versprechen ökologisch mehr, als sie halten. Schreibwaren mit den Logos "Aqua Pro Natura", "Weltpark Tropenwald" oder "paper by nature" sind keine Materialien, die nur aus Altpapier bestehen, sondern werden aus frischen Fasern hergestellt. Vorsicht ist immer angebracht bei Papieren, bei denen Hinweise auf den eingesetzten Rohstoff und das Bleichmittel fehlen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Papier aus frischem Zellstoff besteht, der aus Urwaldgebieten oder aus illegal geschlagenen Wäldern stammt. Außerdem kann das Papier mit chlorhaltigen Substanzen oder Elementarchlor gebleicht worden sein.
  • Grundsätlich gilt: Je weniger weiß ein Papier ist, desto geringer waren die Umweltbelastungen bei der Produktion!
  • Qualitativ und oft auch preislich stehen Recyclingpapiere den Frischfaservarianten in nichts nach. Nicht nur Hefte, auch Mal- und Zeichenpapier, Blöcke, Ringbucheinlagen sowie Notizzettel gibt’s im recycelten Angebot. Der "Blaue Engel" ist auch auf Toilettenpapier, Papiertaschentüchern, Küchentüchern und Tapeten zu finden.
  • Das Angebot an Recyclingpapier im Einzelhandel ist stark zurückgegangen. Fragen Sie deshalb gezielt im Supermarkt nach und achten Sie auf zuverlässige Gütesiegel.
  • Für Schulhefte aus Recyclingpapier sind Sammelbestellungen beim örtlichen Einzelhandel sinnvoll. Da winkt meist auch noch ein Rabatt


Sortieren von Altpapier


Wer den eigenen Papierverbrauch reduziert, nur Produkte kauft, die zu hundert Prozent aus recyceltem Papier hergestellt sind, und zudem Altpapier für den Container sammelt, leistet gleich einen dreifach sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz. Damit möglichst viel Altpapier wiederverwertet werden kann, ist eine saubere und "richtige" Trennung wichtig.

Papierverpackungen gehören nur dann in die gelbe Tonne/den gelben Sack, wenn es sich um Verbundverpackungen, wie zum Beispiel Getränkekartons, handelt. Verbundverpackungen sind Papierverpackungen, die mit Kunststoff oder Kunststoff/Metall beschichtet sind. In die Altpapiersammlung hingegen gehören Papierverpackungen wie etwa Packpapier und Eierkartons.

In die Papiertonne oder den Papiercontainer gehören:
  • Zeitungen/Zeitschriften/Prospekte
  • Schachteln aus Papier, Pappe und Karton (keine Verbundverpackungen)
  • Lebensmittelkartons (keine Verbundverpackungen) wie Cornflakeskartons
  • Papiere, Kartons und Pappen aus Büros und Verwaltungen
  • Schulmaterial aus Papier
  • Broschüren/Bücher/Kataloge
  • Unbeschichtetes Geschenkpapier
  • Eierkartons
  • Geschenkkartons
  • Schuhkartons
  • Blumenpapier
  • Brötchentüte/Obstpapapiertüte

In die gelbe Tonne/den gelben Sack gehören:
  • Saftkarton
  • Milchkarton
  • Suppentüten

In die Restmülltonne gehören:
  • Alle verschmutzten Papiere
  • Hygienepapiere wie Papiertaschentücher
  • Tapeten
  • Kohlepapiere
  • Kleber enthaltende Papiere und Pappen
  • Fotopapier, Fotos

TitelDok.-TypGröße
Zuverlässige Gütesiegel für PapierZuverlässige Gütesiegel für Papier.pdf PDF559.0 KB

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V., Seppel-Glückert-Passage 10, 55116 Mainz
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/link363302A.html