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Gesundheits- und Umweltschutz für Kinder

Lernen

Kinder sitzen bis zu 30 Stunden pro Woche: im Schulunterricht sowie zu Hause am Schreibtisch, vor dem Computer und dem Fernseher. Wegen der oft fehlenden Bewegung leidet der Nachwuchs zunehmend unter Haltungsschäden und/oder Übergewicht. Daher spielt die Wahl eines mit Bedacht ausgestatteten Lern- und Arbeitsplatzes eine große Rolle. Optimal ist, was weder der Gesundheit noch der Umwelt schadet. Wie für Tisch, Stuhl und Leuchten gilt das auch für Ranzen, Stifte, Papierund PC.

Schreibtisch und Stuhl


Ein genauer Zeitpunkt, ab wann ein Schreibtisch wirklich wichtig wird, lässt sich nicht festlegen. Sicher ist aber, dass der Schreibtisch irgendwann zu einem Möbel wird, an dem Kinder und Jugendliche viel Zeit verbringen. Zeit, in der sie eine "gute" Haltung und ausreichend Platz haben und nicht von Schadstoffen belastet werden sollten. Grund genug also, diesem ersten Arbeitsplatz besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Zurzeit sind nur vereinzelt Kindermöbel mit Prüf- und/oder Umweltzeichen gekennzeichnet. Zu diesen Plaketten gehören:
  • Das GS-Zeichen: Dieses Siegel steht für geprüfte Sicherheit. Das bedeutet, dass zumindest die GS-ZeichenAnforderungen des Gesetzes zur Gerätesicherheit(GSG) erfüllt werden. Dazu zählen die mechanische, elektrische und chemische Sicherheit. Neben dem Zeichen wird die entsprechende Prüfstelle (etwa LGA) genannt. Ein Problem ist, dass bei Billigimporten bereits Fälschungen des Zeichens aufgetreten sind. Es lohnt sich deshalb, genau hinzusehen.
  • Das goldene "M": Das goldene "M" wird von Gütezeichen "Das goldene M" der "Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V." (DGM) vergeben. Die in der DGM zusammengeschlossenen Unternehmen haben sich freiwillig dazu verpflichtet, die Standards des Deutschen Instituts für Gütesicherheit und -kennzeichnung(RAL) einzuhalten. Dieses Gütesiegel weist auf geprüfte und gesicherte Qualität der Möbel hin. Dazu gehören insbesondere die Aspekte Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Verarbeitung. Aber auch die Gesundheitsverträglichkeit wird untersucht.

  • Der Blaue Engel: Den Link öffnet in neuem FensterBlauen Engel tragen Möbel, die überwiegend aus Blauer Engel emissionsarmen Holzwerkstoffen oder Holz bestehen und daher in der Wohnumwelt aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich sind. Neben Formaldehyd wird auch auf Schadstoffe aus Leimen, Farben und Beschichtungen geprüft. Zusätzlich muss das Produkt den üblichen Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit genügen.

Der Schreibtisch - besonders haltbar aus Massivholz - sollte sich an die verändernden Bedürfnisse des Kindes anpassen lassen, zum Beispiel irgendwann PC und Monitor Platz bieten. Tisch und Stuhl sollten mitwachsen können, also in der Höhe verstellbar sein; der Stuhl sollte zusätzlich über eine verstellbare Rückenlehne verfügen. Je kleiner dabei die einzelnen Abstufungen sind, desto genauer können die Möbel an die jeweilige Größe des Kindes angepasst werden. Die richtige Höhe von Tischplatte und Stuhl hängt allein von der Körpergröße des Kindes ab, nicht vom Alter. Nach folgenden Faustregeln kann der Sitzplatz des Kindes überprüft werden:
  • Beim Sitzen sollten Knie-, Hüft- und Ellbogen im rechten Winkel sowie die Füße bequem auf dem Boden stehen.
  • Zwischen Oberschenkel und Tischplatte muss Spielraum sein. Die Beine brauchen Bewegungsfreiheit.
  • Der Stuhl sollte sich nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Sitztiefe (Linie Gesäß-Knie) verstellen lassen.
  • Die Rückenlehne sollte bei geradem und vorgeneigtem Sitzen den Beckenrand stützen. Dazu sind eine entsprechende Polsterung sowie eine Höhenverstellung notwendig.
  • Die Einstellungen von Schreibtisch und Stuhl sollten regelmäßig überprüft und dem Wachstum des Kindes angepasst werden.
  • Der Stuhl sollte keine starre Sitzhaltung aufzwingen, sondern Spielraum lassen. Außerdem sollte er kippsicher sein, das heißt mindestens fünf Rollen haben.

Schreibtischbeleuchtung


Foto_Leuchte
Zweckmäßig: Verstellbare Leuchte

Hausaufgaben sind anstrengend. Dieser "Schreibtisch-Job" ist leichter zu bewältigen, wenn ausreichend Licht zum Lesen und Schreiben zur Verfügung steht. Zweckmäßig sind Leuchten, die sich in verschiedene Richtungen verstellen lassen. Ihr Licht sollte so breit strahlen, dass die ganze Tischfläche gleichmäßig hell beleuchtet ist. Auf keinen Fall sollte das Licht von vorne auf die Tischfläche fallen, da dadurch blendende Spiegelreflexe entstehen können. Starke Helligkeitsunterschiede zwischen beleuchtetem Schreibtisch und übrigem Raum müssen die Augen ausgleichen; sie ermüden deshalb schneller. Darum sollte die Allgemeinbeleuchtung immer mit eingeschaltet sein. Dies gilt besonders für das Arbeiten am Computer. Je gleichmäßiger die Helligkeiten der Flächen und deren Ausleuchtung, desto geringer ist die Belastung für die Augen. Gut geeignet als Schreibtischleuchten sind Energiesparlampen mit elektronischem Vorschaltgerät. Die elektromagnetische Strahlung von Energiesparlampen ist gering, sie verbrauchen 80 Prozent weniger Strom und halten zehnmal länger als klassische Glühbirnen. Vorsicht bei Niederspannungs-Halogenlampen: Sie erzeugen Magnetfelder, die Elektrosmog verursachen. Deshalb sollte man sich mindestens einen Meter von Lampe und Trafo entfernt aufhalten. Negativ auch: Die Lampen können sehr heiß werden sowie UV-Strahlung abgeben, die Haut und Augen gefährdet.

Schulranzen


In jedem Fall sollte der Schulranzen leicht, robust sowie gut zu tragen sein und dem Kind gefallen. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass der Ranzen nach DIN 58124 gekennzeichnet ist. Diese Norm formuliert Anforderungen an die Qualität (zum Beispiel Wasserdichtigkeitund Stabilität), an die ergonomischen Eigenschaften (etwa Polsterung) und an die Sicherheit. Gemäß dieser DIN muss zur besseren Sichtbarkeit mindestens ein Fünftel der Gesamtfläche von Vorder- und Seitenteilen mit orangerot oder gelb leuchtendem Material ausgestattet sein. Zudem sollten Lichtreflektoren mindestens ein Zehntel der Fläche bedecken. Wichtig ist, auf das Gewicht des Schulranzens zu achten, vor allem wenn er voll bepackt ist. Eltern sollten jüngeren Kindern bei der Auswahl und dem Packen der für den Tag notwendigen Schulutensilien helfen, damit sie kein überflüssiges Gewicht mit sich herumschleppen.

Federmappe und Stifte


Federmäppchen
Aus Kunststoff sehen sie zwar oft schön bunt aus, können aber schnell unansehnlich werden und/oder kaputtgehen. Außerdem bestehen sie häufig aus PVC und enthalten gesundheitsbedenkliche Weichmacher (Phtalate). Soll das Federmäppchen viele Schuljahre aushalten, empfiehlt sich die Wahl eines langlebigeren Materials, zum Beispiel Stoff, pflanzengegerbtes Leder oder Holz. ➜ Tipp: Verzichten Sie auf fertig bestückte Mäppchen. In manchen "Billigangeboten" verbergen sich oft Dinge, die gar nicht benötigt werden oder Qualitätsmängel haben. In der Regel gehören zum Beispiel Füller, Tintenkiller, Schreibschablonen, Zirkel oder Kugelschreiber nicht in den Ranzen eines Schulanfängers. Es lohnt sich also, leere Mäppchen selbst zu bestücken.

Füllfederhalter und Tinte
Verwenden Sie nach Möglichkeit nur blaue oder schwarze Tinte, denn andere Farben können problematische Substanzen enthalten.

Tintenkiller
Tintenkiller enthalten häufig gesundheitsschädliche Stoffe. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf gemeinsam mit Ihrem Kind abwägen, ob der Einsatz eines Tintenkillers unbedingt notwendig ist. Muss ein Fehler wirklich unsichtbar gemacht werden, bieten sich Korrekturbänder oder -roller an. Einfaches "Durchstreichen" von Fehlern sieht im Ergebnis oft "ordentlicher" aus und entspricht nicht selten dem Wunsch der Lehrer.

Bleistifte und Buntstifte
Bleistifte bestehen hauptsächlich aus Grafit, Ton und Wachs, wobei der Gehalt an Ton die Härte der Mine bestimmt.
Foto_Stifte
Stifte: Besser ohne Lacküberzug

Die farbigen Minen der Buntstifte setzen sich aus Kaolin (Porzellanerde), Bindemitteln und Farbstoffen zusammen. Bevorzugen Sie Stifte ohne Lacküberzug, da im Lack eventuell Schwermetalle enthalten sind, die beim Stiftkauen gelöst werden. Vorsicht bei Billigprodukten: Achten Sie auf das CE-Zeichen oder den Vermerk DIN EN 71. Diese europäische Norm setzt die Richtwerte für Schwermetalle bei Spielzeug fest. ➜ Tipp: Zu kurz gewordene Stifte nicht sofort in den Müll werfen. Es gibt Stiftverlängerer, die auf den Stiftrest aufgesteckt werden – und schon liegt er wieder gut in der Hand.

Filzstifte und Textmarker
Stifte für Kinder dürfen nicht riechen: Folienschreiber mit Aufschriften wie "permanent", "Allesmarker" oder "Whiteboardstifte" sind für Kinderhände tabu.Sie enthalten schnell verdunstende, organische Lösungsmittel. Man erkennt sie auch am süßlich-chemischen Geruch. Möchte Ihr Kind nicht auf Filzstifte verzichten, kaufen Sie nach Möglichkeit lösemittelfreie Produkte auf Wasserbasis. ➜ Tipp: Texte lassen sich auch gut mit in Holz gefassten Bunt- und Leuchtstiften markieren. Diese Trockentextmarker enthalten eine farbige, fluoreszierende Mine, die ohne Lösungsmittel auskommt.

Wachsmalstifte
Wachsmalfarben sind meist die ersten Stifte, mit denen Kinder malen und schreiben; sie bieten eine gute Alternative zu Filzstiften. Dennoch können sie gesundheitsschädliche Substanzen enthalten: zum Beispiel bedenkliche Farbstoffe oder Schwermetalle. Deshalb ist eine sorgsame Produktauswahl sinnvoll. Ratsam ist, auf Hinweise auf die Euro-Norm DIN EN zu 71 zu achten. ➜ Tipp: Wählen Sie Stifte mit einer Hülle aus Papier. Diese ist umweltfreundlicher und lässt sich besser den kleiner werdenden Stiften anpassen, als eine Plastikhülle.

Wassermalfarben
Auch mit Wasserfarben malen Kinder schon, wenn noch mancher Pinselstrich daneben geht und die Hände oder das Gesicht trifft. Umso wichtiger ist es, dass sie keine schädlichen Farbstoffe enthalten; achten Sie daher auch bei diesen Produkten auf die Euro-Norm DIN EN 71. ➜ Tipp: Der Umwelt zu Liebe sollten die Kästen aus Metall bestehen und die einzelnen Farbtöpfe nachkaufbar sein.

Klebstoffe
Gemeinhin reicht fürs kindliche Basteln ein einfacher Papierklebestift völlig aus. Die Kleber CE-Zeichen sollten wasserlöslich und frei von organischen Lösemitteln sein. Nur wenn es unumgänglich ist, Zeichen Feuergefaehrlichkeit sollten Vielzweck- und Kontaktkleber eingesetzt werden, je nach Alter der Kinder nach Möglichkeit jedoch unter Anleitung eines Erwachsenen. Eltern sollten beim Kauf von Klebstoffen auf das CE-Symbol achten. Hingegen sollte das Zeichen für Feuergefährlichkeit auf den Produkten fehlen. ➜ Tipp: Klebstoff kann man mit seinen Kindern auch selbst herstellen, beispielsweise aus Kartoffelstärke. Anleitungen gibt’s in Bastelbüchern oder im Internet.

Papier


Papier wird zum Beschreiben, Bemalen, Basteln in Form von Heften, Zeichenblocks und von Kindern jeder Alterstufe täglich gebraucht. Dieser hautnahe Umgang erfordert eine bewusste Auswahl des Papiers. Orientieren Sie sich am Blauen Engel:Das Umweltzeichen schreibt den Verzicht auf problematische Farbzusätze, chlorhaltige Bleichmittel und andere Chemikalien vor. Es garantiert außerdem, dass der Altpapieranteil bei 100 Prozent liegt. Das Öko-Papier von heute ist fast so weiß wie Neupapier und lässt die Tinte nicht mehr verlaufen. Auch Schnellhefter oder Ordner sind in Blauer-Engel-Qualität zu haben. Die Zeichen "ÖKOPAplus" "Klimaschutzpapier" garantieren ebenfalls die Verwendung von 100-prozentigem Altpapier und eine chlorfreie Bleiche. Buntpapiere sind nicht ganz unbedenklich. Die verwendeten Farbstoffe können giftig oder mit Schwermetallen verunreinigt sein. Papiere, die leicht abfärben(etwa Krepp-Papier), sollten von Kindern nicht verwendet werden. Um vor problematischen Farbzusätze nsicher zu sein, achten Sie beim Kauf von Buntpapieren auf den Blauen Umweltengel und die Einhaltung der Spielzeugnorm DIN EN 71-3. ➜ Tipp: Mit Buntpapier immer sparsam umgehen! Nach der Verwendung Hände waschen!

Computer


TCO_SiegelManche Computer belasten Mensch und Natur weniger als andere. Man sieht ihnen nicht an, ob sie Ressourcen schonend hergestellt wurden, umweltgefährliche Chemikalien enthalten, wie stark sie elektromagnetisch strahlen, wie viel Strom sie verbrauchen oder wie leicht sie zu recyceln sind. Eco-Kreis Qualitätszeichen bieten hier eine Orientierungshilfe. Sie klären darüber auf,ob die Geräte gewisse Standards einhalten. Im Handel stoßen Kunden auf verschiedene Europaeisches_UmweltzeichenLabel. Einige betreffen allerdings nur einzelne Eigenschaften, wie etw den Stromverbrauch. Spezielle Umweltzeichen erlauben ein umfassendes Urteil. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Geräte ein Umweltlogo wie den Blauen Engel, das Europäische Umweltzeichen, den Eco-Kreis des TÜV Rheinland oder TCO tragen. ➜ Tipp: Prüfen Sie, ob ihr Kind einen eigenen PC braucht oder ob es zuächst ausreicht, den der Eltern zu nutzen. In jedem Fall empfiehlt es sich, mit dem Nachwuchs über Art und Umfang des Computereinsatzes zu reden und klare Regeln festzulegen.

Weiter:


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V., Seppel-Glückert-Passage 10, 55116 Mainz
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/link564081A.html