Für die meisten Kabelkunden in Rheinland-Pfalz, die scharf auf die neuen hochauflösenden (HD)-TV-Sendungen sind, liegen derzeit Freud` und Leid nah beisammen. Wer nämlich über einen HD-fähigen Flachbildschirm verfügt und in einem Haus mit modernisierter Kabelhausverteilung wohnt, (Frequenz-Ausbau bis 862 MHz), braucht sich nur noch einen HD-fähigen Kabel-Receiver anzuschaffen. Dann kann er ab dem 12. Februar die Sender "Das Erste HD" und "ZDF HD" - und damit die Olympischen Winterspiele aus Kanada - in der derzeit besten Bildqualität verfolgen, so Michael Gundall, Fernsehexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Mit dabei sein können übrigens auch alle Analog-Kabelkunden. Denn an jeder Kabeldose liegen neben den Analog-Signalen auch die Digital-Signale in Standard-Auflösung (SDTV) und die Digital-Signale in der hochauflösenden Technik (HDTV). Da die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Programme grundsätzlich unverschlüsselt ausstrahlen, sind "Das Erste HD" und "ZDF HD" mit jedem HD-Kabelreceiver zu empfangen. Auch können mit einem solchen Receiver sämtliche Dritten Programme und die Spartenkanäle von ARD und ZDF empfangen werden - allerdings in Standardqualität. Alles in allem sind das zwischen 25 und 30 unverschlüsselte Programme. Ein gesonderter Digitalvertrag ist hierzu nicht notwendig.
Doch die Freude könnte bald in Ärger umkippen. Denn auch die großen privaten Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 wollen in der nächs-ten Zeit ihre HD-Programme ins Kabelnetz bringen. Der Unterschied nur: Die Programme von RTL, Vox, Sat1, Pro7 und Kabel 1 werden verschlüsselt ausgesendet. Doch die grad neu angeschafften Receiver sind für den Empfang verschlüsselter Sendungen der Privaten nur bedingt geeignet. Relativ zukunftssicher hingegen sind die seit einigen Monaten im Handel erhältlichen Flachbildfernseher mit integriertem HD-Kabeltuner und CI+-Schnittstelle.
Wahrscheinlich ist, dass RTL und ProSiebenSat.1 bei einer Verbreitung im Kabel die gleichen Nutzungseinschränkungen sicherstellen wollen, die sie schon bei der Verbreitung über die Satelliten-Plattform HD+ durchgesetzt haben. Die großen Privatsender wollen den Einstieg in die HD-Verbreitung nutzen, den heimischen Umgang mit ihren Sendungen zu kontrollieren. Bei der HD-Verbreitung über Satellit beispielsweise lassen RTL und Co. zwar eine Aufzeichnung per Festplattenrekorder zu, blockieren aber durch entsprechende Signale den schnellen Vor-lauf, um somit ein Überspringen von Werbeblöcken zu verhindern. Wei-terhin könnten sie auch festlegen, dass eine Sendung überhaupt nicht aufgezeichnet oder eine Aufnahme nach einigen Tagen nicht mehr wiedergegeben werden kann.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz lehnt diese Eingriffe der wer-befinanzierten Privatsender bei der privaten Programmaufzeichnung grundsätzlich ab. Darüber hinaus fordert sie ein Ende der Verschlüsselung von werbefinanzierten Vollprogrammen, unabhängig vom Verbreitungsweg und unabhängig davon, ob die Verbreitung in Standardqualität SDTV oder hochauflösend in HDTV erfolgt.
Weitere Informationen zu diesem Thema enthält das Faltblatt "HDTV - endlich auf Sendung!", das hier heruntergeladen werden kann.
Fragen zum digitalen Fernsehempfang sowie rund um Kabelfernsehen und hochauflösendes Fernsehen (HDTV) beantwortet der Experte der Verbraucherzentrale montags von 10 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr am Informationstelefon "Digitale Medien" unter der Rufnummer 01805 60 75 60 60 (0,14 Euro/Minute aus dem Netz der Deutschen Telekom, Tarife aus den Mobilfunknetzen und den Netzen anderer Anbieter können abweichen, ab 1. März 2010 Mobil-funkpreis maximal 42 Cent/Minute).
VZ-RLP
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


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