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Gefälschte Abmahnungen per E-Mail: Seriöse Schreiben kommen immer als Brief

Stand:

Betroffene melden sich bei Verbraucherzentralen immer wieder, weil sie eine drohende E-Mail erhalten haben. Abmahnungen per E-Mail sind allerdings eine Fälschung -– Sie sollten nicht darauf reagieren.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Abmahn-E-Mails, zum Beispiel wegen angeblich heruntergeladener Software, schwappen in Wellen durchs Netz und machen teilweise einen echten Eindruck.
  • E-Mails mit solchen Forderungen sind aber gefälscht. Seriöse Abmahnungen kommen immer als Brief.
  • Entweder sollen Sie zum Zahlen gedrängt werden oder ein Link in den E-Mails kann zu Schadsoftware führen. Ignorieren Sie solche E-Mails und löschen Sie sie am besten gleich!
Frau sitzt verärgert vor einem Laptop
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Betroffene beschweren sich bei den Verbraucherzentralen immer wieder über gefälschte Abmahnungen, bei denen Sie teilweise hohe Summen zahlen sollen. Dahinter steckt meist entweder die Absicht, hohen Druck zum Zahlen aufzubauen, oder es befinden sich gefährliche Links in den E-Mails. Wer sie anklickt, kann sich Schadsoftware einfangen.

In diesem Jahr haben uns zum Beispiel viele Anfragen zur Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop erreicht. Dem Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz liegen Beschwerden von Verbrauchern aus sieben Bundesländern vor. Betroffene erhielten per E-Mail eine Abmahnung aufgrund einer angeblichen Urheberrechtsverletzung. Aber: Die echt wirkenden E-Mails sollten Sie unbedingt ignorieren.

Angeblich wegen einer Urheberrechtsverletzung überführt

Die E-Mails sind von echten Abmahnungen inhaltlich und gestalterisch kaum zu unterscheiden: Im Fall von Adobe Photoshop wurden sie angeblich im Namen von bekannten Abmahnkanzleien für Urheberrechtsverletzungen wie Waldorf Frommer, SKW Schwarz oder Schutt Waetke verschickt.

Der Wortlaut entsprach klassischen Anschreiben für Urheberrechtsverletzungen: Darin wird behauptet, der Betroffene sei wegen einer Urheberrechtsverletzung überführt worden. Neben der Abgabe einer Unterlassungserklärung binnen neun Tagen wird die Zahlung eines vierstelligen Betrages gefordert.

Abmahnungen erfolgen immer per Brief

Bei den vermeintlichen Abmahnungen per E-Mail handelt es sich nach Erkenntnissen der Marktwächterexperten um eine betrügerische Masche von Kriminellen, die sich lediglich der Namen bekannter Kanzleien bedienen.

"Abmahnungen für Urheberrechtsverletzungen werden von Anwaltskanzleien allein aus Gründen der Rechtssicherheit immer per Post verschickt", so Maximilian Heitkämper, Referent Recht im Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Da dies nicht jedem bekannt ist, warnen wir Verbraucher, hier nicht in die Falle zu tappen."

Hohe Schadensersatzforderungen bauen Drohkulisse auf

In gefälschten E-Mails werden die Betroffenen regelmäßig zur Zahlung von Tausenden Euro Schadensersatz aufgefordert. Außerdem enthalten diese gefälschten Abmahnungen einen Link, auf den der Empfänger klicken soll. Dieser Link kann wie bei anderen Spam-E-Mails zu einer Schadsoftware führen.

Wer so eine vermeintliche Abmahnung erhält, sollte keinesfalls den in der E-Mail angegebenen Link anklicken, sondern die E-Mail kurzerhand löschen. Den in der E-Mail geforderten Betrag sollten Sie auf keinen Fall zahlen.