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Kein Android mehr für Huawei und Honor? Rechte der Kunden

Stand:

Google soll die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern Huawei und seiner Tochter Honor beenden. Kunden haben keinen Anspruch auf neue Versionen des Betriebssystems Android.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Huawei und Konzerntochter Honor dürfen künftig keine Elemente von Android mehr nutzen, die nicht mit Open-Source-Lizenzen verfügbar sind.
  • Die monatlichen Sicherheitsupdates für bereits installierte Android-Versionen soll es weiter geben.
  • Verbraucher haben keinen Anspruch auf neue Versionen wie Android 10. Die Sicherheit der Geräte-Software muss aber sichergestellt sein.
Huawei-Logo an einem Messestand
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Nachdem US-Präsident Donald Trump den "Telekommunikationsnotstand" ausgerufen hat, haben einige US-Firmen die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Technik-Unternehmen Huawei abgebrochen. Auch Google ist dabei und will dem China-Konzern keine Lizenzen mehr für das Betriebssystem Android erteilen. Allerdings hat das US-Handelsministerium laut Medienberichten in der Nacht zum 21. Mai eine Übergangsfrist von 90 Tagen eingeräumt. So kann Google noch drei weitere Monate an Huawei und Tochterfirmen liefern.

Zunächst hatten Medien gemeldet, der Play Store (die wichtigste Schnittstelle bei Android für Apps und Updates) werde für Huawei- und Honor-Geräte gesperrt. Die Hiobsbotschaft für Smartphone- und Tabletnutzer schränkte Googles deutscher Unternehmenssprecher Kay Oberbeck wenig später ein: "Wir halten uns an das jüngst erlassene Dekret und überprüfen die damit verbundenen Implikationen. Nutzerinnen und Nutzer unserer Dienste können mit ihren Huawei-Geräten weiterhin auf den Google Play Store und die Sicherheitsvorkehrungen von Google Play Protect zurückgreifen."

Sicherheitsupdates ja, neue Versionen eher nein

Auch Huawei sichert zu, seine Geräte weiterhin mit Sicherheitupdates versorgen zu wollen. Google liefert einmal im Monat so genannte Patches für seine aktuellen Android-Versionen (derzeit Android 9 Pie). Sie haben in der Regel Open-Source-Lizenzen und sind daher für Smartphone- und Tablet-Hersteller frei verfügbar und nutzbar. Allerdings wird auf künftigen Modellen von Huawei und Honor wohl kein Android mehr installiert. Schon im März hatte Huawei-Chef Richard You von einem eigenen Betriebssystem gesprochen, das der Konzern in der Schublade habe.

Durch den Handelsstreit zwischen den USA und China und Trumps Erlass werden Besitzer von Huawei- und Honor-Geräten wohl auf ihren aktuellen Android-Versionen stehen bleiben. Es wird vermutet, dass sie kein Android 10 erhalten. Außerdem kann es sein, dass Google-Apps (wie GMail und Maps) bald nicht mehr auf Huawei- und Honor-Geräten laufen. Konkret dazu äußern sich bislang aber weder Google noch Huawei.

Sichere Nutzung der Geräte muss sichergestellt sein

Für Nutzer stellt sich nun die Frage, ob ihnen gegebenenfalls rechtliche Ansprüche zustehen, um neue Android-Versionen zum Beispiel einzuklagen. Die richtigen Ansprechpartner dürften derzeit allein Huawei bzw. Honor als Hersteller der Geräte sein. Dagegen dürfte ein Vorgehen gegen den Verkäufer oder Händler des Handys derzeit nicht erfolgversprechend sein, da insbesondere Rechte aus Gewährleistung oder Garantie in diesem Fall in der Regel ausscheiden. Ebenso wenig dürften etwaige Ansprüche gegen Google selbst bestehen.

Die einschlägigen Vertragsbedingungen von Huawei regeln keine Pflicht zur Bereitstellung von Softwareupdates. Generell haben Kunden also keinen Anspruch darauf, immer die neueste Version eines Betriebssystems zu erhalten. Unserer Auffassung nach hat Huawei jedoch dafür Sorge zu tragen, dass Kunden durch etwaige Softwarefehler keine Schäden entstehen oder zumindest für einen angemessenen Nutzungszeitraum weiterhin die sichere Nutzung der Geräte möglich ist. Mit welchen Maßnahmen der Hersteller dieses Ziel erreicht, liegt in seinem Entscheidungsspielraum. So kann er auf die weiterhin unter Open-Source-Lizenzen bereitgestellten Android-Patches zurückgreifen oder zum Beispiel auf ein eigenes Betriebssystem wechseln. Kunden dürften aus unserer Sicht keinen Rechtsanspruch darauf haben, in Zukunft mit der gewohnten Google-Software versorgt zu werden.

Tipps und Tricks, wie Sie Ihr Smartphone sicherer machen können, können Sie hier nachlesen.