Corona: Welchen Schutz gibt es für Mund, Nase und Augen?

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Durch die Corona-Pandemie sind wirksame Mund-Nase-Schutzmasken schwer zu bekommen. Es gibt zahlreiche Anleitungen für selbstgemachte Masken. Die können eine Infektion nicht sicher verhindern, aber Infektionsmöglichkeiten mindern. Wir erklären, was man beim Tragen und Waschen beachten sollte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ohne speziellen Filter kann kein Mundschutz Coronaviren aus Mund und Nase fernhalten.
  • Selbstgemachte Mund-Nase-Masken helfen aber dabei, dass Feuchtigkeit aus dem Atem durch Niesen, Husten oder Sprechen nicht so weit in die Umgebung verteilt wird.
  • Wollen Sie Masken mehrfach verwenden, sollten Sie die Textilschicht möglichst nicht berühren und die Masken richtig trocknen lassen.
  • Ab spätestens 29. April 2020 gilt bundesweit die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken, die Mund und Nase bedecken.
Hände, Nähmaschine, Textilmaske
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Soll man jetzt zum Schutz vor Coronaviren Atemschutzmasken tragen oder nicht? Die Frage ist nicht nur unter Fachleuten umstritten. Die Bundesländer haben dennoch eine Maskenpflicht beschlossen.

Bundesweite Maskenpflicht

In fast allen 16 Bundesländer gilt ab dem 27.04.2020 eine Maskenpflicht, Schleswig-Holstein folgt damit  am 29.04.2020. Zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus müssen Mund und Nase bedeckt werden.

Ausreichend sind dabei alle Masken, die Mund und Nase bedecken. Auch einfache Mundschutze, selbst genähte Stoffmasken, d.h. sogenannten Alltags- oder Communitymasken sowie Schals sind ausreichend.

Wo müssen Mund – Nase Bedeckungen getragen werden?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht für Kinder ab 6 Jahren.

Verstöße gegen die Maskenpflicht werden in einigen Bundesländern mit Bußgeldern geahndet.

Das Robert Koch-Institut erklärt, dass auch eine einfache Maske das Risiko verringern könne, "eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken". Es sei zu vermuten, dass auch "Behelfsmasken" eine Schutzwirkung hätten – also solche, die etwa in Heimarbeit genäht werden.

Einigkeit herrscht bei den grundlegenden Regeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, gründlich die Hände zu waschen (nach jeder Berührung von Flächen und Gegenständen außerhalb der eigenen vier Wände) und in ein Einweg-Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen. Ausführlicher lesen Sie die Empfehlungen hier.

Filtermasken (wie man sie aus dem Baumarkt kennt) werden nach ihrer Durchlässigkeit für kleine Teilchen wie Staub oder Viren in drei Klassen eingeteilt: FFP1-Masken lassen am meisten durch (bis zu 22%) und FFP3 am wenigsten (bis zu 2%). Dazu müssen sie dicht an der Haut anliegen. Bei Bartträgern ist das oft nicht der Fall.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie übrigens auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Feinstaubfilter

Im Internet werden FFP-Masken derzeit zu teils horrenden Preisen oder von Fake-Shops angeboten. In Krankenhäusern, Praxen und anderen medizinischen Einrichtungen werden sie dringend benötigt, ebenso von einigen besonders Schutzbedürftigen Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Deshalb sollten sie in erster Linie für diese Zwecke zur Verfügung stehen. Nach wie vor ist die weltweite Versorgungslage mit diesen FFP-Masken aber schwierig.

Vorsicht: Manche Angebote im Internet sind auch von schlechter Qualität und erfüllen nicht die aufgedruckte Filterleistung. So warnt die Europäische Kommission über ihr Schnellwarnsystem "Rapex" vor importierten Masken aus China mit unzureichender Filterleistung. Die hier genannten Modelle verfügen laut EU nicht über die angegebene Filterklasse und entsprechen nicht der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen. Ein Rückruf der Produkte wurde bereits angeordnet. Unser Tipp: Bestellen Sie keine Masken im Internet, sondern kaufen Sie im stationären Handel und fragen Sie nach bewährten Herstellern.

Einfache Textilmasken halten keine Viren ab

Einfache Textilmasken, die Mund und Nase bedecken, halten zwar keine Viren von Ihnen ab. Aber sie können die Gefahr einer Infektion anderer im Nahbereich verringern. Coronaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion weitergegeben, also über die Feuchtigkeit des Atems sowie beim Husten, Niesen oder Sprechen. Mit einer Maske können Sie die Menge ausgestoßener Feuchtigkeit verringern, weil sich diese im Stoff ansammelt.

Hören Sie unseren Podcast "Verbraucherzentrale - Hörbar!"
In der ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema: Einkaufen in der Corona-Pandemie

 

Maskenträger können andere Menschen vor einer Tröpfcheninfektion schützen, falls sie selbst das Coronavirus in sich tragen.

Außerdem unterbindet der Mundschutz das unwillkürliche Anfassen von Mund und Nase.

Masken mehrfach verwenden – aber richtig

Wenn Sie keine Einwegmasken bekommen, können Sie notfalls selbst welche nähen und mehrfach tragen, um das Infektionsrisiko für Personen in Ihrer Umgebung z.B. beim Einkaufen zu verringern. Vor allem in sozialen Medien gibt es Anleitungen dazu. Dabei sollten Sie folgende Hinweise zur Handhabung beachten:

  1. Auch selbstgemachte Mund-Nase-Masken sollten mehrlagig sein und an den Rändern gut anliegen.
  2. Berühren Sie die Maske möglichst nur an den Bändern und nur mit sauberen Händen! Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife oder desinfizieren Sie sie vorher.
    Wenn Sie vom Einkaufen nach Hause kommen und alle möglichen Oberflächen berührt haben, waschen oder desinfizieren Sie zuerst Ihre Hände. Nehmen Sie dann die Maske ab und hängen Sie sie auf. Fassen Sie dabei nur die Bänder an. Hände danach nochmal waschen oder desinfizieren.
  3. Hängen Sie die Maske so auf, dass sie nichts berührt und gut trocknen kann. Gut ist beispielsweise ein Haken an einem Hängeschrank, sodass die Maske wirklich frei hängt. Bewahren Sie sie nicht in einem Behälter auf, weil sie darin nicht richtig trocknen kann.
  4. Wie die eigene Zahnbürste sollte auch eine Mund-Nase-Maske mit niemandem geteilt werden. Markieren Sie Ihr Stück z.B. an den Bändern, damit Sie es erkennen.
  5. Die Innenseite bzw. die Filter sollten Sie am besten überhaupt nicht berühren. Beim Wiederanziehen fassen Sie die Bänder möglichst weit hinten an, legen das Gesicht in die Maske und befestigen die Bänder am Kopf.
  6. Falls die Innenseite mit Kontaminationen von außen verunreinigt sein könnte, Einwegartikel im Hausmüll entsorgen und (selbstgenähte) Mehrweg-Masken aus Stoff bei mindestens 60 Grad Celsius mit normalem Vollwaschmittel waschen.

Falls Sie einen Mund-Nase-Schutz wiederverwenden möchten oder müssen, sollten Sie ihn nicht desinfizieren. Dadurch kann laut dem Robert-Koch-Institut die Schutzwirkung beeinträchtigt werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt laut Medienberichten davor, dass 70 Grad bei einer Trockenreinigung von Masken nicht ausreichten, um infektiöse Viruspartikel vollständ zu inaktivieren. So ein Verfahren wird unter anderem in Krankenhäusern angewendet, um Masken mehrfach nutzen zu können. Das BfArM empfiehlt dort stattdessen eine Erhitzung auf 90 Grad für 90 Minuten, brauche aber noch weitere Prüfergebnisse.

Einwegmasken sollten Sie zu Hause nicht reinigen! Beim Waschen von Mehrweg-Behelfsmasken aus Baumwolle mit Vollwaschmittel sind keine 90 Grad notwendig, weil Tenside im Waschmittel die Schutzhülle der Viren zerstören und sie somit handlungsunfähig machen. Die Hülle wird auch durch Seife zerstört, wenn sie mindestens 20 Sekunden auf der Haut ist. Deshalb ist regelmäßiges längeres Händewaschen wichtig.

Schutz von Augen und Händen ist ebenso wichtig

Es ist möglich, dass sich Coronaviren bis zu drei Tage auf Türklinken, Haltegriffen, auf Möbeloberflächen oder auch auf Verpackungen halten. Um eine Übertragung durch Berührung von Oberflächen und Gegenständen zu vermeiden, ist es sinnvoll, wenn Sie außerhalb der eigenen vier Wände auch Augen und Hände schützen. Warum? Weil Menschen dazu neigen, sich im Alltag selbst an Augen, Mund und Nase zu fassen. Haben Sie eine Oberfläche mit Viren angefasst, ist es darum möglich, dass Sie die schlimmen Eindringlinge danach mit einem Griff ins Gesicht an diese empfindlichen Stellen transportieren.

Neben Masken führen auch eine Brille oder Handschuhe dazu, dass man sich selbst weniger ins Gesicht greift. Darum kann das Tragen dieser Gegenstände draußen gegen eine Ansteckung helfen.

Besonders wirksame Maßnahmen bleiben:

  1. Husten- und Nies-Etikette,
  2. Händehygiene und
  3. 1,5 bis 2 Meter Abstand zu krankheitsverdächtigen Personen.

Ausführlichere Hinweise zum Schutz geben wir in einem separaten Artikel.