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Wieder Fipronil in Eiern: Diese Codes sind betroffen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Knapp ein Jahr nach dem Fipronil-Skandal wurde das Insektizid erneut in niederländischen Bio-Eiern gefunden.
  • Betroffene Eier wurden nach Angaben der zuständigen Ministerien aus dem Handel genommen.
  • Die Eier tragen den Stempel 0-NL-4031002 oder 1-NL-4050502.
Frische Eier
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Knapp ein Jahr nach dem großen Skandal um das Insektizid Fipronil in Eiern aus den Niederlanden sind erneut belastete Eier in den Handel gelangt. In Deutschland wurden entsprechende Eier mit den Stempel-Codes 0-NL-4031002 und 1-NL-4050502 verkauft.

Von den Bio-Eiern (0-NL-4031002) waren rund 73.000 Stück im Verkauf in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Das hat das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen mitgeteilt. Das Insektizid wurde demnach bei Proben in einer Packstelle in Vechta festgestellt.

Bei den Eiern aus Freilandhaltung (1-NL-4050502) haben Packstellen in NRW die erhöhten Werte festgestellt. Rund 75.000 Stück wurden bereits an den Handel geliefert, teilt das Landwirtschaftsministerium NRW mit. Verkauft wurden sie in den Bundesländern Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Betroffene Eier sind nach Angaben der Ministerien aus dem Handel zurückgezogen worden. Haben Sie betroffene Eier zu Hause, können Sie sie im Geschäft gegen andere umtauschen oder Ihr Geld zurück verlangen.

Akute Gesundheitsgefahr bestehe nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nicht. Dennoch haben Sie Anspruch auf unbelastete Eier. Denn der Einsatz von Fipronil ist in der Lebensmittelerzeugung verboten. Es ist ein Insektizid, das u. a. gegen Flöhe, Läuse und Zecken eingesetzt wird.

Antworten auf häufige Fragen:

Wie gefährlich sind mit Fipronil belastete Eier?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine gesundheitliche Gefährdung für unwahrscheinlich. Es hat errechnet, dass eine Fipronilkonzentration von 0,72 mg/kg in Hühnereiern als maximale Konzentration angesehen werden kann, bei der für keine der untersuchten Verbrauchergruppen ein akutes gesundheitliches Risiko besteht. Der höchste Wert liegt in dem aktuellen Fall bei 0,019 mg/kg Fipronil.

Aber: Fipronil ist für Tiere in der Lebensmittelproduktion verboten und daher dürfen Eier, die Fibronil enthalten, nicht verkauft werden.

Auf dem Karton steht "DE", der Stempel auf den Eiern zeigt aber "NL". Wie kann das sein?

Auf dem Karton ist die Nummer der Packstelle angegeben; sie zeigt nur an, wo die Eier abgepackt wurden – aber nicht, wo Hühner sie gelegt haben. Das bedeutet: Eier können in den Niederlanden gelegt werden, aber erst in Deutschland in einen Karton wandern. Ausschließlich am Stempel auf dem Ei lässt sich erkennen, woher die Eier im Karton stammen. Dieser Erzeugercode informiert darüber, wie die Hennen gehalten werden (etwa Bodenhaltung) und über die Herkunft. Große Lücken in der Kennzeichnung bestehen bei gefärbten Eiern und eihaltigen Produkten wie Majonäse, Backwaren oder Nudeln. Bei diesen Lebensmitteln sind Angaben zur Haltungsform und Herkunft kein Muss.

Hat das Kochen oder Braten von Eiern einen Einfluss auf den Fipronilgehalt?

Nach aktuellem Kenntnisstand verändert das Kochen oder Braten von Eiern den Fipronilgehalt nicht.