Die Gaspreise in Rheinland-Pfalz könnten deutlich niedriger liegen

Pressemitteilung vom

Versorger geben gesunkene Beschaffungskosten nicht in vollem Umfang weiter - großes Einsparpotential beim Wechsel

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Versorger geben gesunkene Beschaffungskosten für Gas nicht vollständig an ihre Kunden weiter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale zur Entwicklung der Gaspreise in Rheinland-Pfalz im Zeitraum 2013 bis 2016. Die jährlichen Kosten bei typischen Vertragsmodellen der hiesigen Gasversorger sind im Mittel zwar leicht gesunken. Es besteht aber der Verdacht, dass die allermeisten Kunden zu viel zahlen. Grund kann entweder eine nicht optimale Gasbeschaffungsstrategie oder die Erhöhung der Gewinnmarge der Versorger sein. Zwischen 219 und 575 Euro können Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden je nach Versorger und Vertragsmodell bei einem Wechsel sparen.

Seit etwa vier Jahren spielt die frühere Ölpreisbindung auf dem Gasmarkt keine Rolle mehr. Inzwischen gibt es für Erdgas einen eigenen Börsenpreis, der als Leitindex für die Preisbildung wirkt. An der Gasbörse in Leipzig hat in den letzten drei Jahren eine deutliche Preissenkung stattgefunden. Die Analyse der Endkundenpreise und der Kostenstruktur zeigt, dass diese Preissenkung bisher nicht in vollem Umfang an die Kunden weiter gegeben wurde.

Die Jahreskosten lassen sich in die drei Kostenblöcke Steuern und Abgaben, Netzkosten und die Unternehmensspanne aufteilen. Bei den gesetzlich vorgegebenen Steuern und Abgaben hat sich in den letzten Jahren praktisch nichts geändert. Bei den Netzkosten gab es Änderungen bei einzelnen Netzbetreibern; im Mittel gab es auch hier nur wenige Änderungen. Zieht man Steuern, Abgaben und Netzkosten von den Jahresgesamtkosten ab, bleibt die Unternehmensspanne übrig. In dieser Spanne sind die Beschaffungs- und Vertriebskosten sowie die Gewinnmarge enthalten. Hier konnten bei der Untersuchung große Unterschiede festgestellt werden. "Es besteht der klare Verdacht, dass einige Unternehmen die tatsächlich gefallenen Beschaffungskosten nicht in ausreichendem Maße an die Verbraucher weiter gegeben oder eine Beschaffungsstrategie gewählt haben, die sich nachteilig für die Kunden auswirkt", schließt Hans Weinreuter, Energiereferent bei der Verbraucherzentrale aus den Untersuchungsergebnissen.

Die Verbraucherzentrale fordert die Grundversorger, die häufig in kommunalem Besitz sind, auf, die gesunkenen Beschaffungskosten endlich an ihre Kunden weiterzugeben. Haushalten mit einer Gasheizung empfiehlt sie, einen Versorgerwechsel zu prüfen und zu nutzen. Die Verbraucherzentrale unterstützt Ratsuchende in den örtlichen Beratungsstellen gerne, das für sie passende Angebot auf dem Markt zu finden. Die Beratung kostet 5 Euro. Terminvereinbarung ist unter 06131/28 48 0 oder per Mail an info@vz-rlp.de möglich.

VZ-RLP

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