Aus dem Verkehr gezogen - Spionagegeräte und gefährliche Produkte

Pressemitteilung vom

Die Bundesnetzagentur nimmt regelmäßig Produkte aus dem Verkehr, die in Deutschland verboten sind. Eine Ausstellung dazu gibt es zur Zeit bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in der Beratungsstelle in Mainz.

 

Der Tedddy als Spionagegerät
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In einer Ausstellung bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zeigt die Bundesnetzagentur derzeit Produkte, die sie aus dem Verkehr gezogen oder deren Einfuhr nach Deutschland sie verboten hat. Zu sehen sind unter anderem die berühmte Puppe Cayla und ein Teddy mit integriertem Mikrofon bzw. Kamera und eine elektrische Haarbürste, die sich im Betrieb auf über 200 Grad erhitzt. Ausgestellt sind auch Funkkopfhörer, Drohnen und Funksteckdosen, die in Deutschland verboten sind, weil sie Funkstörungen oder elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen können. Allein im Jahr 2017 hat die Bundesnetzagentur aus dem Internet Angebote für rund 460.000 gefährliche Produkte entfernt und rund 240.000 ausländischen Produkten mit Mängeln, die dem Zoll aufgefallen waren, hat sie die Einfuhr nach Deutschland nicht gestattet.

„Der Trend der letzten Jahre hält an, dass über das Internet viele unsichere Produkte auf den deutschen Markt gelangen. Viele dieser Produkte kommen aus Fernost. Wir spüren unsichere Produkte auf und nehmen sie vom Markt“, so Dr. Wilhelm Eschweiler, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, bei einer Führung durch die Ausstellung.

Im Internet sind Produkte aus aller Welt erhältlich. Waren aus Fernost locken oft mit besonders günstigen Preisen. Häufig ist allerdings nicht zu erkennen, ob die Produkte europäische Sicherheitsstandards oder die erforderlichen technischen Voraussetzungen einhalten. Für das Angebot auf dem deutschen Markt müssen auch Produkte aus Nicht-EU-Staaten mit einem CE-Zeichen versehen sein. Diese Kennzeich-nung wird aber in der Regel nicht durch eine unabhängige Prüforganisation wie den TÜV verliehen, sondern durch die Hersteller selbst. Fälschungen sind daher leicht möglich. „Es ist gut, dass die Bundesnetzagentur in der Marktüberwachung wachsam und aktiv ist“, so Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Durch ihre präventive Arbeit kann sie in vielen Fällen Gefahren für Verbraucherinnen und Verbraucher abwenden.“

„Ein großer Teil der Gewährleistung von Produktsicherheit bedeutet Marktbeobachtung aus Verbrauchersicht. Das leistet die Bundesnetza-gentur, aber auch die Verbraucherzentralen mit ihren rund 200 Bera-tungsstellen bundesweit. Die Marktwächter sind das Frühwarnsystem der Verbraucherzentralen, die seit ihrem Start im Oktober 2015 mehr als eine Million Anfragen, Beratungen und Beschwerden systematisch ausgewertet haben. Das System der Marktbeobachtung ist inzwischen erfolgreich mit den bestehenden Aufsichtsstrukturen verzahnt. So ste-hen der vzbv und die Marktwächter mit der Bundesnetzagentur in en-gem und regelmäßigem Austausch und haben erfolgreich verschiedene Projekte, unter anderem zur Produktsicherheit, auf den Weg gebracht“, sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Tipps von Verbraucherschützern und Bundesnetzagentur

Wer sich im Internet über Produkte informiert oder Geräte bestellt, soll-te darauf achten, dass gesetzliche Vorschriften eingehalten werden. Dazu zählen das CE-Zeichen auf dem Gerät sowie eine deutsche Be-dienungsanleitung. Außerdem muss der Hersteller auf dem Gerät na-mentlich genannt werden. Ergebnisse von Produkttests, zum Beispiel von der Stiftung Warentest, bieten zusätzliche Informationen.

Ausstellung und Öffnungszeiten
Die Ausstellung „Spionagegeräte und gefährliche Produkte“ ist noch bis 27. April in den Räumen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Seppel-Glückert-Passage 10 in Mainz zu sehen.
Öffnungszeiten sind
Montag bis Samstag 10 bis 15 Uhr
Donnerstag bis 19 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Führungen und Vorträge
Für interessierte Gruppen bietet die Verbraucherzentrale Führungen an. Außerdem laden die Verbraucherschützer zu folgenden Vorträgen ein:
Spione im Kinderzimmer – vernetztes Spielzeug
Termine Mittwoch 18. und 25. April jeweils 15 Uhr

Vorsicht gefährlich! Schützen Sie sich vor illegalen Produkten
Termine Mittwoch 18. April um 17 Uhr und Dienstag 24. April um 15 Uhr

Die Vorträge finden bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Seppel-Glückert-Passage 10 in Mainz statt. Um Anmeldung unter telekommunikation@vz-rlp.de oder telefonisch unter (06131) 28 48 28 wird gebeten.

VZ-RLP

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