Energierechtstipp: Smart Meter, nicht smart für Alle

Pressemitteilung vom
  • Smart Meter müssen bei einem hohen Stromverbrauch eingebaut werden. Bei allen anderen Haushalten entscheidet der Messstellenbetreiber.
  • Es ist zu befürchten, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.
Elektrischer Stromzähler.
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Die Erfassung und Übermittlung des Stromverbrauchs wird digital. Nach jahrelanger Vorbereitung beginnt jetzt der Pflichteinbau der neuen Smart Meter. Für Haushalte mit hohem Stromverbrauch ist die Umrüstung auf die neuen Smart Meter verpflichtend, in absehbarer Zeit gilt dies auch für Haushalte mit eigener Stromerzeugung und Speicherung. Bei allen anderen Haushalten entscheidet der Messstellenbetreiber über den Einbau. Kunden können sich nicht dagegen wehren. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht dies kritisch.

„Es ist zu befürchten, dass Verbraucherinnen und Verbraucher zum Teil auf Zusatzkosten sitzen bleiben“, so Max Müller, Fachberater Energierecht bei der Verbraucherzentrale. „Für die Smart Meter werden Betriebskosten von bis zu 130 Euro jährlich fällig. Diese darf der Messstellenbetreiber den Haushalten in Rechnung stellen.“ Der Messstellenbetreiber ist in der Regel auch der regionale Netzbetreiber, nicht der Energieversorger. Ihm gehört der alte Zähler. Die Kosten für den Betrieb des Zählers waren bisher in der Stromrechnung enthalten. Rechnet der Messstellenbetreiber den neuen Zähler künftig selbst ab, so muss der Betrag für die Nutzung des alten Zählers auf der Stromrechnung entfallen.

„Erste Verbraucher berichten davon, dass die gestiegenen Kosten zusätzlich zu den bereits laufenden Energiekosten in Rechnung gestellt werden“, so Müller. „Wer die zusätzlichen Kosten letztlich zu tragen hat, hängt vom Vertrag mit dem Energieversorger ab. Oft findet sich darin eine Regelung, dass die Kosten des Messstellenbetriebs im Preis enthalten sind.“ Eine zusätzliche Belastung der Kunden hält die Verbraucherzentrale in diesen Fällen für unrechtmäßig.

Hintergrund:
Ein Smart Meter ist ein moderner Stromzähler, der mit einer Kommunikationseinheit zur Datenübermittlung, einem Gateway, verbunden ist. Voraussetzung für die Markteinführung, den sogenannten „Rollout“, war, dass mindestens drei voneinander unabhängige Hersteller ein Sicherheitszertifikat der Bundesanstalt für Sicherheit in der Informationstechnologie für ihr Gateway erhalten. Das ist seit Dezember 2019 der Fall.

Fragen rund um Smart Meter, Energieverträge und Vertragsbedingungen beantworten die Energierechtsberater in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale. Die Beratung kostet 18 Euro. Terminvereinbarung unter Telefon (06131) 28 48 0, per E-Mail an energierecht@vz-rlp.de oder online ist erforderlich.
Die Anschriften der Beratungsstellen sind hier zu finden.

Weitere Beratungsangebote der Verbraucherzentrale:
Überprüfung von Heizkostenabrechnungen nach Einsendung der Unterlagen
Kosten: 20 Euro
Beratung zum Wechsel des Strom- und Gasversorgers in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.
Kosten: 5 Euro
Beratung zum Energiesparen in 70 Orten in Rheinland-Pfalz
kostenlos.
Termine unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/onlinetermine-rlp
Weitere Informationen zur Energieberatung gibt es hier.

VZ-RLP

 

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