Energierechtstipp: Versorger geben sinkende Strompreise nicht weiter

Pressemitteilung vom
  • Sinkende Strompreise an den Börsen werden nicht an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben.
  • Es kann sogar mit Preiserhöhungen gerechnet werden.
  • Die Verbraucherzentrale rät, einen Wechsel des Anbieters zu prüfen.
Alle Jahre wieder: Strompreiserhöhung.
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Obwohl sich der Börsenstrompreis gegenüber dem Mittelwert der Jahre 2018 und 2019 etwa halbiert hat, geben Energieversorger sinkende Strompreise nicht an ihre Kundinnen und Kunden weiter. „Gerade in der aktuell schwierigen Situation sollten die Anbieter die Verbraucher entlasten anstatt ihren Profit zu steigern“, so Max Müller, Fachberater Energierecht bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Der Verbraucherschützer rechnet sogar mit einer Preiserhöhung, denn die Branche argumentiert mit gestiegenen Steuern, Umlagen und Netzentgelten. Er rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, einen Versorgerwechsel zu prüfen.

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden könnte aktuell rund 75 Euro pro Jahr einsparen, wenn die Versorger den gesunkenen Börsenstrompreis vollständig weitergeben würden. Dies hat eine aktuelle Berechnung des Verbraucherzentrale Bundesverband ergeben. Es kann sich also durchaus lohnen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Kunden, die Kündigungsfristen ihrer Stromverträge zu überprüfen, Preise zu vergleichen und die Preisentwicklung im Auge zu behalten. „Die Fristen für eine ordentliche Kündigung können bis zu drei Monate betragen“, so Müller. „Im Falle einer Preiserhöhung haben Kunden jedoch ein Sonderkündigungsrecht, auf das der Versorger hinweisen muss.“

Fragen rund um Energiepreise, Kündigungsfristen und Vertragsbedingungen beantworten die Energierechtsberater der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Beratung kostet 18 Euro. Aufgrund der aktuellen Situation erfolgt die Beratung telefonisch per Rückruf. Terminvereinbarung für eine solche Telefon-Beratung ist unter Telefon (06131) 28 48 0, per E-Mail an energierecht@vz-rlp.de oder online möglich.

Weitere Beratungsangebote der Verbraucherzentrale:

Servicehotline Energierecht unter 0800 60 75 500 montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr.

Überprüfung von Heizkostenabrechnungen nach Einsendung der Unterlagen, Kosten: 20 Euro Beratung zum Wechsel des Strom- und Gasversorgers sowie zum Energiesparen derzeit per Telefon kostenlos unter 0800 60 75 600. Termine unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/onlinetermine-rlp

Weitere Informationen zur Energieberatung gibt es hier.

Hintergrund: Deutschland hat für Verbraucher schon jetzt die höchsten Strompreise der EU. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Kosten ungleich verteilt sind. Insbesondere die Industrie zahlt niedrigere Preise, die Verbraucher müssen das durch höhere Zahlungen ausgleichen. Die Verbraucherzentrale fordert neben der Weitergabe der gesunkenen Kosten auch die Streichung der Industrieausnahmen bei den Netzentgelten, der Erneuerbaren-Energien-Umlage sowie der Stromsteuer.

VZ-RLP

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