Nachtspeicheröfen durch Elektroheizung ersetzen?

Pressemitteilung vom
  • Verbraucherzentrale rät von Angeboten in Postwurfsendungen ab.
  • Elektroheizungen sind in der Regel keine kostengünstige Alternative zu Nachtspeicheröfen.
  • Wenn Sie Ihr Heizsystem erneuern wollen, lassen Sie sich unabhängig beraten. 
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 „EVO-Stromheizkörper sind besonders schnell, sparsam und wirtschaftlich…“ - so wirbt der Hersteller EVO derzeit mit Postwurfsendungen für seine Elektroheizungen. „Jetzt alte Nachtspeicheröfen ersetzen und mit EVO günstig heizen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Zudem wird ein Tauschrabatt von bis zu 150 Euro pro Heizkörper in Aussicht gestellt.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt jedoch vor übereilten Entscheidungen, die böse Überraschungen nach sich ziehen können. „Statt zu sparen, treibt eine solche Stromheizung die Energiekosten oft nach oben - besonders, wenn das Haus schlecht gedämmt ist“, so Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale. „Die reinen Energiekosten einer Elektroheizung sind drei- bis viermal so hoch wie bei einer Öl- oder Gasheizung.“ Auch wenn die Investitionskosten und weitere Betriebskosten berücksichtigt werden, sind Elektrodirektheizungen meist am teuersten.

Elektrodirektheizungen wandeln Strom in Wärme um, die dann direkt an den Raum abgegeben wird. Hier kommt es meist nur zu kurzfristigen Speichereffekten. Daher stellen die meisten Stromversorger für Elektrodirektheizungen – von manchen Herstellern auch Infrarotheizungen genannt – den üblichen Haushaltsstrompreis in Rechnung. Für den Betrieb von Nachtspeicherheizungen gibt es in der Regel einen Sonderpreis, der günstiger ist als der Preis für den üblichen Haushaltsstrom. Bei der entega – dem aktuellen Grundversorger in Mainz - ist allein der Preis pro Kilowattstunde für die Nachtstromöfen mehr als fünf Cent günstiger als beim üblichen Strom.

Vergleicht man die Heizkosten verschiedener Heizsysteme und Energieträger, fällt sofort auf: Heizen mit Strom ist teuer – es sei denn, es kommt eine Wärmepumpe zum Einsatz. Für Erdgas fallen für jede Kilowattstunde rund fünf, für Heizöl umgerechnet etwas über sechs und für Holzpellets fünf Cent an. Der Strompreis für Nachtspeicheröfen liegt dagegen bei rund 20 Cent.

„Wer sein Heizsystem erneuern möchte, sollte sich deshalb unbedingt anbieterunabhängigen Rat einholen“, so Weinreuter. Die Verbraucherzentrale bietet in 70 Orten in Rheinland-Pfalz ihre persönliche Energieberatung an. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 60 75 600 können Termine vereinbart werden. Dank der finanziellen Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium und das rheinland-pfälzische Umweltministerium können die Beratungsgespräche kostenlos durchgeführt werden.


Hintergrund und Preisvergleiche

Nachtspeicherkunden zahlen aktuell in Mainz bei der Entega 19,28 Cent (brutto) pro Kilowattstunde (kWh) plus 120 Euro Grundpreis pro Jahr. Der Haushaltsstrompreis liegt hingegen bei 24,95 Cent pro kWh plus 144 Euro Grundpreis. Nachtspeicherheizungen wandeln den in den Nachtstunden bezogenen Strom in Wärme um und speichern diese, um sie tagsüber an die Raumluft abzugeben.

Allein aufgrund dieses Preisunterschiedes liegen die jährlichen Heizkosten für eine Wohnung mit einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh mit Nachtspeicherheizungen bei 2.048 Euro und mit Elektrodirektheizungen bei 2.639 Euro. Bei einem Haus mit höherem Energiebedarf fällt der Unterschied noch gravierender aus. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh verdoppeln sich die Mehrkosten bei Elektrodirektheizungen auf 1.158 Euro.

VZ-RLP

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