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Strompreise: große Unterschiede in Rheinland-Pfalz

Pressemitteilung vom
  • Strompreise in Rheinland-Pfalz variieren stark
  • Unterschiede zwischen den Versorgern vor allem beim Kostenblock Beschaffung, Vertrieb und Marge
Strommasten im Sonnenaufgang

Strompreise in Rheinland-Pfalz variieren stark.

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Eine Strompreisanlayse der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zeigt: Der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Grundversorger beträgt bei einem Jahresstromverbrauch von 3.600 Kilowattstunden stattliche 269 Euro. In Meckenheim beträgt der Preis für diese Strommenge 996 Euro, während Haushalte in Enkenbach-Alsenborn dafür 1.265 Euro, also 27 Prozent mehr, zahlen müssen. Im jeweils günstigsten Vertragsmodell reicht die Spannbreite von 873 Euro bei den Gemeindewerken Budenheim bis 1.222 Euro bei den Technischen Werken Ludwigshafen, eine Differenz von knapp 40 Prozent. Ein Blick auf die Entwicklung der Jahreskosten seit 2010 zeigt außerdem: Die zwischen 2010 und 2016 deutlich gesunkenen Beschaffungskosten wurden nach den Erkenntnissen der Verbraucherzentrale kaum an die Kunden weitergegeben.

Problematisch ist zudem: Haushalte mit Hartz IV-Bezug können mit dem in den Leistungen vorgesehenen Pauschalbetrag für den Stromverbrauch die Kosten in der Grundversorgung meist nicht decken – selbst dann nicht, wenn sie ein günstiges Sonderpreismodell bei ihrem lokalen Versorger vereinbart haben. „Grundversorger müssen gesunkene Beschaffungskosten an ihre Kunden in der Grundversorgung weiter geben“, fordert Hans Weinreuter, Fachbereichsleiter Energie und Bauen der Verbraucherzentrale. „Außerdem müssen die Regelsätze im Hartz-VI-Bezug angehoben werden, um gestiegenen Stromkosten Rechnung zu tragen.“

Woher kommen die Unterschiede in der Preisgestaltung? Die Jahresbeträge lassen sich in die drei Blöcke Steuern und Abgaben, Netzentgelte sowie Kosten für die Strombeschaffung und den Vertrieb und die Unternehmensmarge aufteilen. „Die Steuern und Abgaben haben sich seit 2016 kaum verändert und liegen bei allen Versorgern in etwa gleich“, so Weinreuter. „Auch bei den durchschnittlichen Netzkosten gibt es seit 2016 kaum Veränderungen.“ Zwischen den Versorgern gibt es hier jedoch größere Unterschiede. Diese ergeben sich aus unterschiedlich hohen Investitionen in die Versorgungssicherheit und den Netzausbau.

„Die deutlichsten Unterschiede zwischen den Versorgern zeigen sich beim Blick auf den Kostenblock Beschaffung, Vertrieb und Marge“, so Weinreuter. Die Stadtwerke Annweiler schneiden mit 221 Euro für 3.600 Kilowattstunden am besten ab. Am teuersten sind auch hier die Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn mit 412 Euro. Die Datenanalyse zeigt einen erkennbaren Zusammenhang zwischen den Gesamtkosten und den Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Marge. „Die günstigsten Grundversorger haben offensichtlich eine erfolgreiche Beschaffungsstrategie, niedrige Vertriebskosten und eine vergleichsweise niedrige Marge zum Vorteil ihrer Kunden“, bilanziert Hans Weinreuter die Ergebnisse.

Die ausführlichen Ergebnisse der Analyse der Strompreise der rheinland-pfälzischen Grundversorger ist auf der hier zu finden.

VZ-RLP

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.