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Verbraucherzentrale bekommt Recht: korrekte Energiekennzeichnung angeben

Pressemitteilung vom

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat gegen die Online-Shops von Media Markt und Saturn geklagt. Der Grund: Beide Online-Shops hatten bei Raumklimageräten die Energieeffizienz teilweise falsch gekennzeichnet. Nachdem in erster Instanz das Landgericht Mainz noch den Unternehmen Recht gab, hat die Verbraucherzentrale beim Oberlandesgericht in Koblenz Berufung eingelegt und gewonnen. Auch in einem Online-Shop sei eine korrekte Kennzeichnung zumutbar, argumentierte das Gericht.

Der Energieverbrauch bei Raumklimageräten muss richtig angebeben werden
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Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat zwei Gerichtsverfahren gegen die Online-Shops von Media Markt und Saturn gewonnen. Das Oberlandesgericht Koblenz hat die Auffassung der Verbraucherschützer zur Energiekennzeichnung von Klimageräten bestätigt. Beide Shops hatten Geräte der Effizienzklasse A fälschlicherweise mit einem grünen statt mit einem gelben Pfeil gekennzeichnet. Grün steht für „sehr effizient“, während ein gelber Pfeil eher mittelmäßige Geräte ausweist. Es reicht nicht, nur die richtige Energieklasse anzugeben, auch der dazu gehörige Farbwert aus dem Energielabel ist korrekt abzubilden. „Wir freuen uns über das Urteil, denn Klimageräte haben oft einen sehr hohen Stromverbrauch. Deswegen sind korrekte Angaben dazu auch in Online-Shops wichtig“, so Verbraucherschützer Christian Gollner.

Beispiel für das Energielabel eines Klimagerätes.

Energielabel Raumklimagerät

Online-Händler sind aufgrund einer europarechtlichen Vorschrift dazu verpflichtet, auf ihren Seiten die Energieeffizienzklasse von Haushaltsgeräten in besonderer Weise gemeinsam mit dem Produktpreis abzubilden. Bei der Angabe der Energieklasse ist neben dem Buchstaben auch der dazu gehörende Farbwert aus der Skala des Energielabels abzubilden. „In den Online-Shops von Media Markt und Saturn erschienen viele Klimageräte auf den ersten Blick als deutlich stromsparender als sie es tatsächlich sind. Verbraucherinnen und Verbraucher erhielten einen falschen Eindruck von der Energieeffizienz“, sagt Gollner.

Die Verbraucherzentrale hatte die Unternehmen zunächst abgemahnt, aber keine Unterlassungserklärung erhalten. Daher hat die Verbraucherzentrale Klagen eingereicht. Das Landgericht Mainz war in erster Instanz der Auffassung, die Umsetzung der Regeln zur Energiekennzeichnung sei zu kompliziert, zu aufwändig und deswegen für Unternehmen unzumutbar. Dieser Auffassung hat sich das Oberlandesgericht Koblenz in der Berufung nicht angeschlossen. Es hielt eine korrekte Kennzeichnung für zumutbar und gab damit der Verbraucherzentrale Recht (OLG Koblenz, Urteile vom 07.02.2018, Az. 9 U 405/17 und 9 U 406/17). Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Weitere Informationen rund um das Thema Energielabel finden Interessierte unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/energiekennzeichnung

VZ-RLP

Hintergrund:
Das Energielabel steht schon seit Jahren in der Kritik. Zurzeit gibt es für unterschiedliche Produktgruppen verschiedene Farbskalen. Bei einer Skala von A bis G wird die Klasse A mit einem grünen Pfeil abgebildet. Diese Skala gilt zum Beispiel für Dunstabzugshauben und bis vor kurzem auch für Staubsauger. Bei einer Skala von A+++ bis D ist die Klasse A nur noch mittelmäßig und wird mit einem gelben Pfeil abgebildet. Diese Skala gilt mittlerweile für die meisten Produkte mit Energielabel. Im Online-Handel muss die Energieeffizienzklasse auf den Übersichtsseiten zusätzlich mit einem Pfeil in der passenden Farbe angegeben werden.
Die Uneinheitlichkeit bei den Energielabeln erschwert den Umgang mit den Energieeffizienzinformationen. Umso wichtiger ist es, dass der Handel diese Angaben für die Verbraucher richtig darstellt.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.