VZ-RLP
- Durch Homeoffice und Homeschooling sind Familien häufiger zuhause. Das führt zu mehr Luftfeuchtigkeit und einem größeren Lüftungsbedarf.
- Intelligentes Lüften bedeutet mehr als nur dreimal Stoßlüften.
- Mit einem Hygrometer kann die Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden.
Wenn ganztags in den eigenen vier Wänden gewohnt, gearbeitet oder gelernt wird, steigt neben dem Energieverbrauch auch die Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Für Feuchtigkeit sorgen neben dem Wasserdampf durch Duschen, Baden oder Kochen auch die Atemluft und das Schwitzen. „Um Schimmel zu vermeiden ist es wichtig, dass die relative Luftfeuchtigkeit eine bestimmte Obergrenze über eine längere Zeit nicht überschreitet“, informiert Hans Weinreuter, Fachbereichsleiter Energie und Bauen bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Dieser Maximalwert hängt von der Außentemperatur und dem Dämmstandard des Hauses ab.“
An kalten Tagen kann die Obergrenze in schlecht gedämmte Altbauten schon bei 40 Prozent relativer Luftfeuchte liegen, während gut gedämmte Neubauten locker mit 55 Prozent klarkommen. Mit einem Hygrometer kann man die Luftfeuchtigkeit gut im Blick behalten und bereits während des Lüftens erkennen, ob die Raumluft wieder trocken genug ist.
„Je mehr Menschen sich im Haus oder der Wohnung aufhalten, desto häufiger sollte gerade bei Winterkälte gut gelüftet werden“, so Weinreuter. Die Art des Lüftens sollte dabei in Abhängigkeit von der vorhandenen Raumfeuchtigkeit gewählt werden. Die Verbraucherzentrale rät, im Winter mindestens dreimal täglich etwa fünf bis zehn Minuten lang eine Stoßlüftung. Die Thermostatventile an den Heizkörpern unter oder neben den geöffneten Fenstern oder Türen sollten in dieser Zeit zurückgedreht werden. Um dauerhaft eine ausreichend trockene Wohnung zu bekommen, reicht mehrmaliges Stoßlüften jedoch nicht immer aus. In Wandoberflächen, Möbeln, Bettdecken und Handtüchern ist eine Menge Feuchtigkeit gespeichert, die verzögert an die Raumluft abgegeben wird. Um diese auch nach draußen zu lüften, hilft eine Kombination aus Stoßlüftung und kontrollierter Kipplüftung.
In dem Informationsblatt „Damit die Pilze im Wald bleiben“ erklärt die Verbraucherzentrale die Zusammenhänge und gibt hilfreiche Tipps. Das Faltblatt kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.
Beratung rund um die Themen Raumlüftung, Schimmelvorbeugung und –bekämpfung bietet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nach Voranmeldung in einem Beratungsgespräch. Terminvereinbarung ist telefonisch unter (800) 60 75 600, per Mail an energie@vz-rlp.de oder online möglich. Derzeit findet die Beratung telefonisch statt.