Guter Rat: teilweise teuer, schwer zu finden

Pressemitteilung vom

Anhaltende Schmerzen nach der Zahnbehandlung oder eine zu hohe Rechnung – oft ist klärender Rat zwischen Patient und Zahnarzt gefragt: Dabei soll der Schlichtungsservice der Zahnärztekammern helfen.

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"Die Schlichtungsangebote der Landeszahnärztekammern unterscheiden sich allerdings in puncto Kosten und Erreichbarkeit teilweise deutlich", sagt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Das Team "Kostenfalle-Zahn" der Verbraucherzentralen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin hat den Kundenservice auf den Internetseiten der Kammern geprüft und erklärt, worauf Patienten bei einem Schlichtungsverfahren achten müssen:

    Das richtige Angebot nutzen: Wenn Patienten im Zuge einer Behandlung das Verhalten des Zahnarztes kritisieren oder einen Behandlungsfehler vermuten, zum Teil auch wenn sie Probleme mit der Rechnung haben, können sie sich mit der Bitte einer außergerichtlichen Klärung an die Schlichtungsstellen der Landeszahnärztekammern wenden. Bei allgemeinen Fragen zur Therapie, zum Heil- und Kostenplan oder zu einer zweiten Meinung sind hingegen Patientenberatungsstellen zuständig. Gesetzlich Versicherte sollten zusätzlich ihre Krankenkasse um Rat und Unterstützung bitten, da diese bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler ein kostenloses Gutachten in Auftrag geben können.

      Die richtige Schlichtungsstelle finden: Eine Schlichtung muss immer in dem Bundesland beantragt werden, in dem die zahnärztliche Leistung erbracht wurde. Entscheidend ist nicht der Wohnort des Patienten. Ansprechpartner ist die jeweilige Landeszahnärztekammer, deckungsgleich mit den Bundesländern.

        Vorher die Kosten klären: Sinn einer Schlichtung ist es, eine außergerichtliche Einigung zu finden und im besten Fall das Vertrauen zwischen Zahnarzt und Patient wiederherzustellen. Eine Schlichtung ist auf jeden Fall preiswerter als ein Gerichtsverfahren. Aber sie ist nicht überall kostenlos. Teilweise verlangen die Kammern bis zu 400 Euro an Gebühren für ihre Schlichtung. Auch bei den Stellen, die eine Schlichtung gebührenfrei anbieten, können für Patienten Kosten anfallen, etwa für Fahrtkosten oder einen Anwalt. Ein Rechtsbeistand ist möglich, aber keine Pflicht.

          Service nicht einheitlich geregelt: Schlichtungsverfahren können eine gute Lösung für Patienten sein, sind aber in den Landeszahnärztekammern nicht einheitlich geregelt und nicht auf allen Webseiten leicht zu finden. Zudem müssen beide Seiten dem Verfahren zustimmen, also auch der Zahnarzt. Auch eine Lösung kann nur mit Zustimmung beider Seiten gefunden werden. Scheitert dies, bleibt betroffenen Patienten noch das Beschreiten des Klagewegs.

          Weitere Hinweise und Tipps zum außergerichtlichen Verfahren und eine Tabelle mit den Kontaktdaten der bundesweit 17 Landeszahnärztekammern gibt’s auf dem Zahn-Webportal der Verbraucherzentralen unter www.kostenfalle-zahn.de/schlichtungsstellen.

          VZ-RLP

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