Marktcheck: Portionsangaben für Lebensmittel oft unsinnig und verwirrend

Pressemitteilung vom
Eine Frau steht im Supermarkt und blickt kritisch auf eine Süßigkeitenverpackung.
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Die freiwillige Kennzeichnung von Portionsangaben auf Lebensmittelverpackungen ist oft unsinnig und verwirrend. Dies zeigt ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentralen. Die Verbraucherschützer haben in einem bundesweiten Marktcheck 211 Lebensmittel aus acht Produktgruppen überprüft. Teilweise rechnen die Hersteller mit Miniportionen ihre zucker- und fettreichen Produkte „gesund“. Anbieter und Gesetzgeber müssen nachbessern, damit Portionsangaben auf dem Etikett zu einer leicht verständlichen Einkaufshilfe werden, fordern die Verbraucherzentralen.

Vor allem bei Süßwaren entsprechen die Portionsgrößen meist nicht der Realität. Fruchtgummischlangen oder Schokoladenriegel beispielsweise werden für die Portionsangabe willkürlich geteilt. „Wer isst nur ein Drittel eines Schokoriegels oder zwei Drittel einer Fruchtgummischlange?“, kritisiert Ernährungsexpertin Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz diese Praxis.

Unsinnige Portionsangaben haben die Verbraucherzentralen auch bei Konservendosen gefunden – so war auf einer Dosensuppe mit 390 Millilitern Inhalt eine Portionsgröße von 260 Millilitern zu finden und auf einer 250-Gramm-Dose mit Kidneybohnen eine Portion von 200 Gramm. In beiden Fällen bleiben – wenig verbraucherfreundlich – Reste übrig.

Für Kekse nutzen die Hersteller völlig uneinheitliche Portionsgrößen: 15 verschiedene Angaben zwischen 5 und 44 Gramm ermittelten die Verbraucherzentralen im Marktcheck. „In dieser Form bieten Portionsangaben überhaupt keine Orientierung beim Einkauf“, findet Umbach. „Dieser Wirrwarr muss ein Ende haben.“

Die vor kurzem von namhaften Unternehmen der Lebensmittelindustrie vorgeschlagene Ampelkennzeichnung pro Portion kann keine Lösung sein: Das verdeutlichen die Ergebnisse des Marktchecks der Verbraucherzentralen. Willkürlich festgelegte Portionsgrößen bergen die Gefahr, dass Verbraucher über die tatsächlich verzehrte Menge von Zucker, Fett oder Salz getäuscht werden.

Bereits eine frühere Untersuchung der Verbraucherzentralen hat gezeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Portionsangaben der Hersteller und dem Verbraucherverhalten gibt. Im Rahmen eines bundesweiten Tests der Verbraucherzentralen im vergangenen Jahr füllten Verbraucher im Durchschnitt mit 81 beziehungsweise 63 Gramm mehr als das Doppelte für Müsli und Chips als Portion in eine Schale ab als die von den Herstellern angegebenen Mengen.

„Die derzeitige freiwillige Angabe von Portionsgrößen mit den dazugehörigen Nährwerten ist meistens keine Einkaufshilfe“, meint Susanne Umbach. Die Verbraucherzentralen fordern die Hersteller auf, nur realistische Portionsgrößen wie einen Riegel, einen Becher oder eine Scheibe anzugeben. Darüber hinaus sollte der Gesetzgeber eine verständliche, farblich basierte Nährwertkennzeichnung auf der Basis von einheitlichen Werten wie 100 Gramm oder 100 Millilitern auf den Weg bringen, zum Beispiel in Form einer Nährwertampel auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen.

Weitere Ergebnisse und der vollständige Untersuchungsbericht zu Portionsgrößen bei Lebensmitteln unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/marktcheck-portionsangaben

VZ-RLP

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