Neues Verpackungsgesetz löst keine Müllprobleme

Pressemitteilung vom
  • Am 1. Januar 2019 tritt ein neues Verpackungsgesetz in Kraft.
  • Das neue Gesetz schafft keine Anreize für die Vermeidung von Verpackungsmüll.
  • Verbraucherzentrale und Mitgliedverbände fordern: Bundesregierung muss nachbessern, Handel muss Verantwortung übernehmen.
Plastikmüll am Strand

Plastikmüll am Strand

Off

Deutschland ist Europameister bei der Produktion von Verpackungsmüll. Jährlich fallen gut 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Pro Einwohner sind das 220 Kilogramm pro Jahr, Tendenz steigend. Am 1. Januar 2019 tritt ein neues Verpackungsgesetz in Kraft. Dieses räumt allein dem Recycling hohe Priorität ein, statt Anreize für die Vermeidung von Verpackungsmüll zu schaffen, so die Kritik der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und drei ihrer Mitgliedsverbände. Gemeinsam mit dem Land Frauen Verband Rheinhessen (LFV Rhh. e.V.), dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) und der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Haushaltsführungskräfte (AEH) fordert die Verbraucherzentrale anlässlich der europäischen Woche der Abfallvermeidung, das neue Verpackungsgesetz nachzubessern.

Bundesregierung muss nachbessern

Die Verbraucherschützer und die oben genannten Verbände fordern die Bundesregierung auf, die Vorgaben des Verpackungsgesetzes voll auszuschöpfen, sowie zeitnah im Sinne des Verbraucher- und Ressourcenschutzes zu verbessern:

  • Abfallvermeidung ernst nehmen

Die Höhe der Lizenzgebühren in den dualen Systemen für Verpackungen muss so gestaltet werden, dass umweltfreundlich verpackte Produkte günstiger werden.

  • Mehrweg fördern

Einweg muss eingedämmt werden. Dies kann durch höhere Abgaben, eine Ausweitung des Pfandsystems und verpflichten-de Mehrwegquoten geschehen. Mehrweg- und Einwegverpackungen müssen deutlich und verpflichtend gekennzeichnet werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher sie klar er-kennen und unterscheiden können.

  • „Mogelpackungen“ verhindern

Es sind verbindliche Mindeststandards festzulegen, ab wann ein Produkt als übermäßig verpackt gilt. Für Verstöße müssen Bußgeldtatbestände in die Gesetze und Verordnungen eingeführt werden.

Handel muss Verantwortung übernehmen

Der Handel sollte möglichst wenig verpackte sowie vermehrt lose Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, anbieten.
Seit Jahren sinkt der Anteil von Getränken in Mehrweggebinden. Vor allem die Discounter bieten vorwiegend Einweg-Getränke an. Sie sind gefordert, vermehrt Mehrwegflaschen anzubieten. Der Handel ist zur Rücknahme von Verpackungen verpflichtet. Auf diese Möglichkeit sollte er deutlich erkennbar hinweisen.

Verbraucher zeigen im Laden die Rote Karte

Konsumenten setzen ein Zeichen, wenn sie überflüssige Verpackungen nach dem Bezahlen im Laden lassen. Dadurch wird der Abfallberg zuhause ein wenig abgebaut und Händler verstehen, dass weniger Verpackungen gewünscht werden.

Verpackungsmüll – weniger ist mehr

Auch Online-Shopping und To-Go-Verpackungen tragen zu einer Zunahme des Verpackungsmülls bei. Mehrwegboxen für den Versand und Mehrwegbecher für den Kaffee unterwegs leisten einen guten Bei-trag zu weniger Müll.

Weitere Alltagstipps gegen überflüssigen Verpackungsmüll finden sich auf einer Übersichtsseite zum Thema Plastik: www.verbraucherzentrale-rlp.de/plastik.

Hintergrund:

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung findet vom 17. bis 25. November statt. Sie bietet jährlich im November die zentrale Plattform für Akteure aus Kommunen, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft, um ihre Projekte vorzustellen, Alternativen zur Wegwerfgesellschaft aufzuzeigen und zum Umdenken aufzurufen.

Wie jeder und jede mit einfachen Maßnahmen Verpackungsmüll einsparen kann, zeigen die Verbraucherzentralen Mainz, Koblenz und Ludwigshafen. Ab dem 19. November stehen dort Infoecken mit interessanten Hinweisen und praktischen Tipps.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

gefördert vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz (MUEEF) im Rahmen der Kampagne

Förderhinweis Besser Essen RLP