Welcher Fisch kann auf den Tisch?

Pressemitteilung vom
  • Fisch ist lecker und gesund, doch die Meere sind vielerorts leer gefischt. Auch in Aquakulturen kommt Fischmehl aus Wildfang zum Einsatz, was Folgen für die Wildbestände hat.
  • Ob man Fisch mit gutem Gewissen kaufen kann, hängt vor allem von der Herkunft und der Fangmethode ab.
  • Ein Fischratgeber der Verbraucherzentralen bietet Orientierung beim nachhaltigen Einkauf.
Ein Fisch liegt auf einer Holzplanke, umrahmt von einem Seil.
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Mit hochwertigem Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und wichtigen Spurenelementen wie Jod und Selen bereichert Seefisch den ausgewogenen Speiseplan. Doch Wildfisch und Meeresfrüchte werden immer knapper. Überfischung und schädliche Fangmethoden lassen die weltweiten Fischbestände stetig schrumpfen, bedrohen den Fortbestand ganzer Arten und schädigen die Meeresumwelt. Als Antwort darauf wird immer mehr Fisch in Aquakulturen gezüchtet. Dort werden jedoch oft zu viele Fische auf begrenztem Raum gehalten, sodass ein hoher Medikamenteneinsatz erforderlich ist und Fischmehl aus Wildfang gefüttert wird. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt beim Einkauf auf Bio- und Umweltsiegel zu achten. Orientierung für einen nachhaltigen Einkauf bietet ein neuer Fischratgeber der Verbraucherzentralen mit ausführlichen Bewertungen.

„Verbindliche Fangquoten und umweltschonende Fangmethoden können helfen, die Artenvielfalt im Meer zu schützen“, so Susanne Umbach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale. „Jeder und jede kann so beim Fischkauf einen Beitrag dazu leisten, dass auch bei künftigen Generationen Fisch noch auf dem Speiseplan stehen kann.“

Siegel geben erste Orientierung

Fisch und Fischerei-Produkte mit dem EU-Öko-Siegel und den Logos Naturland und Bioland sind empfehlenswert, denn sie unterliegen besonderen Richtlinien für die Öko-Aquakultur.

Nachhaltige Standards gelten auch für das hellblaue ASC-Siegel des Aquaculture Stewardship Council, das seit einiger Zeit auf Produkten aus nachhaltig geführten Zuchtanlagen zu finden ist.

Für einen Mindeststandard an umweltgerechtem Fang wildlebender Fische steht das MSC-Siegel des Marine Stewardship Council. Das oval-blaue Label mit einem stilisierten Fisch findet sich inzwischen auf vielen Fischprodukten in den Regalen und Tiefkühltruhen der Supermärkte.

„Nicht immer sind die Vorgaben der Siegel zufriedenstellend“, schränkt Ernährungsexpertin Umbach ein, „beispielsweise bei der Art der verwendeten Fangnetze oder der Effizienz von Kontrollen.“ Die meisten mit Siegeln versehenen Fische werden im Ratgeber der Verbraucherzentrale mit "grün" bewertet und sind eine gute Wahl. Dennoch sind einige MSC-zertifizierte Fischprodukte nicht empfehlenswert. Daher empfiehlt Umbach „dem Siegel nicht blind zu vertrauen und auch zertifizierte Fischereiprodukte mit Hilfe des Ratgebers auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen.“


Woher kommt der Fisch?

Obwohl das Fanggebiet des Fisches deklariert werden muss, ist diese Angabe und auch die korrekte Fischbezeichnung an der Theke häufig nicht vorhanden oder nicht korrekt“, moniert Umbach. Sie rät, beim Personal nachzufragen und auf diese Lücke hinzuweisen. Auch die Lebensmittelüberwachung ist gefordert, hier genauer zu kontrollieren.


Fischratgeber bietet Orientierung beim Einkauf

Der kostenlose Ratgeber „Welcher Fisch auf den Tisch“ im Hosentaschenformat kann für den bewussten Einkauf von nachhaltig gefangenem Fisch helfen. Er listet auf, welche Fischarten aus welchen Fanggebieten zurzeit »empfehlenswert«, »bedingt zu empfehlen«, »nicht zu empfehlen« oder »absolut nicht zu empfehlen« sind.

Informationen zum nachhaltigen Fischkauf und den Fischratgeber finden Interessierte auf der Internetseite der Verbraucherzentrale. Der Ratgeber kann auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale kostenfrei abgeholt werden.

 

Hintergrund: Diese Einkaufshilfe haben die Verbraucherzentralen Berlin und Hamburg in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Nachhaltigkeitsberatung EcoAid entwickelt. Die Bewertungen sind bis höchstens 31. März 2021 gültig. Auch andere Organisationen wie Greenpeace
oder WWF haben solche Ratgeber im Angebot. Aufgrund unterschiedlicher Kriterien kommen die Verbände allerdings häufig zu unterschiedlichen Empfehlungen.

VZ-RLP

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gefördert vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz (MUEEF) im Rahmen der Kampagne

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