Marktcheck: Wegwerfprodukte bei Leuchten auf dem Vormarsch

Pressemitteilung vom

Bei fast einem Drittel der Decken-, Tisch-, und Stehleuchten im Handel können LED-Lampen nicht ausgetauscht werden. Das hat die Verbraucherzentrale in einem aktuellen, nicht repräsentativen Marktcheck in fünf Baumärkten bei mehr als 4.000 Leuchten ermittelt.

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In zwei Märkten lag der Anteil sogar bei über 40 Prozent. Sind die Leuchtmittel nicht austauschbar, muss dies auf dem Energielabel stehen. Doch auch hier zeigte der Marktcheck Mängel. Bei vier Prozent der Leuchten fehlte das Label und bei 28 Prozent war es nicht so angebracht, dass Verbraucher es direkt finden können. Gehen einzelne LEDs nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist von zwei Jahren kaputt, muss man sie auf eigene Kosten reparieren lassen oder die gesamte Leuchte landet auf dem Müll.

"Diese Entwicklung sehen wir mit Sorge", erklärt Elke Dünnhoff, Energieexpertin der Verbraucherzentrale. "Zwar sind LEDs in der Regel sehr langlebig und halten laut Herstellerangaben etwa 15 bis 25 Jahre. Doch es gibt Schlupflöcher bei den vorgeschriebenen Produkttests der Hersteller." Nach den aktuellen Prüfanforderungen muss die Mindestlebensdauer von 6.000 Stunden nur von 90 Prozent der getesteten Lampen erreicht werden. Das entspricht bei täglich drei Stunden Brenndauer sechs Jahren. Außerdem berücksichtigen die Lampentests keine Spannungsschwankungen, wie es sie im echten Stromnetz gibt. Der europäische Verband der Lampenhersteller Lighting Europe möchte die Testdauer sogar auf 1.000 Stunden reduzieren. Dies würde die Verlässlichkeit der Tests weiter absenken.

Ein weiteres Schlupfloch findet sich in der Ökodesign-Richtlinie für Lampen und Leuchten: Nur 50 Prozent der Lampen müssen die auf der Verpackung angegebene Lebensdauer tatsächlich erreichen. "Wer also eine LED der anderen Hälfte erwischt, hat Pech gehabt", erläutert Dünnhoff. Dies gilt insbesondere, wenn die kaputte LED eine von mehreren LEDs in einer teuren Designerleuchte ist. "Manche Hersteller räumen zwar freiwillig eine längere Garantiezeit von zum Beispiel fünf Jahren ein, aber auch danach ist ein Lampendefekt für Verbraucher ärgerlich", so die Verbraucherschützerin.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, beim Leuchtenkauf möglichst auf solche mit austauschbaren LEDs mit Schraub- oder Stecksockel zurückzugreifen. Diese können bei einem Defekt problemlos selbst ersetzt werden.

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