Marktcheck: Woher kommt das Ei in Kuchen, Keksen und Co?

Pressemitteilung vom

Verbraucherzentrale und Umweltministerium fordern verbindliche Kennzeichnung eihaltiger Produkte

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Bei eihaltigen Lebensmitteln wie Kuchen, Keksen und Feinkostsalaten gibt es bei der freiwilligen Kennzeichnung noch Luft nach oben. Das hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in einem Marktcheck bei Eigenmarken des Lebensmittelhandels sowie bei Produkten zweier Lebensmittelhersteller aus Rheinland-Pfalz festgestellt. Sie hat überprüft, ob die Haltungsform der Hennen auf der Verpackung angegeben ist.

"Knapp 40 Prozent der 197 kontrollierten Backwaren und Feinkosterzeugnisse wie Eier- oder Geflügelsalat enthielten keinen Hinweis auf die Herkunft der verwendeten Eier", kritisiert Waltraud Fesser, Referentin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale. "Bei den gut 60 Prozent gekennzeichneten Produkten stammten die verarbeiteten Eier mit einer Ausnahme aus Bodenhaltung." Die Hinweise zur Haltung sind bei drei Viertel der gekennzeichneten Produkte in der Zutatenliste zu finden. Bei rund einem Viertel davon erfolgt die Kennzeichnung deutlich auf der Schauseite der Verpackung. Überhaupt keine Kennzeichnung haben die Verbraucherschützer auf den überprüften Produkten der in Rheinland-Pfalz ansässigen Lebensmittelhersteller Griesson De Beukelaer und Dr. Oetker gefunden.

"Während auf frischen Eiern die Haltungsform angegeben werden muss und die Verbraucherinnen und Verbraucher transparent eine Entscheidungsgrundlage erhalten, ist die Kennzeichnung bei verarbeiteten Produkten und gefärbten Eiern nach wie vor freiwillig. Mehr als ein Drittel aller verzehrten Eier sind in Fertiglebensmitteln verarbeitet", so Ernährungsministerin Ulrike Höfken. Hier verstecke sich nach wie vor so manches Ei aus Käfighaltung. Bei frischen Eiern seien Käfigeier fast vollständig aus den Regalen verschwunden, so die Verbraucherzentrale. Nur wenn auch verarbeitete Produkte entsprechend gekennzeichnet sind, haben Verbraucherinnen und Verbraucher eine tierschutzgerechte Wahl beim Einkauf. Kunden, die auf mehr Tierschutz achten wollen, rät die Verbraucherzentrale, bei Bioprodukten und Produkten mit freiwilliger Kennzeichnung zuzugreifen.

Von den Herstellern, die bislang nicht kennzeichnen, fordert die Verbraucherzentrale mehr Transparenz und Klarheit auf der Verpackung. Beim Gesetzgeber macht sie sich für eine verpflichtende Kennzeichnung stark.

Eine Tierhaltungskennzeichnung sollte für die Tierhalter einfach umzusetzen sein und den Verbrauchern eine klare Orientierung geben. "Ich setze mich mittelfristig für eine vertrauenswürdige, transparente, bundesweit einheitliche und verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung ein", erklärte Höfken.

Den Bericht und weitere Ergebnisse finden Interessierte in der Anlage.

VZ-RLP

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