Verbraucherzentrale stellt Jahresbilanz 2015 vor

Pressemitteilung vom

Beratungsinstanz, Sensor und Marktbeobachter

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Probleme mit Telefon- und Internetverträgen, Kostenfallen bei Freemail-Diensten und Apps, fragwürdige Restpostenplattformen, betrügerische Fake-Shops, dubiose Mahnbriefe von Inkassobüros, private Altersvorsorge, Fragen zur Energierechnung oder Informationen zu Wohn-Pflegegemeinschaften: Für rund 106.000 Ratsuchende war die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 2015 Wegweiser und Beratungsinstanz. Mehr als 730.000 Menschen haben sich auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale schlau gemacht oder die Beschwerdemöglichkeiten und Musterbriefe genutzt.

"Märkte beobachten, Missstände erkennen und aufzeigen und unlautere Machenschaften abmahnen, das waren neben der Beratung und Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern unsere wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkte im letzten Jahr", bilanziert Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale. "Sei es die Versicherbarkeit von Elementarschäden, die Energiekennzeichnung im Online-Handel oder die Gesundheitsversprechen auf Lebensmitteln, in vielen Bereichen hat die Verbraucherzentrale Defizite festgestellt." Seit 2015 ist die Verbraucherzentrale Teil des Marktwächters Digitale Welt. Als Schwerpunkt-Verbraucherzentrale für digitale Güter wie Videos, eBooks oder Online-Spiele hat sie in einer ersten Erhebung Probleme bei Streaming-Diensten aufgezeigt. Im Rahmen des Frühwarnnetzwerkes meldet die Verbraucherzentrale darüber hinaus Auffälliges aus der Rechtsberatung den jeweiligen Schwerpunkt-Verbraucherzentralen. Dadurch trägt sie dazu bei, dass auch bei anderen Themen in den Bereichen Digitales und Finanzen bundesweit fundierte Warnungen herausgegeben und Anbieter schneller abgemahnt werden können.

"In den Beratungsstellen gab es zahlreiche Anfragen zu fragwürdigen und dreisten Inkasso-Forderungen", informiert Christian Gollner, Rechtsreferent der Verbraucherzentrale. "Unseriöse Inkassobüros dro-hen mit Hausbesuchen, Schufa-Einträgen und sogar mit Zwangsvoll-streckung, falls nicht bezahlt wird. Viele Menschen lassen sich dadurch einschüchtern, obwohl die Forderung zweifelhaft oder gar unberechtigt ist." Seit 2013 gibt es zwar schärfere gesetzliche Regelungen mit de-taillierten Informationspflichten, diese werden aber teilweise missachtet.

Menschen mit Energieschulden betreut die Verbraucherzentrale seit 2015 landesweit. "Nach zwei Jahren erfolgreichem Pilotprojekt Energiekostenberatung in Mainz konnte die Beratung 2015 auf alle Beratungsstellen ausgeweitet werden", freut sich von der Lühe. "Die Beratung und Betreuung von Menschen mit Zahlungsproblemen und Energiesperren ist besonders notwendig, weil viele Betroffene mit ihrer Situation überfordert sind und ihre Interessen gegenüber Energieversorgern und Sozial-Behörden alleine nicht durchsetzen können. Mit unserer Beratung können wir den vielfältigen Ursachen für Zahlungsprobleme bei Energierechnungen entgegen steuern." Durch die Vermittlerrolle zwischen Kunden, Energieversorgern, Vermietern und Behörden kann die Verbraucherzentrale gemeinsam mit den Ratsuchenden in vielen Fällen langfristige Lösungen erarbeiten, um Energieschulden abzubauen oder sie künftig zu verhindern.

Auch erste Verbraucherprobleme von Flüchtlingen sind in den Bera-tungsstellen der Verbraucherzentrale angekommen: Mit einem neuen Projekt Verbraucherschutz für Flüchtlinge erfasst die Verbraucherzent-rale seit Anfang 2016 den Bedarf an Information und Aufklärung und erarbeitet passgenaue Angebote für Flüchtlinge und Flüchtlingsbetreu-er. "Auf Infomessen für Flüchtlingshelfer, bei Informationsveranstaltun-gen, mit teilweise mehrsprachigen Faltblättern und Angeboten im In-ternet bieten wir Basisinformationen, damit Integration auch im Ver-braucheralltag gelingt", informiert Marc-André Reinartz, der neue Pro-jektkoordinator der Verbraucherzentrale. "Insbesondere Handy- und Internetverträge, hohe Nachzahlungen bei Energierechnungen oder Zahlungsmodalitäten im hiesigen Wirtschaftssystem stellen Neuankömmlinge vor Probleme." Interessierte erreichen den Flüchtlingskoordinator der Verbraucherzentrale unter refugee@vz-rlp.de, können dort Fragen stellen oder Probleme melden. Mehrsprachige Informationen für Flüchtlinge und ihre Betreuer bietet die Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/beratung-fuer-fluechtlinge.

Die Verbraucherzentrale hat sechs Beratungsstellen und weitere sechs Stützpunkte, in denen einmal wöchentlich beraten wird. Der Chaos Computer Club Kaiserslautern wird als neuer Mitgliedsverband die Ar-beit der Verbraucherzentrale künftig bereichern. Die Verbraucherzent-rale hat jetzt 19 Mitgliedsverbände, angefangen bei Frauenorganisationen, über Gewerkschaften und Umweltverbänden bis hin zu den Beiräten für Migration und Integration.

VZ-RLP

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