Routenplaner-Abzocke: absurde Drohungen

Pressemitteilung vom

Route geplant – Abo abgeschlossen: Von dieser Abzock-Masche hört die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zurzeit wieder häufiger. Unter wechselnden Internet-Adressen für Routenplaner versuchen Betrüger, Verbraucherinnen und Verbraucher in teure Verträge zu locken – wird nicht gezahlt, wird gedroht.

Off

So heißt es in den E-Mails: "Wir haben nun einen Vollstreckungstitel bei Gericht gegen Sie erwirkt. Aus diesem Grund wird Sie am Freitag um 10:00 Uhr unser Inkasso Team besuchen, um Ihre Wertgegenstände zu pfänden. Soweit es möglich ist, werden die Gegenstände mit dem Kleintransporter abtransportiert, für größere Gegenstände wird für den Folgetag eine Spedition beauftragt. Sollten Sie nicht zu Hause sein oder die Tür selbst öffnen, wird ein Schlüsseldienst hinzugezogen, der die Tür dann öffnen wird. Die Mehrkosten müssen wir Ihnen natürlich zusätzlich in Rechnung stellen. Sollten Sie Widerstand leisten, werden wir die Polizei hinzuziehen." Um diese Maßnahmen abzuwenden, sollen die Betroffenen Amazon-Gutscheine im Wert von 750 Euro per Mail an den Anbieter übersenden.

Die Verbraucherzentrale rät: Auf keinen Fall zahlen!

"Verbraucher sollten Seiten wie beispielsweise maps-routenplaner-pro.com und maps-24-routenplaner.com meiden und bei Routenplaner-Angeboten ganz genau hinsehen", sagt Barbara Steinhöfel, Telekommunikationsexpertin bei der Verbraucherzentrale. Auf der Startseite und in den Nutzungsbedingungen gibt es zwar Hinweise auf Kosten, diese werden aber nicht immer deutlich beim Registrierungsvorgang angezeigt. Wer diese Seiten für seine Routenplanung nutzen will, muss sich dafür mit seiner E-Mail-Adresse anmelden. Dadurch kommt nach Ansicht der Seitenbetreiber ein kostenpflichtiges Abonnement zustande, für das vorab 500 Euro fällig seien. Zusätzlich ködert die Seite Nutzer mit einem Gewinnspiel, für das sie ebenfalls ihre E-Mail-Adresse eingeben sollen, was auch ein Abonnement auslöst.

Die genutzten Domains ziehen regelmäßig um und treiben ihre Masche unter einer neuen Adresse weiter. Der angebliche Anbieter der Seite ist je nach Domain ein anderer. Wer der tatsächliche Inhaber ist, ist nicht nachvollziehbar. "Zurzeit gibt es zahlreiche Internetseiten mit variierenden Namen, die im identischen Design aufgemacht sind", so Steinhöfel.

Betroffene sollten sich von Rechnungen und Mahnungen keineswegs einschüchtern lassen und den verlangten Betrag nicht zahlen. Denn es ist zweifelhaft, ob überhaupt ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist. "Widersprechen Sie der Forderung und lassen Sie sich im Zweifel erstmal rechtlich beraten", so Steinhöfel. Einen Musterbrief für den Widerspruch bietet die Verbraucherzentrale unter https://www.verbraucherzentrale.de/routenplaner-inkasso.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.