Wenig Wettbewerb bei Ablesediensten für Heizkosten

Pressemitteilung vom

Auf dem Markt der Ablesedienste für Heizkosten gibt es eine hohe Anbieterkonzentration und dadurch wenig Wettbewerb.

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Die fünf Unternehmen Techem, ista, brunata, minol und Kalorimeta erreichen gemeinsam einen Marktanteil von 70 bis 80 Prozent. Die Gewinnmargen und Erlöse der Unternehmen sind insgesamt verhältnismäßig hoch und wettbewerbliche Impulse eher gering. Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundeskartellamt nach einer zweijährigen Untersuchung. Dies wirkt sich nachteilig für Mieter aus, so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Mieter sind zwar nicht Vertragspartner der Ablesefirmen, tragen aber die Kosten für die Ablesung und die Erstellung der Heizkostenabrechnung. Die Verbraucherzentrale fordert ebenso wie das Kartellamt Änderungen der Mess- und Eichverordnung sowie der Heizkostenverordnung.

"Ein zentrales Problem ist, dass der Vermieter eine Ablesefirma beauftragt und die gesamten Kosten über die Heizkostenabrechnung auf die Mieter umlegen kann", meint Fabian Fehrenbach, Energierechtsexperte der Verbraucherzentrale. "Damit fehlt es an Preissensibilität." Hinzu kommt, dass jeder Anbieter sein eigenes Zählersystem hat und diese untereinander nicht kompatibel sind. Dies erschwert einen Anbieterwechsel ebenso wie die unterschiedliche Gültigkeitsdauer der Eichung (Eichfristen) der verschiedenen Zähler für Wärmemengen sowie Warm- und Kaltwasser.

Die Verbraucherzentrale fordert eine stärkere Vereinheitlichung der Messsysteme, damit ein Anbieterwechsel leichter möglich ist und dies nicht durch einen teuren Austausch aller Messsysteme eher verhindert wird. Dafür müssen auch die Eichfristen der Messsysteme vereinheitlicht werden.

Außerdem muss das Dreiecksverhältnis Vermieter, Ablese-Dienstleister und Mieter aufgehoben werden. Es kann nicht sein, dass Verträge zu Lasten der Mieter geschlossen werden. Wer einen Auftrag erteilt, muss auch die Kosten dafür übernehmen.

Sollte es bei der bisherigen Kostenweitergabe an die Mieter bleiben, muss es ab einer gewissen Zahl von Wohneinheiten im Gebäude eine Pflicht geben, regelmäßig Angebote bei Ablese-Dienstleistern einzuholen. Für die Mieter müssen die Kosten in der Abrechnung klar aufgeführt werden und transparent sein.

Heizkostenabrechnungen sind nach den Vorgaben der Heizkostenver-ordnung zu erstellen. Bei den durch die Verbraucherzentrale umfassend geprüften Abrechnungen ist ein Drittel falsch, bei einem Drittel bestehen begründete Zweifel an der Richtigkeit und nur ein Drittel ist korrekt.

Wer seine Heizkostenabrechnung überprüfen lassen will, schickt diese vollständig und am besten mit zwei bis drei Vergleichsabrechnungen aus den Vorjahren an die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Abteilung Energie und Bauen, Seppel-Glückert-Passage 10, 55116 Mainz oder per Mail an energierecht@vz-rlp.de. Die Überprüfung kostet 20 Euro und beinhaltet neben einem schriftlichen Kurzgutachten zur Richtigkeit auch eine grafische Darstellung des eigenen Verbrauchs im Vergleich zum Rest des Hauses.

VZ-RLP

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