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Verbraucherschutz für Flüchtlinge

Pressemitteilung vom

Verbraucherzentrale startet neues Projekt

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Mit einem neuen Projekt "Verbraucherschutz für Flüchtlinge" startet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ins neue Jahr. Flüchtlingen will sie im Rahmen des Projekts wichtige Basisinformationen und Verbraucherkompetenzen vermitteln. Flüchtlingsbetreuer will sie als Bindeglied und Mittler für die Zielgruppe ansprechen und über die Unterstützungsmöglichkeiten der Verbraucherzentrale informieren. "Wir freuen uns als erste Verbraucherzentrale bundesweit auf diesem wichtigen Feld agieren zu können", so Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale. "Schon jetzt werden unseren Beratungsstellen aus Flüchtlingsunterkünften Vertreterbesuche und unseriöse Geschäftsanbahnungen bei Mobilfunkverträgen gemeldet." Flüchtlinge müssen zunächst das Wirtschaftssystem und Marktgeschehen in Deutschland kennenlernen, damit sie richtige Entscheidungen treffen können und nicht über den Tisch gezogen werden. Hierzu benötigen sie leicht verständliche Informationen.

"Flüchtlinge brauchen jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe. Zu einer gelingenden Integration gehört auch, sie mit unserem Rechtssystem bei Verbraucherfragen vertraut zu machen", betont Verbraucherschutzminister Prof. Dr. Gerhard Robbers. "Ich freue mich deshalb, dass die Verbraucherzentrale das von uns angestoßene und finanzierte Projekt in die Tat umgesetzt hat und ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot für diese Zielgruppe intensiviert." Das Projekt wird durch das Verbraucherschutzministerium insgesamt mit einer Summe von 76.300 Euro gefördert."

In einem ersten Schritt will sich die Verbraucherzentrale landesweit mit allen Organisationen vernetzen, die in Rheinland-Pfalz in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind. In einem Netzwerk "Verbraucherschutz für Flüchtlinge" will sie Betreuer und ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit als Multiplikatoren und Vermittler in ihre Aufklärungsarbeit einbinden. Dies dient einerseits der Prävention, andererseits auch einem schnellen Austausch über dubiose Maschen und einem leichten Zugang zu Informationen, wenn Verbraucherprobleme auftauchen. Zudem kann dieses Netzwerk die Expertisen der beteiligten Organisationen zielgerecht bündeln und in ihre Arbeit einbinden.

Flüchtlinge werden bei ihrer Ankunft in Deutschland mit vielen neuen Fragen konfrontiert: Welchen Mobilfunkvertrag benötige ich für meine Bedürfnisse und was muss ich beim Vertragsabschluss beachten? Wie bekomme ich ein eigenes Konto? Was sind Versicherungen und welche brauche ich wirklich? Wie kommt meine Familie zu einer medizinischen Behandlung? Welche Rechte und Pflichten habe ich bei einem Kauf- oder Mietvertrag? Welche Heizung hat meine Wohnung und was muss ich beim Heizen beachten? Was ist beim Lebensmitteleinkauf zu beachten? Was ist der Rundfunkbeitrag? Dies sind nur einige der relevanten Fragestellungen, zu denen die Verbraucherzentrale informieren und aufklären will.

Projektkoordinator ist der Politikwissenschaftler und Pädagoge Marc-André Reinartz. Bei der Infomesse "Ehrenamt und Flüchtlinge" wird er am Samstag, 30. Januar von 10 bis 16 Uhr in der Mainzer Lokhalle, Mombacher Straße 78-80, vertreten sein. Dort wird er Kontakte knüpfen und ausbauen und für Fragen, Wünsche und Anregungen zur Verfügung stehen. In einer Wunsch- und Beschwerdebox wird er zudem Themen und bereits bekannt gewordene Probleme sammeln.

Mit diesem Projekt kann die Verbraucherzentrale durch die Vermittlung von Verbraucherkompetenzen einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten.

VZ-RLP

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