2000er Jahre: Zeit der Deregulierung und Marktliberalisierung

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Die 2000er Jahre sind turbulent: Die Einführung des Euro, der BSE-Skandal und die Einführung der Riesterrente sorgen für großen Beratungsbedarf. Die Terroranschläge in New York 2001 und die Finanzmarktkrise 2008 verunsichern viele Verbraucherinnen und Verbraucher. 2004 macht außerdem ein Brand die Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale unbenutzbar. Für ein halbes Jahr zieht die Geschäftsstelle in provisorisch eingerichtete Großraumbüros und arbeitet unter erschwerten Bedingungen. Die langjährige Geschäftsführerin Karin Stock geht in den Ruhestand.

Zwei Frauen stehen an einem Straßenstand mit Infomaterial und blicken in die Kamera.
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Zeitreise: 2000-2009

2000  

Umzug der Verbraucherzentrale in die Ludwigsstraße 6.

Die Verbraucherzentrale bietet Bauberatung und Seminare zur Baufinanzierung an.

Für verschuldete Haushalte richtet sie ein Expertentelefon zum Verbraucherinsolvenzverfahren ein.

In einem Pilotprojekt erprobt sie gemeinsam mit den Beratungs- und Koordinierungsstellen der Sozialstationen in der Stadt Mainz (Bekos) das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege.

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift

Weitere Themen wie Gesundheitsdienstleistungen, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie private Altersvorsorge rücken zunehmend ins Blickfeld.

Der erste BSE-Fall lässt die Drähte der Ernährungsberatung heiß laufen.

2001

Die Verbraucherzentrale baut die Abteilung Telekommunikaton und Medien auf.

Im Vorfeld der Euro-Einführung führt die Verbraucherzentrale zahlreiche Informationsveranstaltungen durch.

Die Terroranschläge in den USA führen zu massiven Nachfragen rund um Reisene.

2002

Start der Baurechtsberatung durch einen Vertragsanwalt.

Am Informationstelefon zur Krankenversicherung gibt die Verbraucherzentrale Tipps zum Wechsel der Krankenversicherung .

2003

Die Verbraucherzentrale richtet ein persönliches Beratungsangebot zum Thema private Altersvorsorge ein.

Das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege wird dank einer Projektförderung ausgeweitet und landesweit angeboten.

Die Energieberatung bietet Beratung auch zu Hause bei den Ratsuchenden an.

Die Verbraucherzentrale veranstaltet Aktionstage rund ums Handy.

Ein Straßenstand mit Zelt und Personen davor.
Auf einem Tisch liegen verschiedene Telefone und Handys.
Personen sitzen in einem großen Raum und schauen auf eine Leinwand.
Personen stehen vor einer Stellwand und halten Telefone in die Kamera.

2004

Ein Brand macht die Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale unbenutzbar. Für ein halbes Jahr müssen die Geschäftsstelle und verschiedene Fachbereiche unter erschwerten Bedingungen in provisorisch eingerichteten Großraumbüros arbeiten.

Die Verbraucherzentrale startet ein Pilotprojekt Mieterberatung in Kooperation mit dem örtlichen Mieterverein in Ludwigshafen.
 
Das Projekt „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ wird vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ins Leben gerufen. Ziel ist es

Die Verbraucherzentralen gehen mit einem gemeinschaftlichen Internetauftritt an den Start.

Die Gesundheitsreform tritt in Kraft und zieht eine rege Nachfrage sich.

Aktionen 5 am Tag und Internettelefonie

2005

Abschaffung der Eigenheimzulage führt zu hoher Nachfrage der Baufinanzierungsberatung.

Vogelgrippe: Viele  Menschen fragen, ob der Verzehr von Geflügel und Eiern weiterhin unbedenklich ist.

Faltblattserie „Lebensmittel des Monats“ gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz gestartet.

Verbraucherzentrale erstellt für Multiplikatoren und Kursleiter in der Erwachsenenbildung den Leitfaden „Die neue Ess.-Klasse“.

Menschen stehen um einen Tisch mit verpackten Lebensmitteln.
Foto: VZ RLP

Gesundheitsthemen: Erhebung zum zahnärztlichen Notdienst an Wochenenden und zur Situation von Migranten in Krankenhäusern bei Sprachproblemen.

Gaspreiserhöhungen: Verbraucherzentrale hält die von vielen Gasversorgern durchgeführten Preiserhöhungen für ungerechtfertigt. Seit Ende 2005 wurde eine zusätzliche telefonische Beratung eingerichtet und schriftliche Informationen in Form einer Gaspreismappe angeboten.

10 Jahre Landesberatungsstelle „Alten- und behindertengerechtes Bauen und Wohnen“: Anlässlich des Jubiläums gibt sich die Beratungsstelle den neuen Namen „Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen“.

Logo Landesberatungsstelle

2006

Verbraucherschutzministerium in Rheinland-Pfalz: Nach den Landtagswahlen richtet die neue Landesregierung eine eigene Zuständigkeit für den Verbraucherschutz im Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz (MUFV) ein. Durch die Aussagen in der Regierungserklärung und ein eigenes Ministerium wurde der Stellenwert der Verbraucherpolitik im Land deutlich aufgewertet.

Verbraucherzentralen starten unter Federführung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz eine bundesweite Aufklärungsaktion zu unerwünschter Werbung.

Gruppenfoto vor einer roten Stellwand.
Foto: VZ RLP

Neuerungen bei Fernsehen und Handy: DVB-T, DMB, mobiles TV oder UMTS –  Die Verbraucherzentrale informierte über das Fernsehen von morgen.

Die Überprüfung der Rückkaufswerte von Kapitallebensversicherungen war in der ersten Jahreshälfte 2006 das Topthema in der Versicherungsberatung.

Erneute Schlagzeilen über Gammelfleisch und Etikettenschwindel und die Diskussion über Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen gehörten zu den brisantesten Themen der Ernährungsberatung in 2006.

Projekt Markttransparenz im Gesundheitswesen

Zusammen mit zwei anderen Verbraucherzentralen untersuchte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz die Qualitätsberichte über das Leistungsspektrum der Krankenhäuser. Diese waren für Patienten oft wenig nützlich, da die Auswahl der Daten und die Darstellung der Informationen für die Verbraucher nicht verständlich war.

Trotz Preisfreigabe findet bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten noch immer kein Wettbewerb statt. Dies ergab eine Erhebung der Verbraucherzentrale.

Eröffnung der Unabhängigen Patientenberatung - Regionalstelle Ludwigshafen in Trägerschaft der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

2007

Die langjährige Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale, Karin Stock, wird im Beisein von Ministerpräsident Kurt Beck und Verbraucherschutzministerin Margit Conrad in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolgerin wird die Ernährungsreferentin Ulrike von der Lühe.

Porträtbilder zweier Frauen.
Foto: VZ RLP
Eine Frau bekommt von einer anderen Frau einen Blumenstrauß überreicht.
Foto: VZ RLP

 „Abzocke im Internet“ nimmt immer mehr zu.

Änderungen im Telekommunikationsgesetz führen zu mehr Preistransparenz, jedoch sind noch immer Lücken vorhanden. Preisangabe ist auch bei Auskunftsdiensten (118er-Nummern) und Kurzwahldiensten (SMS und MMS) Pflicht, leider aber erst, wenn der Preis pro Minute 2 Euro übersteigt.

Informationstelefon „Digitale Medien“ wird eingerichtet.

Trittbrettfahrer missbrauchen zunehmend den Namen der Verbraucherzentrale.

Versicherungsvermittler müssen Beratungsgespräche protokollieren

Überprüfung von Verträgen ambulanter Pflegedienste: 90 Prozent der Verträge enthielten zumindest teilweise unzulässige oder rechtlich bedenkliche Klauseln.

Jürgen Klopp, Trainer des Fußballvereins FSV Mainz 05, nimmt als prominenter Energiesparer die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Anspruch. In einer öffentlichen Beratung bekam er Energieeinsparmöglichkeiten und Entscheidungshilfen für Modernisierungsmaßnahmen für sein kürzlich erworbenes Haus aufgezeigt.

Jürgen Klopp in der Energieberatung

Infostand zum Energiesparen auf der Rheinland-Pfalz–Ausstellung.  

2008

Die Verbraucherzentrale feiert 30 Jahre Energieberatung mit Ministerin Margit Conrad. Mehr als 60.000 umfangreiche Beratungen rund um das Thema Energiesparen haben die Energieberater der Verbraucherzentrale von 1978 bis 2008 durchgeführt.

Verbraucherzentrale erstellt unter www.bioeinkaufen.rlp.de (Link verlässt Seite der VZ) gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum ökologischer Landbau einen Interneteinkaufsführer für Bio-Lebensmittel mit Informationen zu Öko-Landwirten.

Ab 1.1.2009 müssen Pflegeheime ihre Leistungen und deren Qualität veröffentlichen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen und die Verbraucherzentrale erarbeiten ein Konzept, anhand dessen Verbraucher die Ergebnisse der Qualitätsberichte in der Pflege verständlich und übersichtlich miteinander vergleichen können.

Neues bundesweites Projekt zum Klimaschutz gestartet: Das Projekt „Für mich. Für dich. Fürs Klima.“ hat zum Ziel, über eine Informations- und Beratungsoffensive bei Verbraucherinnen und Verbrauchern die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen zu erhöhen und die Bereitschaft für klimafreundliches Verhalten im Bereich Mobilität, Konsum und Investitionen zu steigern.
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Das zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Versicherungsvertragsgesetz bringt eine Vielzahl von Verbesserungen für Verbraucher mit sich.

Gemeinsame Umfrage aller Verbraucherzentralen zu DSL: Die meisten Beschwerden gab es zur Übertragungsgeschwindigkeit, zu langen Wartezeiten bei der Auftragserledigung, zu Problemen bei der Umstellung, aber auch zur schlechten telefonischen Erreichbarkeit des Kundendienstes.

Die Finanzkrise führt zu einer großen Unsicherheit bei den Anlegern. Von Ende Oktober bis Weihnachten wird eine kostenlose bundesweite Erste-Hilfe-Hotline zur Finanzmarktkrise eingerichtet, an der sich auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beteiligte. In den ersten beiden Stunden nach Öffnung der Hotline wurden bereits über 10.000 Anrufversuche gezählt. Im Laufe der achtwöchigen Dauer der Hotline waren es insgesamt weit mehr als 140.000 Anrufe.

Datenskandal jagt Datenskandal. Mehrfach warnte die Verbraucherzentrale daher in Pressemeldungen vor der leichtfertigen Weitergabe persönlicher Daten, z.B. bei der Teilnahme an Gewinnspielen und der Preisgabe privater Kontoverbindungen.

2009

Die Broschüre „Teures Heim – Was tun, wenn das Geld nicht reicht?“ ist der große Renner und wird nach einer Veröffentlichung in der Apothekenrundschau über 11.000 Mal in die ganze Bundesrepublik geschickt – vereinzelt sogar ins Ausland.

Buchtitel. Darauf ist eine Dose, in die Geld gesteckt wird.
Foto: VZ RLP


Umzug in die Seppel-Glückert-Passage 10
Nach 25 Jahren sind alle Fachbereiche, die Verbraucherberatung und die Geschäftsstelle wieder unter einem Dach zu finden – und zwar mitten in der Fußgängerzone.

Eingang der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz.

In 60 Orten bietet die Verbraucherzentrale mittlerweile die stationäre Energieberatung an.

Die Zeiten für das Servicetelefon konnten ausgeweitet werden, um die Erreichbarkeit zu verbessern.