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Mobiles Bezahlen deaktivieren – so geht es

Stand:

Kontaktloses Bezahlen ist zurzeit mit Girocards sowie Kreditkarten möglich oder mit dem Smartphone. Das ist praktisch. Schützt aber nicht vor Verlust und Diebstahl der Bankdaten. Was tun, wenn’s passiert ist?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mobiles Bezahlen geht mit Girocard, Kreditkarte und Smartphone und ist recht sicher
  • Verlust und Diebstahl von Karten bergen ein überschaubares Risiko, wenn man einige Dinge beachtet
  • Der stets erreichbare Sperrnotruf 116 116 gilt für Girokarten, Kreditkarten und auch Sim-Karten
Mobiles Bezahlen Bezahlsysteme
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Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone funktioniert in der Regel über Bezahl-Apps, in denen die Daten eines Girokontos oder einer Kreditkarte hinterlegt sind. Über die wird dann abgerechnet.

Einkäufe über die Handyrechnung sind ein anderes Thema: Wer sich vor ungewollten Abos schützen will, die auf diesem Weg abgerechnet werden, sollte eine Drittanbietersperre einrichten.

Sperrnotruf 116 116 – eine Nummer für alles!

Was tun, wenn Smartphone oder Brieftasche weg sind? Dann hilft nur eins: der allgemeine Sperrnotruf. Die Rufnummer 116 116 ist 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr erreichbar. Innerhalb Deutschlands ist der Sperrnotruf ohne Vorwahl erreichbar. Aus dem Ausland mit der jeweiligen Landesvorwahl von Deutschland. Alternativ funktioniert aus dem Ausland auch die Rufnummer +49 30 4050 4050.

Mit einem Anruf dort können Sie sperren lassen:

  • Girokarten
  • Kreditkarten
  • SIM-Karten

Sie müssen lediglich die Kontonummer, den Namen des Kreditinstituts bzw. Ihre Mobilfunknummer bereithalten, um den Sperrvorgang auszulösen.

Mobil bezahlen – wie geht das in Deutschland?

Girocards (früher: EC-Karten) und Kreditkarten mit einem sogenannten NFC-Chip kommen ohne Aufladung eines Geldchips aus. Mit diesen Karten können Sie kontaktlos und ohne PIN bezahlen, falls der Betrag unter 25 Euro liegt. Sind es mehr als 25 Euro, ist die PIN erforderlich.

18 Millionen solcher Karten sind inzwischen im Umlauf (Stand: Sommer 2018), bis 2020 sollen es 75 Millionen werden. Verbraucher können damit bei vielen Discountern und Einzelhändlern bezahlen. Voraussetzung ist, dass der Einzelhändler die neue Technologie auch anbietet.

Mobil bezahlen können Sie aber auch mit dem Smartphone: Seit dem Sommer 2018 gibt es das Bezahlsystem Google Pay des amerikanischen Großkonzerns in Deutschland. Im Winter 2018 startete außerdem Konkurrent Apple sein Bezahlsystem Apple Pay auch in Deutschland.

Daneben sind mobile Zahlungen mit speziellen Smartphone-Apps von Zahlungsdienstleistern oder Kreditinstituten möglich, wie beispielsweise den Apps der Sparkassen und Volksbanken. Und zwar sowohl mit Girocard als auch mit der Kreditkarte. Die entsprechenden Kartendaten hinterlegen Sie in der App Ihrer Bank.

Insgesamt gilt das kontaktlose Bezahlen als recht sicher.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es?

Zertifizierte Terminals, an denen Sie mobil bezahlen können, haben sehr hohe Sicherheitsstandards zu erfüllen. Beispielsweise werden Transaktionen sofort abgebrochen, wenn mehrere Funkkarten im Spiel sind. Das können Sie ganz einfach an der Kasse testen, indem Sie versuchen, Ihre Brieftasche mit mehreren NFC-Karten an das Lesegerät zu halten. Das sollte nicht funktionieren!

Außerdem gelten diese Sicherheitsvorkehrungen:

  • NFC-Zahlungen sind nur mit einem Abstand von wenigen Zentimetern möglich
  • Jede Transaktion wird einzeln aktiviert (macht Mehrfachzahlungen unmöglich)
  • Anzahl der NFC-Transaktionen ist mit Limits begrenzt
  • Mehr als zwei gleichzeitige Funksignale sorgen für einen Transaktionsabbruch
  • Zahlungsterminals werden gesondert zugelassen
  • Bei Diebstahl könnten Sie unter Umständen bis zu einer Höhe bis zu 50 Euro bis zur Meldung des Verlustes haften (Wenn Sie Ihre Girocard, Kreditkarte oder das Smartphone verlieren, sollten Sie die Karten sofort sperren lassen, siehe Infobox oben). Sie haften unserer Ansicht nach aber keineswegs automatisch, wenn Diebe mit einem gestohlenen Smartphone oder einer NFC-Karte einkaufen. Sind die Sicherheitsvorkehrungen von App oder Karte oder auch beim Händler zu lasch, muss die Bank gegenüber Ihnen als Kunde gegenüber für Schäden einstehen.

Wie schütze ich mich selbst?

Einige Geldinstitute, die NFC-fähige Karten ausgeben, bieten die Möglichkeit, die kontaktlose Bezahlfunktion zu sperren. Dann kann der Funkchip in den Karten nicht an Kassen eingesetzt werden. Wenn Sie mobiles Bezahlen also gar nicht einsetzen wollen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank oder Sparkasse, ob Sie die Funktion für Sie deaktivieren kann.

Das Gleiche gilt für Smartphones, mit denen Sie nicht planen, mobil zu bezahlen: Bei Android-Smartphones können Sie den NFC-Chip deaktivieren. Das geschieht in der Regel in den Systemeinstellungen (oft: ein Zahnrad-Symbol) und dort in der Kategorie „Drahtlos und Netzwerke“ oder „Verbinden und Freigeben“. Dort sollten Sie das Symbol für „NFC“ finden und den Chip deaktivieren können.

Apple-Kunden haben diese Möglichkeit nicht: Auf dem iPhone lässt sich der NFC-Chip derzeit nicht deaktivieren.

Weitere Tipps für Ihre Sicherheit

  • Manche Zahlungs-Apps für Smartphones bieten an, Sie über Transaktionen zu benachrichtigen, beispielsweise per SMS. Wenn Ihre App das anbietet, schalten Sie das ein.
  • Legen Sie mehrere NFC-Karten übereinander. Dies erschwert unberechtigtes Auslesen.
  • Verwenden Sie für die NFC-Karten eine Schutzhülle. Diese werden von manchen Kreditinstituten auf Nachfrage kostenlos ausgegeben.
  • Schützen Sie Ihre Karte und Ihr Smartphone vor Verlust.
  • Ihre Bank, Sparkasse oder der jeweilige Zahlungsdienstleister wie Google Pay, Apple Pay oder die anderen App-Anbieter sollten Ihnen Verhaltenstipps an die Hand geben, die Sie bei Verlust Ihres Smartphones oder Ihrer NFC-Karte beachten sollten. Fragen Sie ggf. Ihr Kreditinstitut danach oder schauen Sie in die Hilfe-Texte der Apps und der Anbieter.