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Wechsel des Gasanbieters durch den Vermieter

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Mit dem Musterbrief der Verbraucherzentrale können Mieter ihren Vermieter zu einem Anbieterwechsel auffordern.

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In vielen Mietverhältnissen kümmert sich der Vermieter um die Gasversorgung. Er schließt den Liefervertrag mit dem Versorgungsunternehmen. Die Kosten werden dann über die Betriebskosten an die Mieter weitergereicht. Leider versäumen es manche Vermieter, Möglichkeiten zur Kostensenkung, etwa durch einen Wechsel des Anbieters, zu nutzen. Mit dem Musterbrief der Verbraucherzentrale können Mieter ihren Vermieter zu einem Anbieterwechsel auffordern. Empfehlenswert ist, Ihrem Schreiben die Checkliste Anbieterwechsel beizufügen.

Mieter, die den Musterbrief nutzen wollen, sollten Folgendes beachten: Das persönliche Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter ist oft von besonderer Natur. Dies gilt insbesondere bei Vermietung in geringem Umfang, etwa wenn der Vermieter beispielsweise mit im Haus wohnt oder nur wenige Wohnungen besitzt. Unter Umständen ist es daher sinnvoll, zunächst das persönliche Gespräch zu suchen. Statt eines Einschreibens mit Rückschein kann beispielsweise auch ein einfacher Brief der richtige Weg sein. Der Musterbrief ist bewusst zurückhaltend formuliert. Je nach Vermietertypus kann auch eine schärfere Formulierung sinnvoll sein. Letztlich obliegt es jeder und jedem Einzelnen, welche Kommunikationsweise sie oder er für die richtige hält.

Nach dem so genannten Wirtschaftlichkeitsgebot dürfen Vermieter keine überhöhten Nebenkosten auf ihre Mieter umlegen. Bei den Gaspreisen kann dieser Pflichtverstoß zum einen darauf beruhen, dass ein Vermieter einen Gasliefervertrag zu unnötig teuren Preisen abgeschlossen hat. Zum anderen kann es sein, dass er einen laufenden (kündbaren) Vertrag nicht auf dessen Preiswürdigkeit und einen möglichen Wechsel des Anbieters untersucht hat.

Verstößt ein Vermieter gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot - rechnet also in der Nebenkostenabrechnung überhöhte Gaspreise ab - steht den Mietern grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch zu. Ein Rechtsstreit kann aber – neben dem Prozesskostenrisiko – eine Belastung des Verhältnisses zum Vermieter bedeuten. Nicht jeder wird sich deshalb für eine rechtliche Durchsetzung seiner Ansprüche aus bereits vorgelegten Abrechnungen entscheiden.

Der hier zur Verfügung gestellte Musterbrief, dem die Checkliste Anbieterwechsel beigelegt werden sollte, ist daher darauf gerichtet, den Vermieter für die Zukunft zu einem Wechsel des Gasanbieters zu bewegen, sofern der jetzige Tarif zu teuer ist. Der Brief ist dagegen nicht geeignet, um sich gegen überhöhte Gaspreise in aktuellen Nebenkostenabrechnungen zu wehren. Verbraucher, die dies tun wollen, sollten die mietrechtliche Beratung ihrer Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen.