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Was bedeutet der Brexit für Nahrungsergänzungsmittel aus Großbritannien?

Stand:

Großbritannien und die Europäische Union haben sich nach dem Brexit auf neue Regeln für den Warenverkehr geeinigt. Was könnte sich für Online-Käufe von Nahrungsergänzungsmitteln zukünftig ändern?

Das Wichtigste in Kürze
Gut zu wissen

  • Für im Internet geschlossene Verträge bleibt zunächst rechtlich alles wie bisher, denn die britischen Verbraucherschutzregeln sind derzeit noch identisch mit den hiesigen Verbraucherschutzgesetzen.
  • Zukünftig können sich allerdings Verbraucherschutzgesetze und Zollbestimmungen ändern – wie genau, lässt sich derzeit noch nicht absehen.
Tabletten auf der britischen Flagge
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Was ändert sich bei Online-Bestellungen mit britischen Händlern?

Viele Nahrungsergänzungsmittel werden über das Internet von britischen Händlern vertrieben oder von Großbritannien aus versendet.

Auch nach dem Brexit bleibt zunächst rechtlich alles wie bisher, denn die britischen Verbraucherschutzregeln sind derzeit noch identisch mit den hiesigen Verbraucherschutzgesetzen: Verbraucher haben bei Bestellungen über das Internet grundsätzlich die gleichen Rechte wie bei einem Online-Einkauf in Deutschland.

Sie können zum Beispiel das gekaufte Produkt binnen 14 Tagen zurückgeben und haben Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises. Auch der Anspruch auf mindestens zwei Jahre Gewährleistung auf das Produkt bleibt bestehen.

Weitere auf europäischen Richtlinien beruhende Verbraucherschutzgesetze (z.B. zu den in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubten Stoffen, zu gesundheitsbezogenen Werbeaussagen oder zur Kennzeichnung) sind aktuell weiter gültig. Ob und wann Großbritannien seine Gesetze ändert, lässt sich zurzeit nicht vorhersagen.

Welches Recht gilt – deutsches oder britisches?

Für Verbraucher gelten bei Einkäufen auch außerhalb der Europäischen Union grundsätzlich diverse EU-Verbraucherschutzrechte, wenn nämlich ausländische Anbieter ihre Waren in Deutschland anbieten. Richtet sich ein britischer Händler konkret an deutsche Verbraucher, indem die Produktbeschreibungen oder die Werbung auf der Internetseite auf Deutsch verfasst sind und er nach Deutschland liefert, kann ein deutscher Verbraucher im Streitfall gegen das britische Unternehmen nach deutschem Recht klagen.

Hat das britische Unternehmen seine Tätigkeit nicht auf Deutschland ausgerichtet, gilt das britische Recht. Dann wird die Rechtsdurchsetzung schwieriger. Der Verbraucher müsste dann in Großbritannien Klage einreichen.

Es kann sehr mühsam sein, Rechte außerhalb der Europäischen Union bei einem Streit vor Gerichten durchzusetzen. Lassen Sie sich im Streitfall am besten in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale beraten.

Was ändert sich nach dem Brexit beim Zoll?

Großbritannien ist nun ein sogenanntes Drittland und es gibt wieder Zölle und Zollformalitäten. Werbebotschaften auf Internetseiten wie „keine Probleme beim Zoll“ oder „wird aus der EU geliefert“ sollten kritisch hinterfragt werden. Welche Zölle oder Steuern konkret anfallen können, richtet sich nach dem Warenwert und der Produktart. Seit dem 1. Juli 2021 werden bei der Einfuhr von Nahrungsergänzungsmitteln unabhängig vom Warenwert 7 bzw. 19 % Einfuhrumsatzsteuer und ab 150 € zusätzlich Zölle fällig. Hinzu können noch Servicepauschalen des Versenders für die jetzt nötige Zollanmeldung kommen. Zollkontrollen können außerdem dafür sorgen, dass Lieferungen deutlich später ankommen. Die Beamten prüfen Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten stichprobenartig. Hier erfahren Sie mehr.


Zum Weiterlesen:

Brexit: Was bedeutet das für Verbraucher?

Zoll: Brexit und Privatpersonen