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Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln auf Kaffeefahrten wird verboten

Stand:

Ab Mai 2022 ist der Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf Tagesausflugsfahrten mit anschließender Verkaufsveranstaltung verboten.

Das Wichtigste in Kürze:
Auf Infos kommt es an

  • Nahrungsergänzungsmittel und auch Medizinprodukte dürfen ab 28. Mai 2022 auf Ausflugsfahrten mit Verkaufsveranstaltung nicht mehr verkauft werden.
  • Es drohen hohe Bußgelder bis zu 10.000 Euro.
  • Generelle Regulierungslücken für Nahrungsergänzungsmittel bestehen allerdings weiterhin.
Kaffeefahrt
Off

Sogenannte „Kaffeefahrten“ sind ein beliebter Vertriebsweg für Nahrungsergänzungsmittel. Derartige Tagesausflugsfahrten zu verlockend günstigen Preisen dienen aber oft nur als Rahmen für den Verkauf von zumeist überteuerten Waren. Durch die Corona-Pandemie konnten sie zuletzt nicht mehr stattfinden, was sich ab Sommer/Herbst 2021 vermutlich wieder ändern wird.

Verbot beschlossen

Umso wichtiger, dass die Bundesregierung am 21. Januar 2021 ein Gesetz zur Stärkung des Verbraucherschutzes bei missbräuchlichen Praktiken auf sogenannten „Kaffeefahrten“ beschlossen hat. Unter anderem wird konkret der Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln verboten und der Bußgeldrahmen von 1.000 Euro auf 10.000 Euro erhöht. Das Verbot soll auch für Medizinprodukte wie Kapseln mit Fett- oder Kohlenhydratblockern gelten. Das Gesetz zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Wettbewerbs- und Gewerberecht wurde am 25. Juni 2021 vom Bundesrat verabschiedet. Das Verkaufsverbot für diese Produkte in sogenannten Wanderlagern ist in § 56a der Gewerbeordnung geregelt und tritt am 28. Mai 2022 in Kraft.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schreibt dazu: „Auf „Kaffeefahrten“ werden vor allem älteren Menschen mit teilweise irreführenden und aggressiven Verkaufsmethoden vielfach überteuerte Produkte angeboten. Verkauft werden hier auch Nahrungsergänzungsmittel. Ein übermäßiger Verzehr solcher Präparate kann sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken.“ Es sei verantwortungslos, die Sorge um die eigene Gesundheit gerade von älteren Menschen auszunutzen. Dieses Modell dürfe keinen Erfolg mehr haben – vor allem, um gesundheitliche Risiken für die Verbraucher zu minimieren.

Unsere Meinung

Dem können sich die Verbraucherzentralen nur anschließen. Allerdings bestehen die generellen Regulierungslücken für Nahrungsergänzungsmittel auch weiterhin. Die Verbraucherzentralen halten es für dringend erforderlich, dass sich die (zukünftige) Bundesregierung auch für das Schließen dieser Regulierungslücken stark macht, z.B. durch

 

Zum Weiterlesen:

Positionspapier der Verbraucherzentralen (Stand: 16.02.2021)

Nahrungsergänzungsmittel endlich regulieren

 

Quellen:


Pressemitteilung des BMJV vom 04.11.2020: Verbesserter Schutz bei Vergleichsplattformen und Kaffeefahrten sowie mehr Rechtssicherheit für Influencer

Pressemitteilung 9/21 des BMEL vom 20.01.2021: Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln auf Kaffeefahrten wird verboten