Karten-Klau am Geldautomaten: So schützen Sie sich gegen Shoulder Surfer

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Unbekannte Täter erschleichen mit Tricks Geldkarten und Geheimzahlen, um Geld von fremden Konnten abzuheben. Das Phänomen ist bundesweit zu beobachten und heißt "Shoulder Surfing". Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz geben wir Tipps, wie Sie sich schützen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Pin ausspähen und dann die Geldkarte klauen: An Geldautomaten ist das eine Masche, um Opfern die Konten zu leeren.
  • Teilweise werden sogar gefälschte Ersatzkarten untergeschoben oder Pannen am Automaten vorgetäuscht.
  • Schützen Sie sich darum vor allem vor ungewollten Zuschauern bei der Pin-Eingabe und achten Sie stets darauf, dass Sie Ihre echte Geldkarte noch haben, wenn Ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt.
Geldziehen am Geldautomat
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Mit dem so genannten "Shoulder Surfing" gelingt es unbekannten Tätern, an die Geheimzahl und Geldkarte argloser Bürger zu kommen und damit Geld abzuheben. Dieses Phänomen, das bundesweit zu beobachten ist, erfreut sich im Sommer 2020 bei den Betrügern wieder größerer Beliebtheit. Die Vorgehensweise der Täter, mit der sie an die Geheimzahl und die Geldkarte ihres Opfers gelangen, ist unterschiedlich, aber zwei Aspekte kommen dabei zusammen:

  1. Zunächst schauen die Betrüger ihrem Opfer bei der Eingabe ihrer Pin über die Schulter (daher der Begriff "shoulder surfing") und nutzen die ausgespähte Geheimzahl später, um Geld vom Konto des Ausgespähten abzuheben.
  2. Nachdem sie die Pin ausgespäht haben, lenken die Täter ihre Opfer während des Geldabhebens ab, um die Bankkarte zu stehlen.

Häufig verwickeln Täter das Opfer in ein Gespräch – so täuschen sie entweder Probleme mit ihrer eigenen Karte vor oder bitten das Opfer um Hilfe in einer anderen Gelegenheit. Während das Opfer abgelenkt ist, entwenden der Täter oder ein Komplize die Geldkarte aus dem Automaten. Entweder wird diese dann durch eine unechte Karte ausgetauscht, damit das Opfer den Diebstahl nicht sofort bemerkt, oder der Täter täuscht vor, die Geldkarte wäre vom Automaten eingezogen worden.

Mit der gestohlenen Geldkarte und der dazugehörigen Geheimzahl können die Betrüger nun kurz darauf an diesem oder anderen Geldautomaten problemlos das Konto ihrer Opfer plündern. Diese gehen meist davon aus, dass sie die echte Bankkarte noch selbst im Portmonee haben oder dass diese von der Bank eingezogen wurde und sich dadurch zumindest in Sicherheit befindet.

Bei einem Fall, der sich in Rheinland-Pfalz ereignete, gingen zwei Täter noch geschickter vor. Einer lenkte das Opfer am Geldautomaten ab, während er unauffällig die EC-Karte aus dem Eingabefach entwendete. Die Karte übergab er seinem Mittäter, der am benachbarten Ausgabeautomaten stand. Während sich die Frau noch auf den ersten Täter konzentrierte und diesem wegen der fehlenden Karte aus der Bank folgte, hatte der zweite Täter schon Geld abgehoben und die Karte in den ursprünglichen Geldautomaten zurückgesteckt. Die Frau fand die Karte schließlich dort, hielt das Ganze für ein Versehen und stellte erst später fest, dass auf ihrem Konto Geld fehlte.

Eine weitere Variante geht so, dass das Opfer nach Durchführung der Bankgeschäfte zurückgerufen wird mit dem Vorwand, dass es Geld im Automaten vergessen hätte. Die Täter bitten das Opfer, diesen Umstand zu prüfen, indem die EC-Karte erneut in den Automaten eingeführt wird. So gelangen die Täter an die Pin und mit einem Ablenkungsmanöver auch an die Karte.

Mit dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz haben wir die folgenden Empfehlungen zusammengetragen:

  • Achten Sie bei der Pin-Eingabe darauf, dass Sie von niemandem beobachtet werden können. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Personen. Bitten Sie aufdringliche Personen oder angebliche Hilfesuchende höflich aber bestimmt, auf Distanz zu bleiben.
  • Brechen Sie im Zweifelsfall die Transaktion ab und lassen Sie Ihre Karte nicht aus den Augen.
  • Decken Sie das Tastaturfeld während der Pin-Eingabe ab, z.B. mit Ihrer freien Hand oder mit einem Gegenstand (Geldbörse, etc.)
  • Nutzen Sie keinen Geldausgabeautomaten, an dem etwas ungewöhnlich erscheint! Bei Verdacht auf Manipulation informieren Sie einen Bankmitarbeiter und verständigen Sie über die 110 die Polizei!
  • Überprüfen Sie nach Bankgeschäften sofort, ob die eigene EC-Karte noch vorhanden ist. Haben Sie den Verdacht, dass jemand Ihre Kartendaten ausgelesen hat, veranlassen Sie umgehend eine Sperrung der EC-Karte: 116 116 (bundesweiter Sperrnotruf). Das können Sie auch aus dem Urlaub im Ausland unter der Vorwahl für Deutschland +49 tun.
  • Prüfen Sie die Höchstgrenze für Abhebungen von Ihrem Konto am Automaten und überlegen Sie, ob Sie das Limit in dieser Höhe benötigen oder ob Sie es reduzieren können. In der Regel beträgt die Höchstgrenze 1000 Euro pro Kunde und Tag. Welche Limits gelten und wie hoch diese angesetzt sind, bestimmt aber grundsätzlich jedes Kreditinstitut selbst. Generell steht es einer Bank auch offen, dieses Limit je nach Kunde festzulegen. Je höher das Limit, desto höher auch der Schaden, den die Diebe anrichten können. Selbstverständlich können Sie die Höchstgrenze bei Bedarf wieder erhöhen, auch beispielsweise nur vorübergehend für eine Urlaubsreise oder einen anderen Anlass.

Einige weitere Maschen im Zusammenhang mit Bankgeschäften haben wir in einem separaten Artikel zusammengestellt. Mehr Informationen und Empfehlungen für einen sicheren Umgang mit Zahlungskarten sowie über Bezahlen im Netz oder per Smartphone finden Sie auch bei der Polizei unter www.polizei-beratung.de.