Neue Anforderungen für Heizungen ab 2024? Handlungsoptionen für Hausbesitzer

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Wie kann eine vernünftige Heizungsstrategie für die Zukunft aussehen?
Die Heizungsanlage am Besten im Sommer erneuern.
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Als Hausbesitzer sollte man jetzt erst mal abwarten, wie die endgültige Fassung des Gebäudeenergiegesetzes aussieht. Der Gesetzesentwurf muss noch zwischen den Ministerien abgestimmt und vom Kabinett verabschiedet werden. Anschließend muss noch die Verabschiedung durch den Bundestag erfolgen. Auf diesem Weg kann sich noch einiges ändern. Wichtig ist zu beachten, welche Ausnahme- und Härtefallregelungen es geben wird. Besondere Fragestellungen wird es bei Eigentümergemeinschaften bzw. in Mehrfamilienhäusern mit mehreren Gasetagenheizungen geben.

Im Bereich von Einfamilienhäusern kann man im Prinzip zwischen drei Konstellationen unterscheiden:

Bei allen drei Fällen gilt: (Künftige) Fördermöglichkeiten und zugehörige Voraussetzungen prüfen und unbedingt eine oder mehrere Energieberatungsmöglichkeiten nutzen.

1.    Die vorhandene Heizung ist jünger als 10 Jahre:
Dann sollte man nicht in Hektik verfallen. Hier hat man Zeit, in Ruhe ein langfristig tragbares Konzept für das Gesamtgebäude zu entwickeln. Dabei müssen die wichtigsten Faktoren betrachtet werden wie:

  • Das Alter, der Zustand und die Modernisierungsnotwendigkeit sämtlicher Außenbauteile
  • Die Entwicklung der Personenzahl im Haus
  • Die individuellen finanziellen Rahmenbedingungen
  • Die Prüfung, welche alternativen Energieträger in Frage kommen
  • Die Frage, welche Randbedingungen (Heizkörpergröße, Einzelmaßnahmen) geändert werden müssen, damit das Haus ggf. Wärmepumpenkompatibel wird.
  • Falls eine Pelletheizung in Betracht kommt, muss ein möglicher Pelletlagerraum gefunden werden.
  • Ist in absehbarer Zeit ein Wärmenetz im Wohngebiet als Alternative zu erwarten?

 

2.    Die Heizungsanlage ist älter als 10 Jahre:
Auch hier gelten im Prinzip die unter 1. genannten Punkte. Es kann aber Sinn machen, sich als erstes der Heizungsanlage zu widmen. In eng bebauten Innenstadtlagen sollte man zunächst prüfen, ob ein Nah- oder Fernwärmeanschluss möglich ist.

In allen anderen Fällen kann folgende Strategie sinnvoll sein: zur vorhandenen Heizung plant man den zusätzlichen Einbau einer etwas kleiner dimensionierten und damit kostengünstigeren Wärmepumpe und fährt beide Anlagen nach dem Hybridprinzip. Den größten Teil der Heizperiode liefert die Wärmepumpe die Wärme und nur an den kältesten Tagen im Winter wird die alte Verbrenner-Heizung zugschaltet, um den Spitzenlastbedarf zu decken. Gleichzeitig macht man ein Konzept zur kurz- oder mittelfristigen Modernisierung der Gebäudehülle, so dass danach die Wärmepumpe als alleinige Heizung ausreicht und die alte Heizung stillgelegt werden kann.

3.    Die Heizung ist an die 20 Jahre alt oder sogar älter:
Dann gibt es in absehbarer Zeit Handlungsbedarf. Hier sollten Heizungs-Alternativen wie Wärmepumpe, Nah-/ Fernwärmeanschluss oder Pelletheizung möglichst bald mit Hilfe eines Energieberaters oder einer Energieberaterin geprüft werden. Danach sollten mehrere Angebote eingeholt werden. Bei der Auswahl des Heizungsbauers sollte man vor allem nach Erfahrungen mit dem Wärmepumpeneinbau fragen. Wichtig: nicht alleine die Investitionskosten sind entscheidend. In der Regel liegen die Heizkosten über die nächsten 20 Jahre deutlich höher als die Investkosten. Gleichzeitig zu einer Wärmepumpenplanung sollte man kurzfristig mögliche Maßnahmen zur Energiebedarfsreduzierung wie einfache Dämmmaßnahmen prüfen.