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Tipps: So packen Sie die Wärmedämmung fürs Eigenheim richtig an

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Wärmeschutz fürs Haus hilft beim Energiesparen und kann den Wert Ihrer Immobilie steigern. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Maßnahmen zur Dämmung effektiv planen und umsetzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein effektiver Wärmeschutz, sprich das Haus zu dämmen, spart viel Heizenergie. Ob es sich auch finanziell lohnt, hängt vom Einzelfall ab.
  • Weniger aufwändig als die Fassadendämmung sind die Dämmung von Dach und Kellerdecke. Hier können Sie teilweise auch selbst Hand anlegen.
  • Es gibt Dämmstoffe aus Erdöl, mineralische Dämmstoffe und aus nachwachsenden Rohstoffen. Für das Klima haben alle Dämmstoffe einen positiven Effekt.
  • Wichtig bei jeder Dämmmaßnahme sind Luftdichtheit und der Umgang mit Wärmebrücken.
  • Eine fachgerechte Fassadendämmung erhöht das Brandrisiko in der Regel nicht.
Verschiedene Dämmmaterialen
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Was bringt Wärmeschutz?

In den kühleren Jahreszeiten bringt Wärmedämmung an Wänden, Dach oder Kellerdecke mehrere Vorteile: Zum einen entweicht weniger Wärme aus den Räumen, so dass Sie weniger heizen müssen. Sie sparen also Energie. Zum anderen sind die Wand-, Boden- oder Deckenoberflächen wärmer. Das steigert die Behaglichkeit im Raum. Denn in der Nähe von kalten Flächen ist die gefühlte Temperatur niedriger als die tatsächliche Lufttemperatur. Um das auszugleichen, wird oft noch mehr geheizt. Das kostet extra, belastet das Klima unnötig und führt zu schlechter, trockener Heizungsluft. Warme Oberflächen beheben das Problem. Darüber hinaus senken sie das Schimmelrisiko und schützen das Gebäude vor Witterungsschäden.

Mit diesen positiven Wirkungen steigert die Dämmung letzten Endes auch den Wert der Immobilie.

Auch im Sommer hat die Gebäudedämmung Vorteile.  Sie hält die Wärme auf der richtigen Seite – in diesem Fall draußen. Wärmedämmung dient also auch im Sommer dem Raumklima.

Was sind wichtige Richtwerte, welche Dämmung ist vorgeschrieben?

Die Dämmqualität eines Bauteils lässt sich mit dem so genannten U-Wert beschreiben. Er gibt an, wie viel Wärme durch eine Wand, das Dach oder ein anderes Bauteil nach außen strömt. Die technische Bezeichnung lautet „Wärmedurchgangskoeffizient“. Die Maßeinheit des U-Werts ist W/m²K (Watt pro Quadratmeter und Kelvin).

Je kleiner ein U-Wert ist, desto besser. Denn ein kleiner U-Wert bedeutet geringe Wärmeverluste.

Einfluss auf den U-Wert zum Beispiel einer Wand haben die Dicke und die Art der verwendeten Materialien. Eine nachträglich angebrachte Wärmedämmung senkt den U-Wert eines Bauteils.

Beispiel: Eine ungedämmte Wand mit dem Ausgangswert von 2,2 W/m²K kann dank einer Dämmung auf einen guten U-Wert von 0,2 kommen. Das heißt: Die „nackte“, ungedämmte Wand lässt mehr als zehn Mal so viel Wärme nach draußen wie die gedämmte.

Für Neubauten und manche Modernisierungen gibt es gesetzliche Höchstgrenzen für den U-Wert bestimmter Bauteile. Sie finden diese Vorgaben im Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Technisch gut erreichbar sind in aller Regel noch deutlich bessere Werte als die gesetzlichen Höchstgrenzen. Auch viele finanzielle Förderungen gibt es nur dann, wenn Sie diese Vorgaben deutlich unterschreiten. Bevor Sie eine Modernisierung in Angriff nehmen, sollten Sie deshalb genau prüfen, welches Ziel Sie erreichen wollen.

Neben den Grenzwerten gibt das GEG auch Situationen vor, in denen Sie Wärmedämmung anbringen müssen. Das greift vor allem dann, wenn Sie an ungedämmten Bauteilen ohnehin größere Maßnahmen durchführen. Eine pauschale Dämmpflicht gilt für die oberste Geschossdecke oder das Dach, sofern beide bisher ungedämmt sind. Bei den Dämmpflichten gibt es allerdings Ausnahmen.

Passivhaus & Co.

Nur geringe Wärmeverluste haben sogenannte Passivhäuser. Diese Gebäude zeichnen sich durch einen Heizwärmebedarf von höchstens 15 kWh/m²a aus. Diesen decken sie durch die Sonneneinstrahlung und die Abwärme der Menschen im Haus und ihrer Elektrogeräte. Sehr guter Wärmeschutz ist dafür die wichtigste Voraussetzung. Die U-Werte eines Passivhauses liegen noch deutlich unter den GEG-Vorgaben für Neubauten. Das Passivhaus spielt vor allem im Neubau eine immer wichtigere Rolle. Noch effizienter sind das Nullenergiehaus, das auch die benötigte Strommenge im Laufe des Jahres mit Photovoltaik selbst erzeugt, und das Plusenergiehaus, das über das Jahr sogar mehr Energie erzeugt als es selbst verbraucht.

Was kostet Wärmeschutz und macht er sich bezahlt?

Wärmedämmung senkt in jedem Fall die Energiekosten. Sie muss aber natürlich selbst erst einmal bezahlt werden.  Je nach Bauteil sind die Kosten dabei unterschiedlich. Gleichzeitig ist natürlich ausschlaggebend, wie viel Fördergeld Sie für die Dämmung erhalten. Nach der Dämmung spielt es eine Rolle, wie teuer die eingesparte Heizenergie gewesen wäre. Und zwar nicht nur zum Zeitpunkt der Maßnahme, sondern vor allem in den Jahren danach.

Kosten der Fassadendämmung

Die Fassadendämmung ist relativ aufwändig. Sie betrifft große Flächen und sollte nicht in Eigenregie, sondern immer von Fachleuten durchgeführt werden. Außerdem müssen Sie hierbei oft ein Gerüst einkalkulieren. Eine ungedämmte Fassade zu dämmen, lohnt sich finanziell in vielen Fällen; die zusätzlich möglichen Fördermittel machen die meisten nachträglichen Fassadendämmungen zu einem Gewinngeschäft.

Am schnellsten ist die Fassadendämmung refinanziert, wenn Sie sie mit einer ohnehin anstehenden Sanierung verbinden. Das kann zum Beispiel ein neuer Anstrich der Fassade sein, wenn ohnehin ein Gerüst aufgebaut wird. Denn das Gerüst würde schon etwa 20 bis 40 Prozent der Kosten verursachen.

Einfluss auf die genauen Kosten hat auch die Methode der Dämmung: Soll ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) angebracht werden oder eine aufwändigere hinterlüftete Fassade, oder ist eine Kerndämmung möglich? Schließlich kommt die Wahl des Materials hinzu, bei dem es durchaus Preisunterschiede gibt. Diese spielen aber nicht so eine große Rolle, weil sie in der Regel nur einen sehr kleinen Anteil der Gesamtkosten ausmachen. Bei der Materialwahl sollten Sie deshalb auch andere Aspekte gut abwägen.

Als groben Richtwert für eine erste Einschätzung können Sie annehmen, dass ein Wärmedämmverbundsystem als verbreitetste Dämmmethode inklusive Gerüst, Putz und allen Arbeiten mit etwa 90 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wand zu Buche schlägt. Eine hinterlüftete Fassade ist etwas teurer. Die Kerndämmung hingegen, die nur bei bestimmten Mauerarten möglich ist, kostet etwa 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter.

Für eine Fassadendämmung winken hohe Förderbeträge, beispielsweise 20 Prozent der Investitionskosten durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Achten Sie auf jeden Fall auf Fördermöglichkeiten. Auch einzelne Bundesländer und viele Kommunen haben eigene Förderprogramme, die für Sie in Frage kommen können.

Kosten einer Wand-Innendämmung

Normalerweise sollten Wände von außen gedämmt werden, weil dies konstruktiv, bauphysikalisch und klimatisch von Vorteil ist. Es gibt aber Fälle, in denen eine Dämmung von außen nicht möglich ist, möglicherweise weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Eine Innendämmung ist bauphysikalisch kritischer als eine Dämmung von außen, beispielsweise wegen unerwünschter Wärmebrücken. Zudem müssen Sie darauf achten, dass es durch Fugen oder Undichtigkeiten zu keinen Feuchteschäden durch Kondensation von Feuchtigkeit aus der Raumluft in den Bauteilen kommen kann. Sie sollten also in diesem Fall definitiv auf eine fachgerechte Umsetzung achten. Die Gesamtkosten einer solchen Aufwertung können mit etwa 85 bis 170 Euro pro Quadratmeter Wand geschätzt werden.

Kosten der Kellerdecken-Dämmung

Die Dämmung der Kellerdecke ist in den meisten Fällen recht einfach umzusetzen, so dass Sie diese selbst übernehmen können, wenn Sie handwerklich etwas geschickt sind. An reinen Materialkosten müssen Sie mit etwa 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter rechnen. Inklusive Arbeitskosten sind es rund 50 bis 80 Euro. 

Kosten der Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke

Die oberste Geschossdecke unter einem unbeheizten Dachboden können Sie in Eigenleistung dämmen, wenn es sich um eine Betondecke handelt und Sie handwerklich ein wenig geschickt sind. Die Materialkosten belaufen sich dabei auf etwa 35 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

Auch bei der Dämmung von Satteldächern gibt es Varianten, die Sie zu ähnlichen Quadratmeterpreisen möglicherweise selbst umsetzen können - sofern zwischen oder unter den Sparren gedämmt werden soll. Aber Vorsicht: Das Dach muss hinterher unbedingt unkritisch im Hinblick auf Tauwasser sein, sonst drohen erhebliche Bauschäden. Die technisch richtigen Konstruktionen sind dabei nicht einfach umzusetzen, möglicherweise muss auf der Innenseite eine Dampfsperre einwandfrei angebracht werden. Achten sie also unbedingt auf eine fachlich einwandfreie Ausführung.

Soll dagegen eine Dämmung oberhalb der Dachsparren angebracht werden, oder ist ein Flachdach zu dämmen, sind Sie ohnehin oft auf Fachleute angewiesen. Dann sollten Sie mit Gesamtkosten von etwa 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter kalkulieren.

Wir haben die wichtigsten Infos zu diesem Thema für Sie auch als Podcast aufbereitet. In der Episode "Besser dämmen - aber wie?" spricht Marie Hartmann u.a. mit Carsten Peters, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW in Arnsberg. Hören Sie doch mal rein!

Wie Sie die Wirtschaftlichkeit einer Fassadendämmung berechnen können, zeigt unser Rechenbeispiel.

Ist Wärmeschutz klimafreundlich und umweltschonend?

Grundsätzlich lässt sich mit der Dämmung eines Gebäudes sehr viel mehr Energie einsparen, als bei der Produktion des jeweiligen Dämmstoffs aufgewendet wird. Dämmungen verhindern also deutlich mehr CO2-Ausstoß, als sie verursachen.

Fürs Klima haben letztlich alle Dämmstoffe einen positiven Effekt.

Weitere Folgen für die Umwelt, die bei der Verwendung von Dämmstoffen verursacht werden können, sind Feinstaubemissionen, die Versauerung von Böden oder ein zu starker Nährstoffeintrag in die Erde. Um die Umweltfolgen abzuschätzen, betrachtet man den gesamten Lebenszyklus der Dämmstoffe. Am Anfang steht die Gewinnung des Rohstoffs. Umweltschäden beim Rohstoffabbau (z. B. Erdöl), geringe Verfügbarkeit (z. B. Kork) oder angewendetes Recycling (z.B. Altglas als Rohstoff) sind hier relevante Fragestellungen.

Der dann für die Herstellung eines Dämmstoffs benötigte Energieaufwand kann je nach Material unterschiedlich ausfallen: Viel Energieaufwand ist beispielsweise bei Holzweichfaserdämmung nötig, wenn sie "nass" produziert wurde. Dagegen ist der Energiebedarf zum Beispiel bei Zellulose-Dämmung eher gering. Die Energiebilanz eines jeden Dämmstoffs ist aber immer stark positiv, weil er während seiner Einsatzzeiten viel CO2 einspart.

Müssen die Rohstoffe über weite Distanzen zur Weiterverarbeitung transportiert werden (bei exotischeren Dämmstoffen wie zum Beispiel Kokosfasern kann dies vorkommen), sind Energieverbrauch und Schadstoffbelastung maßgebliche Aspekte. 

Ein weiteres Kriterium ist, inwieweit ein Dämmstoff später wiederverwendet werden kann. Ist ein Dämmstoff sortenrein und unverschmutzt ausbaubar (zum Beispiel bei Schüttungen, nur mechanisch befestigten Dämmschichten), ist eine Wiederverwendbarkeit meist gut möglich. Verklebte oder verputzte Produkte können jedoch häufig nur noch für eine Beimischung zur Bodenauflockerung eingesetzt, in einer Verbrennungsanlage energetisch genutzt oder auf einer Deponie eingelagert werden.

Synthetische Dämmstoffe wie das verbreitete expandierte Polystyrol (genannt EPS, besser bekannt als Styropor) werden bislang nur teilweise recycelt. Es handelt sich aber keineswegs um „Sondermüll“, wie oft behauptet wird. Richtig ist, dass früher ein umweltgefährliches Flammschutzmittel bei der Produktion von EPS verwendet werden durfte, das als HBCD bekannt ist. Vorübergehend war so behandeltes EPS als „gefährlicher Abfall“ eingestuft. Seit 2015 ist in den beiden in Deutschland erhältlichen Dämmstoffen EPS und auch im ähnlichen XPS ein anderes Flammschutzmittel enthalten. Dadurch stellen diese Dämmstoffe keinen Sondermüll mehr dar.

Hilfe bei der Auswahl eines nachhaltigen oder gesundheitsverträglichen Dämmstoffs bieten zum Beispiel die Siegel "Blauer Engel" und "natureplus".

Welches Dämmmaterial ist die richtige Wahl?

Verschiedene Dämmstoffe übereinander gestapelt.

Die zur Dämmung am Haus eingesetzten Materialien lassen sich in drei Gruppen einteilen: Dämmstoffe, die aus Erdöl hergestellt werden, mineralische Dämmstoffe und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.

Zu den erdölbasierten Materialien gehört der weit verbreitete Polystyrol-Hartschaum. Er wird meistens in Form des EPS angeboten, das auch unter dem Markennamen Styropor bekannt ist. Ein etwas anders hergestellter Schaum aus dem gleichen Ausgangsmaterial ist das XPS. Ein weiterer gängiger Stoff ist zum Beispiel der Polyisocyanurat-Hartschaum, abgekürzt PIR.

Mineralische Materialien sind anorganische Stoffe. Hierzu zählen Mineralwollen wie Steinwolle und Glaswolle, Mineralschäume, das Schaumglas oder auch geblähte Perlite.

Als Dämmstoffe aus nachwachsendem Material kommen zum Beispiel Holzfasern, Hanf oder auch Zelluloseflocken in Betracht.

Jeweils in Form von festen Platten oder flexiblen Matten können diese Materialien an Flächen angebracht werden. Für die Kerndämmung stehen manche zudem als Flocken oder Granulat zur Verfügung. Außerdem können Hohlräume ausgeschäumt werden. Für die Innendämmung von Wänden sind zum Beispiel Mineralschaumplatten aus Kalziumsilikat geeignet.

Bei den meisten Dämmmaßnahmen kommen viele der genannten Materialien in Frage. Welche Sie letztlich einsetzen, ist eine individuelle Entscheidung. Folgende Punkte sollten Sie dabei bedenken:

  • Dämmwirkung: Grundsätzlich können alle Dämmstoffe dieselbe Wirkung erzielen – sie müssen dafür aber unterschiedlich dick angebracht werden. Das ist nicht nur eine Frage der Optik. Die Materialstärke kann zum Beispiel auch wichtig sein, wenn ein Dach nur wenig über eine Wand hinausragt und die baurechtlichen Ausdehnungsgrenzen dabei schon ausgereizt wurden. Falls die Materialdicke beim Einbau zwingend begrenzt ist, haben einige erdölbasierte Schaumstoffe wie das PIR oder der Phenolharz-Hartschaum, abgekürzt PF, die Nase vorn, weil ihr Dämmwert besonders gut ist. Die Dämmwirkung eines Stoffes lässt sich an der sogenannten Wärmeleitfähigkeit ablesen, die mit dem griechischen Buchstaben Lambda (λ) abgekürzt wird. Ihre physikalische Einheit lautet: W/m K. Je kleiner ihr Wert ist, umso besser. Sie ist im Gegensatz zum U-Wert unabhängig von der Materialstärke. Übliche Dämmstoffe liegen etwa zwischen 0,030 und 0,045 W/m K.

Dicke der Dämmschicht

  • Ökologische Bilanz: Dämmstoffe aus nachwachsendem Material, besonders wenn sie ein Upcycling-Produkt wie beispielsweise Zellulose oder Jute darstellen, schneiden hier häufig gut ab. Diese Einschätzung lässt sich aber nicht grundsätzlich auf alle Dämmstoffe aus nachwachsendem Material übertragen. Was jedoch grundsätzlich gilt ist, dass jede Dämmmaßnahme an einem Gebäude ein Vielfaches an Energie einspart, als zur Herstellung des Dämmstoffs verwendet wurde.

  • Brandverhalten: Alle zugelassenen Dämmstoffe sind mit Blick auf den Brandschutz für Ein- und Zweifamilienhäuser bedenkenlos einsetzbar. Tatsächlich unbrennbar sind allerdings nur die mineralischen Stoffe. Wer hier also auf Nummer sicher gehen möchte, setzt zum Beispiel auf Mineralwolle.

  • Kosten: Am günstigsten ist derzeit das EPS. Am anderen Ende der Preisskala liegt zum Beispiel das Schaumglas. Dazwischen liegen Mineralwolle, Kalziumsilikat-Schaum oder Naturfaser-Materialien. Die Preisangaben schwanken dabei stark und es lassen sich immer nur Schätzwerte bestimmen. Außerdem: Insbesondere bei der Fassadendämmung entfällt nur ein kleiner Anteil des Gesamtpreises auf den Dämmstoff. Den weitaus größeren Anteil machen Arbeits-, Gerüst- und andere Materialkosten aus. Preisunterschiede von Dämmstoffen führen oft nicht zu großen Unterschieden beim Gesamtpreis der Dämmmaßnahmen. Denn weitere Kosten wie der Arbeitslohn oder Gerüstkosten können einen weitaus größeren Teil ausmachen.

Dämmstoff.Navi laden: Erst wenn Sie auf „Inhalt anzeigen“ klicken, wird eine Verbindung zur EnergieAgentur.NRW GmbH hergestellt und Daten werden dorthin übermittelt. Hier finden Sie deren Hinweise zur Datenverarbeitung.

Welche Fördermittel gibt es für Wärmeschutz?

Für Maßnahmen zum Wärmeschutz bzw. zur Wärmedämmung können Sie häufig staatliche Zuschüsse der KfW beantragen. Hinzu kommen möglicherweise noch Fördergelder des Bundeslands oder möglicherweise auch der Kommune, in der das Gebäude steht. Pro Wohneinheit kann das mehrere Tausend Euro ausmachen. Die Fördersätze für Außenwanddämmungen sind am Anfang des Jahres 2020 verdoppelt worden, das macht solch eine Maßnahme noch häufiger auch finanziell attraktiv.

Wärmedämmung fördert die KfW auch zusätzlich, wenn Sie Ihr Haus umfassender energetisch sanieren und dabei ein bestimmtes Effizienzniveau erreichen: Wer ein sogenanntes KfW-Effizienzhaus umsetzt, bekommt eine höhere Förderung, als sie bei Einzelmaßnahmen vorgesehen ist. Je effizienter das Haus wird, desto höher fällt der anteilige Zuschuss aus.

Schon bei der Kostenkalkulation sollten Sie mögliche Fördermittel berücksichtigen. Häufig stellen sich Dämmungen von Gebäuden einfacher und lohnenswerter dar als zunächst vermutet. Die Dämmung einer ungedämmten Wand von außen lohnt sich rein energetisch beispielsweise häufig schon nach zehn Jahren - ein wesentlich kürzerer Zeitraum als die Nutzungsdauer des Gebäudes.

Falls Sie Fördermittel beantragen möchten und können, sollten Sie darauf achten, dass eine externe, beim BAFA akkreditierte Fachperson solche Sanierungsmaßnahmen als richtig ausgeführt bestätigen muss.

Auch wenn Sie selbst Hand anlegen, können Sie von manchen Förderungen profitieren, durch Zuschüsse für die Materialkosten. Voraussetzung ist, dass Ihnen Energieberater:innen oder ein Fachbetrieb den korrekten Einbau bestätigen.

Eine Übersicht der aktuellen Förderprogramme erhalten Sie unter verbraucherzentrale.nrw/foerderprogramme oder durch das "Fördernavi" der Energieagentur Nordrhein-Westfalen.

Wichtig ist: Informieren Sie sich immer vorab über Förderungen - die meisten müssen Sie vor dem Beginn der Maßnahme oder der Auftragsvergabe beantragen! Zuschüsse gibt es zudem immer erst im Nachhinein. Sie müssen die Gesamtkosten also erst einmal anderweitig aufbringen.

Heimwerker dämmt auf einer Leiter stehend seine Kellerdecke
Foto: Alexander & Theresia Schulz / AdobeStock

Wo können Heimwerker selbst dämmen, wo müssen Fachleute ran?

Die Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke ist relativ einfach umzusetzen, wenn es sich um eine Betondecke handelt. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie hier ruhig selbst zur Tat schreiten. In jedem Fall ist aber Sorgfalt gefragt – nur eine sauber umgesetzte Dämmung bringt den gewünschten Effekt und beugt Bauschäden vor.

Auch die Dämmung des Dachs von innen können Sie als ambitionierte Heimwerkende teils in Eigenleistung umsetzen, Sie müssen aber sehr sorgfältig und fachgerecht vorgehen. Es ist unbedingt Fachkenntnis für eine Dach-Innendämmung von Nöten, weil beispielsweise eine dampfsperrende Schicht unbedingt an der richtigen Stelle des Bauteils angebracht werden muss. Und diese Arbeit muss fachlich und konstruktiv einwandfrei ausgeführt werden.

Eine Dämmung des Dachs, besonders von außen, eine Fassadendämmung und auch die Innendämmung von Wänden sollten ausschließlich Fachleute umsetzen. Hier sind für Menschen ohne ausreichende Fachkenntnis zu viele Details zu beachten und Fehler können zu erheblichen Problemen und Gebäudeschäden führen.

Wärmebrücken und Luftdichtheit – wichtige Punkte bei jeder Wärmedämmung

Eine Wärmedämmung hat dann einen größeren Effekt, wenn das Haus allgemein weitgehend luftdicht ausgeführt ist. Je nach Wetterlage kann durch Fugen oder Ritzen mehr Heizwärme verloren gehen als durch die Flächen von Wänden und Dach zusammen.

Die optimale Energieeinsparung erzielen Sie nur, wenn Sie mit der Dämmung auch für Luftdichtheit sorgen.

Kritische Punkte sind hier etwa Fugen zwischen Fenstern und Wänden und an den Kanten, an denen Außenwände und Fußböden aufeinandertreffen. Auch an sogenannten Durchdringungen wie beispielsweise einem Kamin, der durch das Dach verläuft, sind undichte Stellen häufig. Gerade in diesen Bereichen müssen Sie verstärkt auf Luftdichtheit achten. Um zu prüfen, ob Ihr Gebäude luftdicht ist, können Sie eine Luftdichtheitsmessung beauftragen, bekannt auch unter dem Produktnamen "Blower-Door-Test". Das kann auch zum Abschluss einer Sanierung sinnvoll sein, um die Qualität der Durchführung zu überprüfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Wärmebrücken. Das sind kleine Bereiche, in denen im Winter mehr Wärme von innen nach außen strömt als über normale Außenflächen. Dies kann durch die Konstruktion, beispielsweise eine Hausecke, oder durch energetisch ungünstige Baustoffe, beispielsweise Stahlbeton, entstehen. An der Innenseite ist die Wärmebrücke im Winter deshalb an ihrer niedrigeren Temperatur zu erkennen. Dadurch ist sie eine doppelte Schwachstelle: Sie lässt zu viel Energie entweichen, und an ihr kann sich schneller Feuchtigkeit niederschlagen.

Das bedeutet Schimmelgefahr.

Bei der Dämmung müssen Sie nicht nur bestehende, sondern auch neue Wärmebrücken so weit wie möglich minimieren. Die wichtigste Regel ist dabei, dass eine lückenlose Dämmebene erstellt werden muss. Fenster gelten dabei übrigens als Teil der Dämmebene. Sollten Stellen auftauchen, an denen eine Lücke in der Dämmebene unvermeidlich ist, beispielsweise an Durchdringungen, so sind besondere Maßnahmen zu ergreifen, um einen Wärmebrücken-Effekt minimal zu halten.

Macht Fassadendämmung Häuser hässlich?

Die Fassadendämmung steht in dem Ruf, das Aussehen von Gebäuden eher zu verschlechtern. Vor allem Wärmedämmverbundsystemen wird vorgeworfen, Häuser unter einer gesichtslosen Schicht zu verstecken.

Eine hinterlüftete Fassade
Foto: schulzfoto / Fotolia

Richtig ist, dass es viele Beispiele gedämmter Häuser gibt, die einigen Menschen optisch nicht gefallen. Das gilt allerdings auch für Häuser ohne Wärmeschutz. Im Bedarfsfall gibt es Möglichkeiten, auch Dämmung ansprechend zu gestalten. Nicht nur mit Vorhangfassaden, sondern auch mit Wärmedämmverbundsystemen. Putzornamente können eine Option sein oder auch, die Fenster zu betonen. Durch eine Umrandung der Fenster mit hellerer Farbe rückt das gedämmte Bauteil Wand optisch eher in den Hintergrund. 

Ein ebenfalls anzutreffender Kritikpunkt an der Optik ist die Algenbildung an gedämmten Fassaden. Es stimmt, dass Algen an einer gedämmten Wand im Zweifelsfall besser gedeihen als an einer ohne Dämmung. Dies betrifft aber nur Flächen, die ohnehin ungünstige Voraussetzungen haben, wie beispielsweise keine Sonne im Tagesverlauf und/oder eine starke Bewitterung. Die Dämmung ist meistens nicht der entscheidende Punkt. Vielmehr ist die Außenoberfläche der gedämmten Wand höchstens 2 Kelvin kühler als die einer ungedämmten Wand. Dadurch kann sich nachts schneller Feuchtigkeit niederschlagen und die Wand kann ein klein wenig langsamer wieder trocknen. 

Um Algen zu vermeiden, sollten Sie die Fassade möglichst trocken halten. Das gelingt vielleicht mit einem hinreichend großen Dachüberstand und Tropfkanten, die das Wasser gezielt vom Gebäude wegführen. Außerdem kann ein recht dicker, dunkelfarbiger Putz hilfreich sein. Mit solchen Eigenschaften speichert der Putz mehr Sonnenwärme, auch wenn er nicht direkt beschienen wird, und er lässt durch diese Wärme Feuchtigkeit schneller wieder verdunsten. Algen an Gebäudefassaden sind allgemein lediglich ein optischer Effekt. Die Gefahr von Bauschäden oder ähnlichem besteht nicht.

Wie steht es mit dem Brandschutz bei der Fassadendämmung?

Eine fachgerechte Fassadendämmung erhöht das Brandrisiko in der Regel nicht. Zwar sind viele Materialien, aus denen Wärmedämmung besteht, grundsätzlich brennbar. Das gilt für Naturfasern ebenso wie für das verbreitete EPS, das erst durch die Behandlung mit Flammschutzmitteln zum schwer entflammbaren Dämmstoff wird.

Absolut unbrennbar sind mineralische Dämmstoffe. Ein Fassadenbrand kann mit diesen Dämmstoffen nicht auftreten.

Doch brennbare Materialien sind im Bau keine Seltenheit: Dachstühle etwa sind meist aus Holz, ebenso wie Türen, Möbel und Treppen. Diese Elemente sind für die Ausbreitung eines Brandes in einem Ein- oder Zweifamilienhaus viel entscheidender als die Außenfassade - zumal die meisten Brände in diesen Gebäuden innen entstehen.

Das Dämmstoff-Navi der Energieagentur NRW bietet Hilfe bei der Auswahl eines geeigneten Dämmstoffes anhand von Dämmwirkung, Einsatzbereich, Brandverhalten, Schallschutz und weiteren Materialeigenschaften.