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Corona: Welchen Schutz gibt es für Mund und Nase?

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Durch die Corona-Pandemie waren wirksame Mund-Nase-Schutzmasken zeitweise schwer zu bekommen. Es gibt zahlreiche Anleitungen für selbstgemachte Masken. Die können eine Infektion nicht sicher verhindern, aber Infektionsmöglichkeiten mindern. Wir erklären, was man beim Tragen und Waschen beachten sollte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ohne speziellen Filter kann kein Mundschutz Coronaviren aus Mund und Nase fernhalten.
  • Selbstgemachte Mund-Nase-Masken helfen aber dabei, dass Feuchtigkeit aus dem Atem durch Niesen, Husten oder Sprechen nicht so weit in die Umgebung verteilt wird.
  • Wollen Sie Masken mehrfach verwenden, sollten Sie die Textilschicht möglichst nicht berühren und die Masken richtig trocknen lassen.
  • In ganz Deutschland gilt in bestimmten Bereichen die Pflicht zum Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken.
FFP2-Maske mit KN95-Kennzeichnung
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Bundesweite Maskenpflicht

Seit Ende April 2020 haben die Bundesländer das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Teilen des öffentlichen Raums zur Pflicht gemacht. Als wichtiger Teil der sogenannten AHA-Regeln soll so die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro. In einzelnen Bundesländern werden auch höhere Beträge fällig.

Ausreichend sind dabei alle Masken, die Mund und Nase bedecken. Auch einfache Mundschutze, selbst genähte Stoffmasken, d.h. sogenannten Alltags- oder Communitymasken sowie Schals sind ausreichend. Gesichtsvisiere sind vielfach nicht als ausschließlicher Schutz zulässig.

Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund- und Nasenbedeckung tragen können, sind von der Pflicht ausgenommen. Der Umstand, dass keine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden kann, ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen – beispielsweise durch eine entsprechende aussagekräftige ärztliche Bescheinigung.

Wo müssen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht für Kinder ab 6 Jahren.

Ab dem 1. Dezember 2020 gilt die Maskenpflicht auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen. Darauf haben sich die Bundesländer verständigt. Die Maskenpflicht gilt an allen Orten im öffentlichen Raum, wenn viele Menschen zusammen kommen und/oder der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. In geschlossenen Räumlichkeiten ist ebenfalls das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend, sofern der Mindestabstand nicht mehr gewährleistet wird.

Auch für den Bereich Groß- und Einzelhandel gibt es neue Regelungen: So dürfen sich in Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern höchstens eine Person je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Bei Geschäften mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern darf höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter kommen.

So dürfen sich beispielsweise in einem 1258 Quadratmeter großen Supermarkt maximal 102 Personen gleichzeitig aufhalten.

  • Für die ersten 800 Quadratmeter 80 Personen (800/10 = 80)
  • und für die weiteren 400 Quadratmeter dann nochmal 22 Kunden (458/20 = 22)

Um die Anzahl der Kunden im Überblick zu halten, entscheiden sich viele Supermärkte dafür, Kunden verpflichtend einen Einkaufswagen oder Einkaufskörbe zur Verfügung zu stellen. Manche Supermärkte sind mit neuen Ampelsystemen ausgestattet, die automatisch zählen, wie viele Kunden sich bereits in den Filialen aufhalten. Solche digitale Einlassampel sind – sofern vorhanden am Eingang platziert.

Informieren Sie sich am besten auf der Internetseite Ihres Bundeslandes oder Ihrer Gemeinde, welche Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung gelten.

Das Robert Koch-Institut erklärt, dass auch eine einfache Maske das Risiko verringern könne, "eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken". Es sei zu vermuten, dass auch "Behelfsmasken" eine Schutzwirkung hätten – also solche, die etwa in Heimarbeit genäht werden.

Einigkeit herrscht bei den grundlegenden Regeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, gründlich die Hände zu waschen (nach jeder Berührung von Flächen und Gegenständen außerhalb der eigenen vier Wände) und in ein Einweg-Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen. Ausführlicher lesen Sie die Empfehlungen hier.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Feinstaubfilter

Filtermasken (wie man sie aus dem Baumarkt kennt) werden nach ihrer Durchlässigkeit für kleine Teilchen wie Staub oder Viren in drei Klassen eingeteilt: FFP1-Masken lassen am meisten durch (bis zu 22%) und FFP3 am wenigsten (bis zu 2%). Dazu müssen sie dicht an der Haut anliegen. Bei Bartträgern ist das oft nicht der Fall.

FFP2-Masken

Über das Schnellwarnsystem der Europäischen Union, RAPEX, wird immer wieder vor Masken u.a. FFP2-Masken gewarnt, die nicht als Schutzausrüstung zertifiziert sind und daher möglicherweise nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, sollten folgenden Kennzeichnungen vorhanden sein:

  • Name des Herstellers oder Importeurs,
  • CE Zeichen gefolgt von einer 4 stelligen Nummer,
  • eine Serien-, Chargen- oder Typennummer zur eindeutigen Identifizierung.

Zudem sollte Ihnen beim Kauf der Maske eine Bedienungs- oder Gebrauchsanleitung mitgegeben werden. Fehlen diese genannten Kennzeichnungselemente, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Maske nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Achtung, für FFP2-Masken mit der Kennzeichnung "KN95" gelten folgende Ausnahmen: Diese Masken dürfen übergangsweise auch ohne die oben genannten umfangreichen Kennzeichnungselemente verkauft werden, wenn sie eine Sonderzulassung bzw. Kurzprüfung einer zugelassenen Stelle durchlaufen haben. Ein Zertifikat darüber muss dem Käufer beim Kauf dieser Masken vorgelegt werden. Diese Masken durften offiziell bis 1. Oktober 2020 in den Verkauf gebracht werden, dürfen aber jetzt noch weiter abverkauft werden.

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, die nicht den oben genannten Anforderungen entsprechen oder Sie aus anderen Gründen den Verdacht haben, dass die Masken nicht den geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen, können Sie sich an die Bezirksregierung Ihres Wohnorts oder die in Ihrem Bundesland zuständige Behörde wenden.

In Rheinland-Pfalz ist für Beschwerden über Medizinprodukte das Landesuntersuchungsamt zuständig.

FFP2-Masken mit Ventil sollten Sie nicht verwenden. Sie schützen zwar Sie, aber nicht Ihr Umfeld.

Detailliertere Infos zu unterschiedlichen Masken bieten zum Beispiel die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege.

Vergünstigte Masken für Risikogruppen

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern erhalten seit Mitte Dezember 2020 besonders gefährdete und vorerkrankte Risikogruppen zum Schutz gegen das Coronavirus pro Person insgesamt 15 FFP2-Masken. Dies entspricht einer Maske pro Winterwoche.

Die Maßnahme richtet sich an über 60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Risikoschwangerschaften. Ein Personalausweis für den Nachweis des entsprechenden Alters bzw. eine Selbstauskunft über die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe sollen genügen, um die Masken unbürokratisch zu erhalten. Die Verteilung von zunächst vorgesehenen 3 kostenlosen Masken findet zwischen dem 15.12.2020 und 6.1.2021 in Apotheken statt.

In der zweiten Phase erhalten Risikopersonen zwei Coupons für je sechs FFP-Masken von ihrer Krankenkasse. Den ersten Coupon können die betroffenen Personen mit zwei Euro Selbstbeteiligung bis Ende Februar 2021 in ihrer Apotheke einlösen, den zweiten ab dem 16. Februar bis zum 15. April 2021. So erhalten Sie für 4 Euro also 12 FFP2-Masken.

Personen mit Vorerkrankungen können ihren Anspruch mit einer schriftlichen Eigenerklärung in der Apotheke belegen. Die Eigenerklärung zum Bezug von Schutzmasken gemäß Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung können Sie bei der Deutschen Apotheker Zeitung herunterladen.

Personen mit Vorerkrankungen können ihren Anspruch mit einer schriftlichen Eigenerklärung in der Apotheke erklären. Risikopersonen, die nicht selbst in die Apotheke gehen können, dürfen andere Personen bevollmächtigen, Masken abzuholen. Als Nachweis gilt die Vorlage einer schriftlichen Vollmacht sowie der Personalausweis der anspruchsberechtigten Person, sofern die Person der Apotheke nicht bekannt ist.

Die Risikogruppen für die Maskenzuteilung sind so definiert:

  • alle Menschen mit Alter über 60
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale,
  • chronische Herz- oder Niereninsuffizienz,
  • zerebrovaskuläre Erkrankung, insbesondere Schlaganfall,
  • Demenz,
  • Trisomie 21
  • Diabetes mellitus Typ 2,
  • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankungen,
  • eine Therapie, die die Immunabwehr beeinträchtigen kann oder
  • eine Organ- oder Stammzellentransplantation oder
  • eine Risikoschwangerschaft.

Sofern sie trocken und schonend genutzt wird, könne eine FFP-Maske eine Woche getragen werden. Die Kosten für die Vergünstigung sollen voraussichtlich vom Bundeshaushalt übernommen werden. Davon profitieren können vermutlich mehr als 27 Millionen Menschen.

Wann zahlt die Krankenkasse für FFP-Masken?

In weiteren besonderen Ausnahmefällen übernehmen Krankenkassen für hoch gefährdete Risikogruppen (wie etwa nach einer Organtransplantation und/oder bei bestehender Immunschwäche) die Kosten für die Verordnung von FFP2- oder FFP3-Masken. Dies gilt auch im Rahmen der Pflegeversicherung zum Schutz der pflegebedürftigen Person. Fragen Sie bei Ihrer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach, ob eine Kostenübernahme möglich ist.

Einfache Textilmasken halten keine Viren ab

Einfache Textilmasken, die Mund und Nase bedecken, halten zwar keine Viren von Ihnen ab. Aber sie können die Gefahr einer Infektion anderer im Nahbereich verringern. Coronaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion weitergegeben, also über die Feuchtigkeit des Atems sowie beim Husten, Niesen oder Sprechen. Mit einer Maske können Sie die Menge ausgestoßener Feuchtigkeit verringern, weil sich diese im Stoff ansammelt.

In der ersten Folge des neuen Podcasts beschäftigen wir uns mit dem Thema "Einkaufen in der Corona-Pandemie". Themen: Hygieneregeln im Laden - Helfen Handschuhe? Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen? Wer hat das Hausrecht im Supermarkt?

Datum: 24. April 2020
Moderator: Oliver Havlat, Redaktionsleiter von verbraucherzentrale.de
Gast: Annalena Marx, Verbraucherzentrale Brandenburg

Maskenträger können andere Menschen vor einer Tröpfcheninfektion schützen, falls sie selbst das Coronavirus in sich tragen.

Außerdem unterbindet der Mundschutz das unwillkürliche Anfassen von Mund und Nase.

Masken mehrfach verwenden – aber richtig

Wenn Sie keine Einwegmasken bekommen, können Sie notfalls selbst welche nähen und mehrfach tragen, um das Infektionsrisiko für Personen in Ihrer Umgebung z.B. beim Einkaufen zu verringern. Vor allem in sozialen Medien gibt es Anleitungen dazu. Dabei sollten Sie folgende Hinweise zur Handhabung beachten:

  1. Auch selbstgemachte Mund-Nase-Masken sollten mehrlagig sein und an den Rändern gut anliegen.
  2. Berühren Sie die Maske möglichst nur an den Bändern und nur mit sauberen Händen! Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife oder desinfizieren Sie sie vorher.
    Wenn Sie vom Einkaufen nach Hause kommen und alle möglichen Oberflächen berührt haben, waschen oder desinfizieren Sie zuerst Ihre Hände. Nehmen Sie dann die Maske ab und hängen Sie sie auf. Fassen Sie dabei nur die Bänder an. Hände danach nochmal waschen oder desinfizieren.
  3. Hängen Sie die Maske so auf, dass sie nichts berührt und gut trocknen kann. Gut ist beispielsweise ein Haken an einem Hängeschrank, sodass die Maske wirklich frei hängt. Bewahren Sie sie nicht in einem Behälter auf, weil sie darin nicht richtig trocknen kann.
  4. Wie die eigene Zahnbürste sollte auch eine Mund-Nase-Maske mit niemandem geteilt werden. Markieren Sie Ihr Stück z.B. an den Bändern, damit Sie es erkennen.
  5. Die Innenseite bzw. die Filter sollten Sie am besten überhaupt nicht berühren. Beim Wiederanziehen fassen Sie die Bänder möglichst weit hinten an, legen das Gesicht in die Maske und befestigen die Bänder am Kopf.
  6. Falls die Innenseite mit Kontaminationen von außen verunreinigt sein könnte, Einwegartikel im Hausmüll entsorgen und (selbstgenähte) Mehrweg-Masken aus Stoff bei mindestens 60 Grad Celsius mit normalem Vollwaschmittel waschen.

Falls Sie einen Mund-Nase-Schutz wiederverwenden möchten oder müssen, sollten Sie ihn nicht desinfizieren. Dadurch kann laut dem Robert-Koch-Institut die Schutzwirkung beeinträchtigt werden.

Einwegmasken nicht selbst reinigen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt laut Medienberichten davor, dass 70 Grad bei einer Trockenreinigung von Masken des medizinischen Personals nicht ausreichten, um infektiöse Viruspartikel vollständig zu inaktivieren. So ein Verfahren wird unter anderem in Krankenhäusern angewendet, um Einwegmasken mehrfach nutzen zu können. Das BfArM empfiehlt dort stattdessen eine Erhitzung auf 90 Grad für 90 Minuten, brauche aber noch weitere Prüfergebnisse.

Einwegmasken sollten Sie zu Hause nicht reinigen! Sie gehören nach dem Einsatz in den Restmüll. Beim Waschen von Mehrweg-Behelfsmasken aus Baumwolle mit Vollwaschmittel sind keine 90 Grad notwendig, weil Tenside im Waschmittel die Schutzhülle der Viren zerstören und sie somit handlungsunfähig machen. Die Hülle wird auch durch Seife zerstört, wenn sie mindestens 20 Sekunden auf der Haut ist. Deshalb ist regelmäßiges längeres Händewaschen wichtig.

Schutz der Hände ist ebenso wichtig

Um eine Übertragung von Coronaviren durch Berührung von Oberflächen und Gegenständen zu vermeiden, ist es wichtig, auf die Händehygiene und die Husten-und-Nies-Etikette zu achten. Warum? Weil Menschen dazu neigen, sich im Alltag selbst an Augen, Mund und Nase zu fassen.

Besonders wirksame Maßnahmen bleiben die AHAL-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften. Ausführlichere Hinweise zum Schutz geben wir in einem separaten Artikel.