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"Ohne Förderung hätten wir es nicht gemacht": Modernes Heizen mit Holz

Zuerst war eine Gasbrennwerttherme mit ergänzender Solarwärmeanlage geplant. Ganz klassisch. Doch der fossile Brennstoff hätte den Effizienzstandard des Hauses verschlechtert. Die Lösung: dank staatlicher Förderung wird eine viel teurere Heizung zur günstigeren Anschaffung.

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Eine Gastherme mit ergänzender Solarwärmeanlage ist mittlerweile in vielen Häusern anzutreffen.

Gasheizung + Solarwärmeanlage = günstigste Variante?

Trotz hoher Modernisierungskosten hat sich Familie Zimmermann für einen umfassenden und leistungsstarken Wärmeschutz der Gebäudehülle entschieden - schließlich sind damit viele Vorteile verbunden. Zur Kostensenkung favorisieren sie im Gegenzug beim Heizungssystem eine klassische Gasbrennwerttherme mit Solarwärmeunterstützung. Die ergänzende Solarwärmeanlage macht die Gasheizung zu einer Hybridheizung, die anteilig erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung nutzt. Ein solches Heizungssystem ist mittlerweile häufig anzutreffen. Wie viele Hausbesitzer geht auch Familie Zimmermann zunächst davon aus, dass ein gängiges Heizungssystem mit geringeren Anschaffungskosten verbunden sein müsste. Jedoch würde der fossile Hauptenergieträger Gas bewirken, dass Familie Zimmermann mit ihrem Haus insgesamt nur den 'Effizienzhaus-Standard KfW 100' erreicht, obwohl die Wärmedämmung eigentlich einen besseren Effizienzhaus-Standard ermöglichen würde. Aber vielleicht kommt ja noch ein anderes Heizungssystem in Frage? Durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale erfährt Familie Zimmermann, welche Anlagentechniken für ihr Haus sinnvoll und welche finanziellen Förderungen damit verbunden sind.

Luftwärmepumpe als moderne Lösung?

Nicht alle Heizungssysteme sind für das Haus von Familie Zimmermann aus technischer Sicht empfehlenswert. Luftwärmepumpen sollten vornehmlich für Flächenheizungen, zum Beispiel Fußbodenheizungen, eingesetzt werden, weil dafür geringere Vorlauftemperaturen benötigt werden. Im Haus von Familie Zimmermann bleibt es aber - abgesehen vom Badezimmer - bei der Wärmeverteilung durch Heizkörper. Diese werden zwar alle erneuert, benötigen aber dennoch höhere Vorlauftemperaturen als zum Beispiel Fußbodenheizungen. Der Heizungsbauer bietet Familie Zimmermann trotzdem eine Wärmepumpe an - allerdings in einer Hybridversion: Eine Luftwärmepumpe mit zusätzlichem Gasbrennwertmodul für Phasen mit höherem Wärmebedarf. Eine solches Kombigerät benötigt eine ausgefeilte Steuerung beider Komponenten, was jedoch erfahrungsgemäß mit einer gewissen Fehleranfälligkeit und in der Folge erhöhten Heizkosten verbunden ist. Immerhin: Beim Anschaffungspreis kann das angebotene Kombigerät die ursprüngliche Variante mit klassischer Gastherme und ergänzender Solarwärmeanlage tatsächlich unterbieten.

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Pelletheizungen gelten als sehr kostspielige Anschaffung.

Anreizprogramme für Heizen mit Biomasse: Aus teurer wird günstiger

Durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale erfährt Familie Zimmermann von einer Alternative, die technisch besser zum Haus passt: eine Zentralheizung mit effizienter Brennwerttechnik, die jedoch als Brennstoff Holzpellets statt Gas nutzt. Zu bedenken ist bei dieser Heizung, dass - ähnlich wie bei Heizöl oder Flüssiggas - ein Platz zur Brennstofflagerung gefunden werden muss. Außerdem gelten Pelletheizungen als eine sehr kostspielige Anschaffung. Denn neben der an sich schon teuren Heizung bedarf es noch einer technischen Konstruktion, die die Holzpellets vom Lagerort in die Heizung befördert. Gut, dass die Energieberatung der Verbraucherzentrale stets über Fördermöglichkeiten informiert. Und in der Tat werden die hohen Anschaffungskosten einer Pelletheizung durch Fördermittel erheblich reduziert: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sieht für Pelletkessel ein Höchstmaß an Förderung vor. Da ausschließlich Biomasse als Energieträger eingesetzt und zudem mit effizienter Brennwerttechnik genutzt wird, kann Familie Zimmermann das Marktanreizprogramm (MAP) der BAFA voll ausschöpfen. Hinzu kommt das 'Anreizprogramm Energieeffizienz' (APEE) der BAFA, weil in diesem Fall eine Ölheizung vollständig durch ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien ersetzt wird. Der Clou: Durch diese staatliche Förderung wird die teurere Heizungsanlage zur insgesamt günstigsten Variante. Durch die Förderprogramme ist die Brennwertheizung für Holzpellets rund 4.000 Euro günstiger als die Luftwärmepumpe mit Gasbrennwertmodul. Hinzu kommt: Holz als nachwachsender Brennstoff verbessert den Effizienzstandard des Gebäudes insgesamt. Dank Pelletheizung sowie umfassender Wärmedämmung erreicht Familie Zimmermann mit ihrem Haus so den 'Effizienzhaus-Standard KfW 70'.

Für die Effizienzhaus-Standards ist der Primärenergiebedarf entscheidend: Bei der Primärenergie wird der gesamte Energiebedarf für Heizung und Warmwasser betrachtet - sowohl im Haus als auch für die Bereitstellung von Erdgas, Strom, Holz, Heizöl oder Fernwärme (inkl. Rohstoffabbau, Transport etc.). Je nach Energieträger und Heizungsanlage fällt der Primärenergiebedarf eines Hauses daher sehr unterschiedlich aus.

"Ohne Förderung hätten wir es nicht gemacht." Nicht zuletzt wegen der Kostenvorteile entscheidet sich Familie Zimmermann schließlich für eine Pelletheizung mit Brennwerttechnik. Und das, obwohl im Familien- und Bekanntenkreis niemand Erfahrung mit einem solchen Heizungssystem hat und Familie Zimmermann dem Thema Pelletheizung zunächst eher kritisch gegenüberstand.

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Je dichter Heizung und Lager beieinander sind, desto kürzer ist der Transportweg für den Feststoff.

Standort für Pelletlager finden

Bei der Planung einer Pelletheizung gilt es, einen Standort für das Pelletlager im Haus zu finden. Grundsätzlich wäre auch ein Außenlager für den Brennstoff möglich, aber besonders bei Pellets ist Nähe von Vorteil: Je dichter Heizung und Lager beieinander sind, desto kürzer ist der Transportweg für den Feststoff. Der Heizungskeller im Haus von Familie Zimmermann ist nicht allzu groß, weshalb der Öltank damals keinen Platz im Haus gefunden hatte. Aber für ein Pelletlager mit Heizung erweist sich der Raum gerade so als groß genug. Er bietet dann jedoch keinen Platz mehr für den Anschluss der Transportschläuche zwischen Lager und Heizung. Deshalb verlaufen die Schläuche über den Kellerraum nebenan. Auch die Befüllung des Pelletlagers findet zukünftig über den Nachbarraum und das dortige Fenster statt.

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Es handelt sich um eine Holzkonstruktion aus Wänden, Schrägböden und Luke mit Sichtfenster.

Pelletlager errichten

Viele Anbieter von Pelletheizungen bieten Sacksilos aus Gewebe zum einfachen Aufstellen an. Es sind allerdings immer nur bestimmte Grundmaße lieferbar. In einem Vor-Ort-Termin mit dem Heizungsbauer und dem Heizungshersteller zeigt sich dann auch, dass Familie Zimmermann selbst eine individuelle Lösung für ihr Pelletlager finden muss. Der Heizungshersteller bietet hierzu leider keine weitere Hilfestellung. Schließlich beauftragt Familie Zimmermann den ihr bereits bekannten Dachdeckerbetrieb mit dem Bau eines maßgeschneiderten Pelletlagers im Heizungskeller. Für den Handwerksbetrieb ist es der erste Auftrag dieser Art. Es handelt sich dabei um eine Holzkonstruktion aus Wänden, Schrägböden und Luke mit Sichtfenster. Die trichterförmig angeordneten Schrägböden ermöglichen die Entleerung des Lagers, indem sie die Pellets einer Förderschnecke zuführen. Diese befindet sich am tiefsten Punkt des Pelletlagers und schiebt die Holzpellets mechanisch in die Transportschläuche im Nachbarraum. Damit die Förderschnecke ebenerdig aufgestellt werden kann, muss Familie Zimmermann den etwas tiefer liegenden Boden im Heizungsraum zunächst vom Rohbauer anheben lassen. Außerdem wird für das Pelletlager das Fenster des Heizungskellers zugemauert. Als Brennwertheizung arbeitet die Pelletheizung ohnehin unabhängig von der Raumluft und die Zu- und Abluftrohre verlaufen über den Hausanschlussraum nebenan nach draußen.

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Die Anlieferung der Pellets erfolgt lose im LKW-Tank.

Pelletlager befüllen

Die Luke mit Sichtfenster dient der Kontrolle des Füllstands. So kann Familie Zimmermann rechtzeitig erkennen, wann eine neue Pelletlieferung bestellt werden muss. Zum Start wird das Lager mit drei Tonnen Holzpellets zum Preis von ungefähr 850 Euro befüllt, was für ein Kalenderjahr reichen sollte. Die Anlieferung der Pellets erfolgt lose im LKW-Tank. Von dort werden die Pellets ins Lager eingeblasen. Weil im Lagerraum dabei ein Überdruck entsteht, gibt es an der Holzkonstruktion neben dem Einblas- auch einen Absaugstutzen. Durch diesen wird beim Befüllen des Lagers Luft aus dem Lagerraum entnommen. Der laufende Betrieb der Heizung ist nicht merklich aufwendiger als bei einer Gasbrennwerttherme. Neben der jährlichen Heizungswartung muss nur die beim Verfeuern entstehende Holzasche alle paar Monate von Hand entnommen und entsorgt werden. Die bei Pelletheizungen notwendige Reinigung des Wärmetauschers führt die moderne Heizung regelmäßig automatisch durch. Hierfür werden jedoch ungefähr acht Kubikmeter Wasser pro Jahr benötigt.

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