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Landeskriminalamt und Verbraucherzentrale warnen vor Anlagebetrug

Pressemitteilung vom

 

 

Bildschirm eines Computers mit Aktienkursen.
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Wer kennt sie nicht? Werbung für lukrative Geldanlagen. Geworben wird mit kleinen Anlagebeträgen und hohen Renditen und Gewinnen! Doch Vorsicht: Hinter vielen verlockenden Angeboten stecken Betrüger, die es nur auf Ihr Geld abgesehen haben. Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geben Tipps zum Schutz vor Anlagebetrug.

Die geringe Ertragslage auf Spareinlagen in der derzeitigen Niedrigzinsphase lässt so manchen nach Möglichkeiten einer lukrativen Geldanlage suchen. Das heutige Recherchemedium schlechthin ist hierfür das Internet sowie soziale Medien. Das wissen auch die Täter, die sich diese Investitionsbeträge zu eigen machen wollen. Ihre betrügerischen Angebote für Finanzprodukte sind über Suchmaschinen, soziale Medien und Affiliate-Netzwerke zu finden. Auch werden Spam-Mails genutzt, die so konzipiert sind, dass gängige Spamfilter umgangen werden. Die Täter suggerieren den Anlegern hohe Renditen oder Gewinnchancen (teilweise 30 Prozent!). Die eingesetzten Anlagebeträge sind dabei zunächst sehr gering – ab 250 Euro. So gelingt es den Tätern relativ schnell, potenzielle Kunden für sich zu gewinnen.

Ist ein Anleger ins Netz der Täter gegangen, indem er sich registriert hat, wird er durch einen Berater, der sich meist als „Trader“ oder „Broker“ bezeichnet, unverzüglich kontaktiert. Überweist der Anleger den vereinbarten „Investitionsbetrag“, erhält er Zugang zu einer angeblichen Anlagesoftware. Das Geld des Kunden ist jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt verloren. Eine Geldanlage findet nämlich erst gar nicht statt. Bei der Anlagesoftware handelt es sich lediglich um ein Simulationspro-gramm zu den angeblichen Investitions- bzw. Kursentwicklungen! Darüber hinaus schlagen die Betrüger aus fadenscheinigen Gründen einen Zugriff auf den Computer des Anlegers vor, beispielsweise um ihm das „Programm“ zu erklären. Tatsächlich nutzen die Täter diese Möglichkeit, um sich einen Überblick über das Vermögen des Opfers zu verschaffen oder weitere Daten auszuspähen.

Über die Anlagesoftware werden dem bereits zu diesem Zeitpunkt Geschädigten immer höhere Gewinne und Gewinnchancen vorgegaukelt. Der enge Kontakt per Telefon oder Messenger-Dienst zu den falschen Beratern, die versuchen, sich ihr Vertrauen zu erschleichen, erleichtert hierbei die Manipulation für weitere Investitionen. Zum Teil melden sich weitere Berater anderer angeblicher Plattformen, um den Unwissenden noch weitere Investitionen zu entlocken.
Dieser Abzocke kann entgegengewirkt werden, indem der potenzielle Anleger vorab erkennt, dass es sich um betrügerische Internetseiten und Anbieter für Finanzprodukte handelt.

Mit folgenden Empfehlungen des Landeskriminalamtes und der Verbraucherzentrale können Sie sich vor Anlagebetrug schützen:

  • Verzichten Sie auf das Anklicken von dubiosen Anzeigen mit unseriösen Versprechungen wie extrem hohen Gewinnen oder Renditen. Bleiben Sie realistisch! Denken Sie immer daran: Je höher die Rendite, desto höher ist in der Regel auch das Risiko. Darüber hinaus wird bei dieser Form des Anlagebetrugs in rein gar nichts investiert! Es liegt von Anfang an ein Betrug vor!
  • Teilen Sie fremden Personen nicht Ihre persönlichen Daten mit und erlauben Sie Fremden nicht leichtsinnig, per Fernwartung oder Passwortweitergabe den Zugriff auf Ihren Computer oder Smartphone. Es droht Schadsoftware und Datenklau.
  • Lassen Sie sich nicht von Begriffen wie „kleiner Anlagebetrag, große Rendite oder hohe Gewinne“ blenden. Häufig handelt es sich in diesen Fällen um einen Betrugsversuch.
  • Prüfen Sie das Impressum: Der erste Schritt sollte immer die Prüfung des Impressums sein. Fehlt ein Impressum, gilt es auf jeden Fall, Abstand zu nehmen. Das Vorhandensein eines Impressums heißt jedoch nicht, dem Internetseitenbetreiber blindlings zu vertrauen. Auch hier werden oftmals Falschangaben gemacht.
  • Überprüfen Sie das Geschäftsmodell auf Transparenz: Erhält man erst nach der Kontaktaufnahme oder nach einer Registrierung genauere Informationen über das Geschäftsmodell, ist Misstrauen angesagt. Vor der Einzahlung eines Betrages sollte man sich immer unabhängig beraten lassen, etwa bei der Verbraucherzentrale.
  • Achten Sie auf eine Lizenz: Es gilt zu überprüfen, ob es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen handelt. Dies kann über die Unternehmensdatenbank der BaFin (Link verlässt die Seite der VZ) abgefragt werden. Das Vorliegen einer Lizenz gibt jedoch auch nicht 100prozentige Sicherheit, da betrügerische Lizenzen zum Teil im Ausland erworben werden können!
  • Sind Sie sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unsicher, fragen Sie bei Polizei oder Verbraucherzentrale nach Erkenntnissen zu dem Anbieter.
  • Haben Sie den Verdacht, Opfer dieser Betrugsmasche gewor-den zu sein, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

 

Weitere Informationen bieten Verbraucherzentrale und Polizei (Link verlässt die Seite der VZ) auf ihren Internetseiten.

www.cybersicherheit-rlp.de (Link verlässt die Seite der VZ)

Weitere Auskünfte, Hilfen und schriftliche Informationen gibt es bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale sowie in den Polizeipräsidien.

VZ-RLP

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