Repräsentative Umfrage: Fast jeder Dritte wurde gehackt

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentralen informieren zu Account-Hacking
  • Befragung der Verbraucherzentralen untersucht Häufigkeit gehackter Accounts und Hilfsangebote der Anbieter
  • Bereits 30 Prozent der Deutschen mussten Erfahrung mit gekaperten Online-Konto machen
  • Unterstützung von Anbietern war in vielen Fällen hilfreich, ist aber noch ausbaufähig
Off

Der E-Mail-Account gehackt, aus dem eigenen Bankkonto ausgesperrt – für die meisten Menschen ist das ein Alptraum. Eine Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt nun: Knapp ein Drittel aller befragten Internetnutzerinnen und -nutzer musste bereits Erfahrungen mit Account-Hacking machen. Besonders Social Media-Konten sind von solchen Angriffen betroffen.

Bei 30 Prozent der befragten Internetnutzerinnen und -nutzer wurde bereits mindestens ein persönlicher Online-Account gehackt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Gelszus im Auftrag der Verbraucherzentralen. „Die Häufigkeit gekaperter Online-Konten ist erschreckend“, erklärt Julia Gerhards, Referentin Verbraucherrecht und Datenschutz bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, und ergänzt: „Die Mehrheit der Befragten fürchtet einen Angriff auf Online-Banking und Finanzdienstleistungen. Tatsächlich betroffen sind aber vor allem Social Media-Accounts, wie die Ergebnisse zeigen.“

So geben immerhin 35 Prozent der Betroffenen an, Ziel des Angriffs sei ein Social Media-Account gewesen. 28 Prozent nennen E-Mail-Konten, 21 Prozent das Konto bei einem Online-Marktplatz sowie 16 Prozent den Bereich Finanzen.

Gefragt nach den fünf Accounts, bei denen ein Fremdzugriff besonders schlimm wäre, landet der Bereich Finanzen mit 84 Prozent auf Platz eins, gefolgt von E-Mail-Konten (73 Prozent) und Messenger-Diensten (75 Prozent).

Überraschend: Menschen in der Lebensmitte besonders betroffen

Von Account-Hacks am häufigsten betroffen, ist mit 33 Prozent die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen. Sie nutzen das Internet mehrmals täglich. Die Befragung zeigt auch, dass die Betroffenen Passwörter ähnlich nutzen wie der Durchschnitt: 57 Prozent der Betroffenen sowie 56 Prozent aller Befragten geben an, für alle Accounts unterschiedliche Passwörter zu verwenden.

Branchenabhängig: Unterstützung durch Anbieter

Die gute Nachricht: 86 Prozent der Betroffenen konnten die Kontrolle über ihren Account wiedererlangen. Im Bereich Social Media war die Quote mit 81 Prozent am geringsten, für Finanz-Accounts mit 92 Prozent am höchsten. Das geht einher mit der erfahrenen Unterstützung durch die Anbieter: Bei einem gehackten Finanz-Account erhielten
74 Prozent der Betroffenen persönliche Hilfe, im Bereich Social Media waren es nur
42 Prozent.

„Die Umfrage zeigt: Im Fall eines Hacker-Angriffs lohnt es sich, den Anbieter einzuschalten“, sagt Gerhards. „97 Prozent derjenigen, die sich an den Anbieter wandten, konnten mit dessen Hilfe die Kontrolle über ihren Account zurückerlangen. Bei denjenigen, die keine persönliche Hilfe vom Anbieter hatten, gelang dies nur 74 Prozent. In der direkten Kommunikation kann oft eine schnellere Lösung gefunden werden. So können Betroffene notfalls mit Zahlungsinformationen oder Screenshots nachweisen, dass sie der rechtmäßige Besitzer des Accounts sind.“

Ausbaufähig: Hilfsangebote der Unternehmen

Im Falle eines Hacker-Angriffs wüsste nur die Hälfte der Befragten, wie sie sich verhalten sollen. Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich dabei vor allem Hilfe zur Selbsthilfe: Für 45 Prozent der Befragten ist das die bevorzugte Option. 30 Prozent bräuchten Unterstützung durch den Anbieter, insbesondere dem Kundensupport, und
17 Prozent würden Hilfe von Dritten, etwa von der Polizei oder aus dem privaten Umfeld, in Anspruch nehmen.

„Ein gehackter Account ist ein enormer Kontrollverlust, deshalb wollen die Betroffenen aktiv werden und die Kontrolle über die Situation zurückerlangen. Unternehmen sollten auf ihren Internetseiten möglichst konkrete Hilfestellungen anbieten und die wichtigsten Fragen für den Fall eines Hacker-Angriffs beantworten. Zudem sollten sie für Betroffene persönlich erreichbar sein, um ihnen schnell helfen zu können. Hier haben vor allem Social Media-Plattformen Nachholbedarf, wie unsere Umfrage zeigt“, so Verbraucherschützerin Gerhards.

Was tun im Hacking-Fall?

Die Verbraucherzentralen haben in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zusammengestellt, was man im Falle eines gehackten Online-Accounts tun kann und wie sich Datendiebstahl verhindern lässt.

Weitere Informationen zur Umfrage „Account gehackt“ auf der Internetseite der Verbraucherzentrale.

Die Umfrage wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz geförderten Projektes „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ erstellt.

Hintergrund:

Die Umfrage „Persönlicher Support von Unternehmen bei Account-Hacking“ wurde im Sommer 2023 von der Gelszus rmm Marketing Research GmbH durchgeführt. Befragt wurden 1027 Personen ab
18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Die Teilnehmenden der Online-Befragung wurden bevölkerungsrepräsentativ nach Geschlecht, Alter und Wohnregion ausgewählt.

 

VZ-RLP

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

BMUV-Logo

Hausfront mit mehreren Balkonen mit Steckersolarmodulen

Neue Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt heute, was gilt (noch) nicht?

Für Balkonkraftwerke gelten zahlreiche Vorgaben, die politisch oder technisch definiert sind. Was ist heute erlaubt und was nicht? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Änderungen und Vereinfachungen.
Logos der Apps Facebook und Instagram auf einem Smartphone

Abo für Facebook und Instagram: Neue Klage gegen Meta

Geld bezahlen oder personalisierte Werbung sehen: Vor diese Wahl stellen Facebook und Instagram ihre Mitglieder seit November 2023. Die Verbraucherzentrale NRW klagt jetzt in einem zweiten Verfahren gegen den Betreiberkonzern Meta. Ein erstes Verfahren war bereits erfolgreich.
Düstere Schwarz-Weiß-Aufnahme eines Mannes, der vor einem Laptop sitzt

Betrug: Phishing-Mails und falsche SMS von Ministerien und Behörden

Aktuelle Entwicklungen machen sich Kriminelle schnell zu Nutze. So auch zu den Themen Inflation, Energiekrise und nationale Sicherheit. Der Betrug kommt per SMS, E-Mail oder auf falschen Internetseiten. In diesem Artikel warnen wir vor verschiedenen aktuellen Betrugsmaschen.