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Insekten essen?

Pressemitteilung vom
  • Verbraucherinnen und Verbraucher haben hohe Erwartungen an die Kennzeichnung und Sicherheit insektenhaltiger Lebensmittel.
  • Mögliche allergische Reaktionen gegen Insekten sind Studienteilnehmenden nicht bekannt und zudem wenig erforscht. Ein entsprechender Allergenhinweis auf den Produkten ist zwingend notwendig.
  • Eine Fokusgruppenbefragung stützt Forderungen der Verbraucherzentralen.
Insekten auf dem Teller
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Eine qualitative forsa-Befragung im Auftrag der Verbraucherzentralen erfasste die Einstellung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu Speiseinsekten. Im Fokus standen Personen, die bereits insektenhaltige Lebensmittel essen oder bereit wären, diese zu probieren. Zusätzlich wurden Personen mit Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten befragt.

Mehlwürmer, Grillen und Co. sind neuartige Lebensmittel, deren Zulassung in Europa überwiegend noch aussteht. Gleichzeitig machen Übergangsregelungen eine Vermarktung bestimmter Insektenprodukte als Lebensmittel bereits jetzt möglich.

Wahrnehmung insektenhaltiger Lebensmittel

„Für die Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer sind insektenhaltige Lebensmittel Nischenprodukte, die im Handel kaum angeboten werden“, so Susanne Umbach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Diese Produkte gelten als exotisch und gewöhnungsbedürftig.“ Hauptargumente für die Befragten, Insekten zu konsumieren, sind hauptsächlich der erwartete hohe Proteinanteil und die Möglichkeit Fleisch zu ersetzen. Barrieren für den Verzehr von Insekten sind die Unsicherheit über den Geschmack und die für einige Personen wenig ansprechende Optik der Tiere. Auch scheint es den Teilnehmern schwer vorstellbar, sich an diesen satt zu essen. Da Insekten derzeit nur selten im Handel zu finden sind, werden hohe Preise toleriert. Für einen alltäglichen Einsatz im Speiseplan müssten die Preise jedoch deutlich fallen.

Allergenes Potenzial von Insekten ist kaum bekannt

Vor allem Personen mit einer Unverträglichkeit gegen Krustentiere und Hausstaubmilben könnten auch auf Insekten allergisch reagieren. Den meisten Befragten ist bekannt, dass verschiedene Lebensmittel Unverträglichkeiten und Allergien auslösen können. Spontan wird Insekten jedoch kein erhöhtes allergenes Potenzial zugeschrieben. Die Studienteilnehmer erwarten in Deutschland eine gut sichtbare Kennzeichnung auf der Verpackung. Insbesondere für Allergiker ist das ein wichtiger Aspekt.

„Das allergene Potenzial von Insekten ist bisher wenig erforscht und noch nicht abschließend geklärt. Daher erwarten wir von den Zulassungsbehörden (Linkl verlässt die Seite der VZ), dass es bei insektenhaltigen Lebensmitteln zukünftig einen verbindlichen Hinweis auf der Vorderseite der Verpackung gibt. Dieser muss eindeutig und gut erkennbar auf mögliche allergische Reaktionen bei bestehender Allergie gegen Schalen- und Krustentiere sowie Hausstaubmilben aufmerksam machen“, so Umbach.

Verwendungshinweise

Wie man die neuartigen und unbekannten Insekten verwendet, sollte laut dieser Studie auf der Verpackung stehen. Dass Insekten ähnlich wie Fleisch mikrobiologisch sensibel sind, ist Vielen nicht bekannt. Ohne klare Angaben zur Verwendung gehen die Befragten davon aus, dass sie das Produkt direkt verzehren können. Andernfalls wird ein konkreter Hinweis, etwa zur Erhitzung vor dem Verzehr erwartet. „Das Ergebnis stützt die Forderungen der Verbraucherzentralen aus dem Marktcheck des letzten Jahres. Es muss deutlich angegeben werden, ob ganze Insekten direkt verzehrt werden können oder zuvor erhitzt werden müssen“, so Umbach.  

Werbeaussagen zu hohen Proteingehalten

Vor allem sportliche, männliche Teilnehmer erwarten aufgrund der Werbung höhere Proteingehalte von insektenhaltigen Lebensmitteln als von herkömmlichen. „Dies ist jedoch nicht bei allen insektenhaltigen Produkten der Fall. Selbst wenn mit „proteinreich“ geworben wird, müssen nach den gesetzlichen Vorgaben lediglich 20 Prozent des Energiegehaltes auf Proteine entfallen“, so Susanne Umbach. In der Regel ist der Anteil an Insekten in Nudeln, Riegeln und Co. gering. Bedenkt man, dass diese Lebensmittel eher selten verzehrt werden, relativiert sich die tatsächliche Proteinaufnahme sehr schnell.

Ausführliche Informationen zum Thema sind unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/novel-food zu finden.

VZ-RLP

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