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Teller statt Tonne: So könnten weniger Lebensmittel im Müll landen

Pressemitteilung vom
  • Beim Umgang des Handels mit nicht mehr perfektem Obst und Gemüse gibt es „Luft nach oben“.
  • Eine Pflichtkennzeichnung erschwert den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.
  • Die Verbraucherzentrale wünscht sich pragmatische Lösungen für Kund:innen und Handel.
Ein Schildchen mit der Aufschrift "Zero Waste" liegt zwischen Lebensmittel auf einem Tisch.
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Eine Delle im Apfel? Eine braune Stelle an der Banane? Häufig wird sehr reifes oder nicht mehr perfektes Obst und Gemüse einfach aussortiert. Im Einzelhandel findet jedoch langsam ein Umdenken statt: Etwa jeder vierte Einkaufsmarkt bietet solche Waren zu reduzierten Preisen an. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller, bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen. Damit alle Supermärkte mitmachen, muss auch die Politik zukünftig mehr unterstützen. Anlässlich der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“ vom 29. September bis zum 6. Oktober macht die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam.

Bereits 28 Prozent der besuchten Läden bieten Verbraucher:innen preisreduziertes Obst und Gemüse an – so lautet das Ergebnis eines Marktchecks der Verbraucherzentralen. „Wir freuen uns, dass einige Discounter und Supermärkte diese Möglichkeit gegen Lebensmittelverschwendung bereits nutzen. Nun ist es wichtig, dass alle anderen Händler ebenfalls mitmachen“, erklärt Waltraud Fesser, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Für den Marktcheck wurden stichprobenartig deutschlandweit 25 Supermärkte und Discounter unter die Lupe genommen. Mit dabei waren Rewe, Edeka, Kaufland, Globus, Aldi, Lidl, Alnatura, Denn´s Biomarkt, Netto Markendiscount und Penny.

Verbraucherzentralen wollen, dass alle Läden mitmachen
„Alle Handelsketten und Supermärkte sollten Ware regelmäßig aussortieren und frühzeitig reduzieren. Diese nicht mehr perfekten Lebensmittel müssen einfach zum normalen Bild in der Obst- und Gemüseabteilung dazugehören“, meint die Expertin und fügt hinzu: „Das hilft nicht nur, Ressourcen und Umwelt zu schonen, sondern führt auch zu einem Umdenken bei den Menschen. Verbraucher:innen können so sensibilisiert werden, dass auch sehr reifes Obst und Gemüse noch gut und essbar ist.“ Positive Beispiele der Stichprobe zeigen, dass aussortiertes Obst und Gemüse mehr Wertschätzung erfährt, wenn es ansprechend und eindeutig präsentiert wird.

Politik muss Handel bei Pflichtkennzeichnung unterstützen
Doch so einfach die Lösung auch sein mag, bei der Umsetzung hakt es meist an Anforderungen hinsichtlich der Kennzeichnungspflicht. „Händler müssen Verbraucher:innen beim Verkauf von Obst und Gemüse unter anderem über die Herkunft, Sortenbezeichnung und vieles mehr informieren“, weiß Fesser und erklärt: „Hat ein Apfel nun braune Stellen und landet in einer Kiste für preisreduzierte Lebensmittel, fehlen die notwendigen Pflichtangaben, die sich eigentlich auf der Preisbeschilderung befinden.“ Hier wünscht sich die Verbraucherzentrale klare Handlungsanweisungen, die von der Politik initiiert werden und im Einklang mit der Lebensmittelüberwachung stehen. Dies würde Händler motivieren und Hemmschwellen abbauen, um möglichst viele Märkte zum Mitmachen zu bewegen. Mehr Informationen unter https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/geniessen-statt-wegwerfen

Online-Vortrag zum Thema Lebensmittelverschwendung
In einem Online-Vortrag können sich Interessierte zudem zum Thema Lebensmittelverschwendung informieren. Rita Rausch von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zeigt auf, was Privathaushalte tun können, um die Lebensmittelverluste im Alltag zu reduzieren.
Das Web-Seminar findet am Mittwoch, 6. Oktober 2021 um 17 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.

VZ-RLP

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