Unterwegs klimafreundlich und gesund essen?

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale prüft das Angebot an Pflanzendrinks und veganen Backwaren
Eine Frau ist unterwegs und beißt in ein Sandwich. Inder anderen Hand hat sei einen Coffee to go in der Hand
  • Zwei der 117 untersuchten Backwaren waren rein pflanzlich und vier der zwölf Bäckereien und Tankstellen boten Pflanzendrinks für Heißgetränke an.
  • Pflanzliche Lebensmittel verursachen weniger Treibhausgase als tierische.
  • Es braucht ausreichende Auswahlmöglichkeiten, eine deutliche Kennzeichnung und Preisanreize für klimafreundliche Produkte.
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Rein pflanzliche verzehrfertige Backwaren und Pflanzendrinks für Heißgetränke, wie etwa Haferdrink, sind in Bäckereien und Tankstellen noch eine Seltenheit, wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale zeigt. Dafür wurde im April 2024 in sechs Tankstellen und sechs Bäckereien in Mainz, Ludwigshafen, Koblenz und Trier das Angebot an verzehrfertigen Produkten sowie Pflanzendrinks unter die Lupe genommen.

Insgesamt wurden in der Stichprobe 117 belegte Backwaren in Bäckereien und Tankstellen untersucht. Davon enthielten 41 Prozent einen vegetarischen Brotbelag wie zum Beispiel Käse. Nur zwei der untersuchten Brötchen waren vegan, also völlig frei von tierischen Produkten. Die beiden veganen Angebote waren teurer als die übrigen untersuchten Backwaren. Drei Produkte wurden mit Nachhaltigkeitsaspekten gekennzeichnet. So wurde beispielsweise die "Bruderhahn"-Initiative bei einem mit Ei belegten Brötchen ausgezeichnet. Bei dieser werden auch die männlichen Geschwisterküken der Legehennen aufgezogen. Als Alternative zur Kuhmilch boten im Erhebungszeitraum vier der zwölf besuchten Bäckereien und Tankstellen Pflanzendrinks an. Zwei der Bäckereien verlangten für den Pflanzendrink einen Aufpreis von 20 bzw. 30 Cent.

Das Speisen- und Lebensmittelangebot beeinflusst entscheidend, was und wie viel von Verbraucher:innen verzehrt wird. Pflanzliche Lebensmittel sind dabei deutlich klimafreundlicher und verursachen weniger Treibhausgase als tierische. Auch für die Gesundheit ist eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse und Obst die beste Wahl. „Ein größeres Angebot an pflanzlichen Speisen kann Verbraucher:innen eine umweltfreundliche Ernährung im Alltag erleichtern“, sagt Sophie Röckert, Fachbereichsleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale. Außerdem ist eine deutliche und nachvollziehbare Kennzeichnung von Nachhaltigkeitsaspekten wichtig. Darüber hinaus kann auch ein günstigerer Preis ein Anreiz für eine klimafreundlichere und gesundheitsfördernde Wahl sein.

So betont auch der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutzes in einem Gutachten, dass der Einfluss von Ernährungsumgebungen oft unterschätzt wird. Die Ernährungsumgebung umfasst alle Faktoren in der Umgebung und Umwelt, die das Ernährungsverhalten beeinflussen. Verbraucher:innen sollten durch die Gestaltung angemessener Ernährungsumgebungen besser in der Umsetzung einer nachhaltigeren Ernährung unterstützt werden. Dazu zählt vor allem ein größeres Angebot an umweltfreundlichen Produkten und das einfache Erkennen dieser.

VZ-RLP

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