- Die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen feiert ihr 30-jähriges Bestehen
- Bisher wurden rund 54.000 Beratungen durchgeführt
- Barrierefreiheit muss beim Planen und Bauen selbstverständlich sein
Auf 30 Jahre erfolgreiche Arbeit blickt die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen in diesem Jahr zurück. Zu den Gratulanten zählen die rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Dörte Schall sowie die Landesbeauftragte für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Ellen Kubica. Über 54.000 Beratungen zum barrierefreien Planen, Bauen und Wohnen haben die Architektinnen und Architekten der Landesberatungsstelle seither durchgeführt, davon viele bei den Ratsuchenden zuhause. In 15 Städten in Rheinland-Pfalz gibt es inzwischen regionale Anlaufstellen. Träger der Landesberatungsstelle ist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V., Kooperationspartner die Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Finanziell gefördert wird die Einrichtung vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium.
„Im Laufe der Jahre hat sich die Landesberatungsstelle zu einer anerkannten Institution entwickelt, die aus der rheinland-pfälzischen Beratungsstruktur nicht mehr wegzudenken ist“, so Heike Troue, Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Ein unbeschwertes Leben muss für alle Menschen möglich sein und deshalb ist die Verbesserung der Barrierefreiheit eines der wichtigsten Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Im Sinne von Nachhaltigkeit muss beim Planen, Bauen oder Umbauen die Barrierefreiheit von Anfang an immer mitgedacht werden, so dass sie nicht ein Luxus für wenige bleibt. Wir sollten heute nicht eine Vielzahl von Wohnungen errichten, die wir morgen aufgrund des demografischen Wandels mit viel Geld und unter dem Verbrauch weiterer Ressourcen wieder umbauen müssen. Ziel muss sein, dass jeder Mensch so lange wie möglich im eigenen Wohnumfeld bleiben kann. Es ist Aufgabe der Politik und der Verwaltung, dafür die richtigen Weichen zu stellen.“
„Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben ist ein wesentlicher Antrieb dafür, ein nachhaltiges Umdenken und ein neues Verständnis von Barrieren in unserem Umfeld und unseren Wohnungen zu bewirken. Alle Menschen, unabhängig von Alter, Lebenslage oder körperlicher Verfassung, möchten in einer angenehmen, gut nutzbaren und nicht stigmatisierenden Umgebung leben. Diese zu schaffen, ist Aufgabe aller Akteure“, betonte Sozialministerin Dörte Schall. „Dazu ist eine gute fachliche Beratung zur Barrierefreiheit unverzichtbar. Rheinland-Pfalz kann stolz sein, dass wir mit der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen seit 30 Jahren eine zuverlässige Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger anbieten.“
Ellen Kubica, die Landesbeauftragte für die Belange der Menschen mit Behinderungen bedankt sich für das langjährige qualifizierte Beratungsangebot und betont: „Angesichts des demografischen Wandels ist Barrierefreiheit mehr denn je ein entscheidender Schlüssel, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Wohnumfeld leben können.“
Mit Wettbewerben, Gastvorträgen an Hochschulen, der Begleitung von Projektarbeiten von Architekturstudierenden und Schulungen von Handwerkern und Behörden in Rheinland-Pfalz setzt sich die Landesberatungsstelle dafür ein, dass das Thema Barrierefreiheit sowohl bei der Planung als auch bei der Realisierung von Anfang an mitgedacht wird. Durch die Mitarbeit in landesweiten Gremien wie dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen Rheinland-Pfalz findet eine praxisnahe Netzwerkarbeit statt.
„Mit unserem Angebot wollen wir das Bewusstsein der Gesellschaft für die Belange der Barrierefreiheit schärfen, denn sie bringt Komfort im Alltag und Lebensqualität in jedem Alter. Wichtig ist es, Barrieren erst gar nicht entstehen zu lassen, vorhandene Barrieren abzubauen und die Menschen im Land bei der barrierefreien Anpassung ihres Wohnumfelds zu unterstützen“, so die Leiterin der Landesberatungsstelle Petra Ruß. „Unsere Beraterinnen und Berater leisten hierzu einen großen Beitrag und zeigen Ratsuchenden individuelle Lösungen für ihre Probleme auf.“
Spitzenreiter bei den Beratungen im Wohnumfeld ist die barrierefreie Umgestaltung des Badezimmers sowie der stufenlose Zugang zur Wohnung. Fragen zu Hilfsmitteln wie beispielsweise Treppenlifte und zu finanziellen Fördermöglichkeiten stehen auf der Nachfrageliste ebenfalls weit oben. Neben der individuellen Beratung half das Expertenteam der Landesberatungsstelle auch zahlreichen Planenden bei Fragen zu DIN-Normen und Baurecht und informierte die Öffentlichkeit bisher mit rund 1.400 Vorträgen und Informationsveranstaltungen.
Über die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen
Die Landesberatungsstelle bietet landesweit kostenfreie und neutrale Beratung durch ein qualifiziertes Architektenteam. Sie unterstützt bei allen Fragen zur baulichen Barrierefreiheit, zum altersgerechten Wohnen und informiert über finanzielle Fördermöglichkeiten. In vielen Fällen kommen die Beraterinnen und Berater zu den Ratsuchenden nach Hause.
Die Geschäftsstelle der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen ist in Mainz in der Seppel-Glückert-Passage 10 zu finden. Telefonisch ist sie unter (06131) 28 48 71 zu erreichen oder per E-Mail unter barrierefrei-wohnen@vz-rlp.de.
Weitere Informationen zur Arbeit der Landesberatungsstelle sowie Adressen und Telefonnummern der örtlichen Beratungsstellen finden Interessierte unter www.barrierefrei-rlp.de.
LBST
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