Fair steht dir! Verbraucherzentrale informiert über nachhaltige Mode

Stand:
Im Rahmen der Fairen Woche informiert die Verbraucherzentrale vom 16. bis 30. September mit verschiedenen Aktionen über nachhaltige Kleidung.
Eine Grafik mit zwei Menschen, die sich die Hände schütteln. Es ist ein Plakat zur fairen Woche.
On

Straßenaktionen

In Straßen-Aktionen informiert die Verbraucherzentrale  über das Thema "Faire Kleidung". Auf einer Bodenzeitung und mit einem Greenwashing-Bingo können sich Interessierte mit dem Thema nachhaltige Textilien auseinander setzen. Außerdem gibt es Informationen und konkrete Tipps, um den eigenen Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten.

Die Straßen-Aktionen finden an folgenden Terminen statt:

  • 16. September von 10 bis 14 Uhr
    Fleischstraße 77 in Trier
     
  • 20. September von 10 bis 14 Uhr
    Endertplatz in Cochem
     
  • 21. September von 10 bis 13 Uhr
    Wredestraße 33 in Ludwigshafen
     
  • 22. September von 10 bis 12 Uhr
    Seppel-Glückert-Passage in Mainz
     
  • 23. September von 10 bis 14 Uhr
    Fackelstraße 22 in Kaiserlautern

Info-Ecken

"Fair steht dir - #fairhandeln für Menschenrechte weltweit" - unter diesem Motto beschäftigt sich die Faire Woche vom 16. bis 30. September mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Wirtschaften in der Textil-Lieferkette. Während der gesamten Fairen Woche gibt es in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale kleine Info-Ecken mit Informationsmaterial für einen nachhaltigeren Umgang mit Textilien sowie Kostproben zu fairen Lebensmitteln.

Beratungsstelle Kaiserslautern

Beratungsstelle Koblenz

Beratungsstelle Ludwigshafen

Beratungsstelle Mainz

Beratungsstelle Primasens

Beratungsstelle Trier


Digitale Mittagspause

Außerdem gibt es am Mittwoch, 21. September, von 12.30 bis 13:00 Uhr eine digitale Mittagspause zum Thema "Fast Fashion".  Verbraucherschützerin Ruth Preywisch nimmt darin den Umgang mit Textilien und die Probleme entlang der textilien Lieferketten in den Blick und gibt konkrete Tipps für einen nachhaltigeren Kleiderschrank.

Das Lunch & Learn „Fast oder Fashion?“ dauert ca. 30 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich auf unserer Internetseite anmelden. Fragen können bereits bei der Anmeldung oder im Live-Chat gestellt werden.

Fast Fashion: Billig gekauft – teuer bezahlt

Junge Frau tanzt vor ihrem Kleiderschrank. Drumherum liegen lauter Kleidungsstücke.

Das neue Kleid für die Party, der Look der Saison, die zusätzliche Sporthose: Ein Kleiderschrank ist hierzulande schnell und günstig gefüllt. Rund fünf Millionen  Kleidungsstücke befinden sich insgesamt in deutschen Schränken, im Durchschnitt 95 pro Kopf. Jedes fünfte davon wird nie getragen und vieles landet nach kurzer Zeit im Müll oder in der Altkleidersammlung.

Dieser Umgang mit Kleidung hat Folgen:

  • CO2-Ausstoß: Die Modeindustrie produziert rund 2,1 Milliarden Tonnen CO2, mehr als 4 Prozent des weltweiten Gesamtausstoßes und mehr als alle Flugreisen und Kreuzfahrten zusammen!
  • Umweltbelastung: Pestizide, Giftstoffe und Mikroplastik verschmutzen Gewässer und Böden.
  • Wasserverbrauch: Für die Herstellung von einem Kilo Baumwolle werden 15.000 Liter Wasser benötigt.
  • Ausbeutung: Niedriglöhne und geringer Arbeitsschutz sind in der Produktion an der Tagesordnung, anders lassen sich günstige Preise nicht realisieren.
  • Kinderarbeit: Selbst ein Verbot lässt sich nur schwer kontrollieren.
  • Recycling: Materialmixe und niedrige Ausgangsqualität machen viele Recyclingversprechen zunichte.
  • Entsorgung: Die meisten der schnell entsorgten Stücke enden als Putzlappen, auf Deponien im Ausland oder werden verbrannt.


Deshalb ist es wichtig, wie wir mit Kleidung umgehen.

Tipps für den nachhaltigeren Neukauf

1. Achten Sie auf Siegel

Siegel bieten Orientierung beim nachhaltigen Einkauf. Doch nicht alle beziehen sich auf dieselben Kriterien und nicht alle sind vertrauenswürdig.

Daran erkennen Sie vertrauenswürdige Siegel:

  • Unabhängige Vergabestelle
  • Transparente und nachvollziehbare Vergabekriterien
  • Regelmäßige Überprüfung


Ein Nachhaltigkeitssiegel, das alle Aspekte abdeckt, gibt es nicht. Jedes hat eigene Schwerpunkte. Hier finden Sie eine Übersicht über die von der Verbraucherzentrale empfohlenen Siegel im Textilbereich und auch eine Erklärung, was sie bedeuten und welche Kriterien sie in den Blick nehmen:

https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/faire-kleidung-das-bedeuten-die-siegel-7072

2. Lassen Sie sich nicht von Greenwashing täuschen

Viele Unternehmen geben sich und ihren Produkten durch PR und Marketing ein grünes Image, belegen ihre Anstrengungen aber nicht und ergreifen auch keine Maßnahmen, um etwas zu verändern. Das schadet dem Kampf gegen den Klimawandel, der Umwelt und auch den Verbraucher: innen, denn sie werden getäuscht und zahlen oft mehr für nur vermeintlich nachhaltige Produkte.

Die häufigsten Greenwashing-Tricks

  • Unternehmenseigene Siegel: Ein Siegel, das nicht unabhängig geprüft wird, ist meist nichts oder nur wenig wert.
  • Grün klingende Begriffe oder Slogans: Wörter wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“, „natürlich“ oder „klimaneutral“ sind nicht geschützt und können verwendet werden, ohne dass wirkliche Maßnahmen dahinterstecken.
  • Betonung von irrelevanten, aber positiv besetzten Eigenschaften: „Vegan“ bedeutet, dass auf tierische Inhaltsstoffe und Tierversuche verzichtet wird. Ein veganes Kleidungsstück kann Plastik oder Synthetik enthalten und muss nicht besonders nachhaltig sein.
  • Betonung positiver und Verschweigen negativer Eigenschaften: Die Aufschrift „Enthält Biobaumwolle“ kann auch ein Kleidungstück tragen, in dem nur ein Prozent Biobaumwolle enthalten ist. Die 99 Prozent aus konventionellen Anbau fallen bei solchen Aussagen einfach unter den Tisch.

Die Verbraucherzentrale hat drei Textilunternehmen wegen irreführender Werbung mit dem Begriff Nachhaltigkeit abgemahnt. Mehr dazu lesen Sie hier: https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/pressemeldungen/umwelt-haushalt/nachhaltig-produzierte-kleidung-72176

3. Online-Shoppen ist meist nicht klimafreundlich

  • Retouren verursachen einen hohen CO2-Ausstoß. Wer nachhaltiger online shoppen möchte, sollte sie vermeiden.
  • Gleichen Sie Ihre Maße beim Onlinekauf deshalb mit den Größentabellen oder Beschreibungstexten ab und bestellen Sie möglichst passgenau.
  • Bestellen Sie nicht zu viel auf Verdacht und mit der Absicht, das meiste zurück zu schicken.
  • Ein Kauf vor Ort nach einer Anprobe ist häufig nachhaltiger als ein Onlinekauf

Alternativen zum Neukauf

Am klimafreundlichsten ist Kleidung, die möglichst lange getragen wird. Und zwar egal von wem.

  • Nutzen Sie deshalb Secondhand-Läden, Flohmärkte oder Tauschbörsen online oder vor Ort. Das verlängert die Gesamtlebensdauer von Kleidung und Sie sparen Geld.
  • Beachten Sie die Pflegehinweise in den Kleidungsstücken, dann halten sie länger.
  • Waschen Sie vorhandene Kleidung so selten wie möglich, lüften reicht häufig.
  • Lassen Sie kleine Schäden reparieren oder reparieren Sie sie selbst!


VZ-RLP

Gefördert von:

Logo Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration RLP