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Impfungen gegen Corona: wichtige Fragen und Antworten

Stand:

Es gibt in Deutschland vier zugelassene Impfstoffe gegen Corona. Wir geben Antworten auf wichtige Fragen rund ums Thema Impfen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit dem 18. November 2021 allen Bürger:innen eine Auffrischungsimpfung.
  • Die kostenlosen Auffrischungsimpfungen bekommen Sie bei niedergelassenen Ärzt:innen, mobilen Impfteams, Betriebsärzt:innen oder den Impfzentren der Länder.
  • Bis das Coronavirus gestoppt werden kann, müssen weltweit Millionen Menschen geimpft werden. Eine Kraftanstrengung, die noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
Impfspritze wird an einen Oberarm gehalten
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Mit der Beschleunigung der Impfkampagne kommen Fragen auf: Wie wird der Impfstoff verteilt, wie gut schützt er, gibt es Nebenwirkungen...? Zu einigen wichtigen Fragen geben wir hier Antworten. Den Artikel halten wir stets aktuell - denn die Lage verändert sich immer wieder.

Wie weit sind die Impfstoffe und wie werden sie für Deutschland zugelassen?

Zuständig dafür, einen Impfstoff und die Studien der Hersteller zu prüfen, ist zunächst die Europäische Arzneimittelagentur EMA. Diese Behörde gibt der Europäischen Kommission eine Empfehlung, ob ein Impfstoff zugelassen werden kann. In Deutschland wiederum prüft dann das Paul-Ehrlich-Institut jede Charge.

Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie von Moderna, AstraZeneca und von Johnson & Johnson sind für alle EU-Länder zugelassen worden.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist im Gegensatz zu den anderen Vakzinen ein Ein-Dosis-Impfstoff. Nach Verabreichung der ersten Dosis ist nach der aktuellen Empfehlung der Stiko (Ständigen Impfkommission) zur besseren Immunisierung eine Auffrischungsimpfung nach vier Wochen mit einem mRNA-Impfstoff vorgesehen.

Empfehlungen für Folge- und Auffrischungsimpfungen

Für besonders gefährdete Risikogruppen wie Hochbetagte (Personen ab 70 Jahren), Pflegebedürftige, Personen mit Immunschwäche oder medizinisches und pflegendes Personal empfiehlt die Stiko (Ständige Impfkommission) eine Auffrischungsimpfung, auch Booster-Impfung genannt. Voraussetzung ist, dass der Abschluss der ersten Impfserie mindestens 6 Monate zurückliegt. Hintergrund ist, dass vor allem bei hochbetagten Menschen und Personengruppen mit einem geschwächten Immunsystem nach einer COVID-19-Impfung der Impfschutz nachlassen kann. Ziel ist es hierbei, die Antikörperbildung im Körper wieder zu erhöhen.

Die Stiko empfiehlt seit dem 18.November 2021 grundsätzlich allen Bürger:innen eine Auffrischungsimpfung. Auch wenn die Empfehlung für alle Menschen ab 18 Jahren gilt, sollen vorrangig die gefährdeten Gruppen aus dem oben genannten Absatz geimpft werden. Ziel ist es, den nachlassenden Schutz zu erneuern. Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen dazu.

Zudem können alle Personen eine Auffrischungsimpfung bekommen, die eine Impfserie mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson erhalten haben, sofern der Abschluss der ersten Impfserie bei AstraZeneca mindestens 6 Monate zurückliegt. Bei Johnson & Johnson wird eine Auffrischung frühestens nach 4 Wochen empfohlen. Genesenen wird aktuell noch keine Auffrischungsimpfung empfohlen.

Die kostenlosen Auffrischungsimpfungen bekommen Sie bei niedergelassenen Ärzt:innen, mobilen Impfteams, Betriebsärzt:innen oder den Impfzentren der Länder. Die Organisation und Durchführung obliegt den Bundesländern. Bei nicht mehr gehfähigen Impfwilligen sind auch Hausbesuche möglich.

Verimpft werden sollen grundsätzlich die mRNA-Impfstoffe von den Herstellern Biontech/Pfizer oder Moderna (Letzterer nur bei Personen ab 30 Jahren). Das gilt auch dann, wenn vorher die Impfstoffe von AstraZeneca oder Johnson & Johnson verabreicht wurden.

Wo bekomme ich neben Arztpraxen und Impfzentren noch eine Impfung?

Bund und Länder haben sich am 30. November 2021 darauf geeinigt, dass neben Haus- und Fachärzt:innen künftig auch in Zahn- und Tierarztpraxen sowie Apotheken geimpft werden soll. Auch Pflegefachkräfte sollen zur Beschleunigung der „Booster“-Impfkampagne die Möglichkeit erhalten, ihre Patientinnen und Patienten selbst impfen zu können.

Informieren Sie sich vor Ort in der Praxis oder Apotheke Ihres Vertrauens, ob diese Ihnen die Schutzimpfung verabreichen können.

 

Impfungen für Schwangere

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlungen für die Impfung von werdenden Müttern angepasst. Sie spricht sich dafür aus, Schwangere und Stillende gegen Corona zu impfen. Die Empfehlung gilt ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Der Beschlussentwurf gilt für die bisher noch nicht oder unvollständig geimpften Schwangeren und stillenden Müttern. Empfohlen sind zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs.

Die Stiko empfiehlt darüber hinaus auch allen noch nicht oder unvollständig Geimpften im gebärfähigen Alter die Impfung gegen Corona. So besteht schon bereits vor Eintritt der Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor der Erkrankung.

Grundlage der Empfehlung ist die Aufarbeitung verfügbarer Daten zum Risiko von schweren Verläufen von Covid-19 in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit einer Impfung bei Schwangeren und Stillenden. Der neue Beschlussentwurf des Expertengremiums muss noch in ein Stellungnahmeverfahren, so dass Änderungen der Empfehlungen in dieser Zeit noch möglich sind.

Impfungen für Kinder

Seit August 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Corona-Schutzimpfung für alle 12- bis 17-Jährigen. Sie können sich mit einem der zugelassenen mRNA-Impfstoffe impfen lassen, also mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Ihnen sollen flächendeckende und niedrigschwellige Impfangebote gemacht werden. Jugendliche - oder bei noch fehlender Einwilligungsfähigkeit deren Sorgeberechtigte - können sich nach entsprechender ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden.

Eine Impfpflicht für Kinder ab 12 Jahren ist nicht vorgesehen.

Der Impfstoff für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ist von der EMA  (Europäische Arzneimittelbehörde) empfohlen. Die finale Entscheidung der Europäischen Kommission steht noch aus. Die Ständige Impfkommission (Stiko) wird voraussichtlich bis zum Jahresende 2021 ihre Empfehlung abgeben. Dabei werden Daten der Zulassungsstudie sowie auch Ergebnisse früherer Studien herangezogen.

Wann und wie oft sollten sich Genesene impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Robert Koch-Institut (RKI) empfehlen für Personen, die eine COVID-19-Infektion durchgemacht haben, eine einmalige Impfung frühestens sechs Monate nach der Genesung. Hierfür können alle zugelassenen Impfstoffe verwendet werden.

Sind Sie nach der ersten Impfung an Corona erkrankt, empfiehlt das RKI ebenfalls erst nach sechs Monaten eine erneute Impfung. Auch wenn die Zeitspanne von sechs Monaten überschritten ist, reicht eine Impfdosis zur vollständigen Grundimmunisierung.

Gibt es Risiken, die mit einer Impfung gegen Corona verbunden sind?

Die Studien zeigen bei den bisherigen Impfstoff-Kandidaten keine größeren Gefahren an. Leichte Nebenwirkungen sind bei Impfungen nichts Ungewöhnliches (z.B. Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Müdigkeit und eine schmerzende Schwellung an der Einstichstelle). Meist ist das ein gutes Zeichen - das Immunsystem reagiert auf den Impfstoff. Achten Sie allerdings darauf, dass die Symptome nicht zu stark ausfallen und schnell wieder abklingen. Falls das nicht der Fall ist: Nehmen Sie Kontakt zu einer Ärztin / einem Arzt auf.

Dass es in seltenen Fällen zu schwereren Nebenwirkungen kommt, lässt sich bei Impfstoffen nicht ganz ausschließen. In sehr seltenen Fällen ist es zu allergischen Reaktionen gekommen. Auch das ist für Impfstoffe nicht ungewöhnlich - und Mediziner können darauf reagieren. Wissen Sie von Allergien bei sich, sollten Sie das vor der Impfung gegenüber Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ansprechen.

Zu Sinusvenenthrombosen und AstraZeneca finden Sie unten in diesem Artikel einen eigenen Abschnitt.

Nebenwirkungen können Sie übrigens auch über ein Portal des Paul-Ehrlich-Instituts melden, damit die Behörden das prüfen können. Achtung: Eine solche Meldung ersetzt keinen Kontakt zu einem Arzt, wenn es Ihnen schlecht geht!

Private Versicherungsunternehmen werben mit Unfallversicherungen, die gesundheitliche Folgen von Corona-Impfungen finanziell abfedern sollen. Aber: Ein Versicherungstarif nur gegen Corona-Impfschäden ist in der Regel nicht ratsam. Hier spielen Versicherungen mit den Ängsten der Menschen. Mehr lesen Sie in unserem Artikel zu dem Thema.

Wer haftet für schwere Nebenwirkungen und wo kann man diese melden?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung außergewöhnliche Komplikationen aufgetreten sind, können Sie dies auf der eigens hierfür eingerichteten Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts melden.

Ein sogenannter Impfschaden ist nach der gesetzlichen Definition des § 2 Nr. 11 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dann gegeben, wenn die Schutzimpfung eine über das übliche Ausmaß einer normalen Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigung hervorgerufen hat. Beispiele für normale Impfreaktionen, die nicht als Impfschaden gelten, sind Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen, Kopf- oder Gliederschmerzen.

Besteht hingegen ein dauerhafter Impfschaden, haben Betroffene nach § 60 IfSG einen Anspruch auf Entschädigung, der sich nach dem Bundesversorgungsgesetz richtet. Die für dessen Durchführung auf Landesebene zuständigen Stellen finden Sie auf der Übersicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Daneben können auch der Hersteller des Impfstoffs, etwa nach dem Arzneimittelgesetz (AMG), oder die impfenden Ärzt:innen haften, sofern diesen Fehler bei der Impfung unterlaufen sind, die zu einem Impfschaden geführt haben. Beachten Sie aber bitte, dass etwaige Ansprüche gegenüber diesen Personen auf den Staat übergehen, soweit dieser Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz erbringt.

Kostet mich die Impfung etwas?

Nein. In Deutschland werden die Impfstoffe für Verbraucher:innen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Muss ich Ausfallhonorar zahlen, wenn ich einen Impftermin absage?

Wenn Sie woanders einen schnelleren Termin für die Erst- oder Auffrischungsimpfung bekommen, kann es sein, dass Sie einen Termin mit längerer Wartezeit absagen müssen. Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Arztpraxen in solchen Fällen ein Ausfallhonorar berechnen wollen. Dies ist jedoch bei rechtzeitiger Terminabsage nicht zulässig, wenn die Praxis genug Zeit hat, den Termin einer anderen Person zu vergeben. Weitere Informationen erhalten Sie hier: Gebühr für verpassten Arzttermin?

Wie funktioniert das mit den Impfzentren? Was ist, wenn ich nicht selbst hin komme?

Die Impfzentren wurden von den Bundesländern eingerichtet, um mehr Menschen in kürzerer Zeit impfen zu können. Inzwischen haben die meisten Impfzentren in Deutschland geschlossen. Stattdessen laufen Impfungen über Arztpraxen oder mobile Impfteams, die z.B. Pflegeeinrichtungen oder Schulen aufsuchen oder in abgelegenere Orte oder Stadtteile fahren, um die Menschen dort zu impfen.

In Ihrem Bundesland haben die Impfzentren noch oder wieder geöffnet? Dann können Sie für den Weg dorthin unter Umständen z.B. ein Taxi nehmen. Möglichkeiten, die Kosten dafür zu erstattet bekommen, erläutern wir in diesem Artikel.

Wie funktioniert das Impfen bei den Hausärzt:innen?

Im April 2021 sind die Impfungen in vielen Arztpraxen gestartet. Seitdem wurde die Zahl der den Hausärzt:innen zur Verfügung gestellten Impfdosen stetig erhöht, wobei viele Impfdosen inzwischen für Zweitimpfungen benötigt werden.

Für die Terminvergabe sind die Praxen selbst verantwortlich. Das findet meist auf den gewohnten Wegen statt: telefonisch bei der Praxis oder über deren Online-Terminvergabe.

Seit Juni können Privatärzte ohne Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung gegen Covid-19 impfen.

Anspruch auf Beratung

Wer eine Impfung erhalten kann, hat auch Anspruch auf eine Impfberatung sowie eine Aufklärung. Zur Beratungspflicht gehören:

  • Sie erhalten Information über den Nutzen der Schutzimpfung und die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).
  • Man wird Sie über Ihre medizinische Vorgeschichte befragen, soweit sich diese auf die Impfung auswirken kann.
  • Ihr aktueller Gesundheitszustand wird besprochen, um akute Erkrankungen oder Allergien auszuschließen.
  • Sie erhalten Informationen zu möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen der Schutzimpfung.
  • Ihnen wird erklärt, ab wann die Impfung Sie schützt und wie lange dieser Schutz vorhält.
  • Sie bekommen Hinweise zu Folge- und Auffrischungsimpfungen.
  • Es gibt Empfehlungen, wie Sie sich unmittelbar nach der Impfung verhalten sollten.

Wie wirksam ist der Impfschutz? Gibt es dennoch ein Risiko, zu erkranken?

Die bisherigen Impfstoffe haben nach den Angaben der Hersteller in den klinischen Studien eine hohe Wirksamkeit gezeigt. Biontech/Pfizer und Moderna geben an, dass nach einer Doppelimpfung rund 95 Prozent einen Schutz hatten.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson senkte in den bisherigen Studien das Risiko an Corona zu erkranken im Durchschnitt etwa um 66 Prozent. Bei schweren Corona-Verläufen lag die Wirksamkeit bei etwa 85 Prozent ab 28 Tagen nach der Impfung.

Die Impfwirksamkeit ist etwas geringer als bei den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna. Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson hat in den bisherigen klinischen Studien auch vor der sogenannten Delta-Variante geschützt. Die Effektivität lag hier bei 64 Prozent. Aus diesem Grund wird 4 Wochen nach der Impfung mit Johnson & Johnson eine Auffrischung mit einem mRNA-Wirkstoff empfohlen.

Für Impfstoffe sind diese vorläufigen Studienergebnisse sehr gute Werte. Der Berliner Virologe Christian Drosten sprach im NDR-Podcast von sehr guten Nachrichten. "Diese Impfstoffe sind alle überraschend gut effizient."

Darüber hinaus verringert sich die Möglichkeit einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus bei Geimpften deutlich: Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts ist das Risiko einer Virusübertragung durch vollständig geimpfte Personen geringer als bei Vorliegen eines negativen Schnelltests bei symptomlos-infizierten Personen.

Thrombosen und das AstraZeneca-Vakzin für Menschen unter 60

Ende März 2021 haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission hin beschlossen, dass der Impfstoff in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden solle. Grund dafür ist, dass nach der Impfung mit AstraZeneca seltene Fälle von Sinusvenenthrombosen und Embolien bei jüngeren Geimpften aufgetreten sind, die in wenigen Fällen auch zum Tod der Betroffenen führten.

Dessen ungeachtet steht es auch Verbraucher:innen unter 60 Jahren weiterhin frei, sich nach entsprechender Risikoaufklärung mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen zu lassen.

Weitere Informationen zum Impfstoff von AstraZeneca finden Sie auch beim Bundesgesundheitsministerium.

Welchen Impfstoff bekomme ich bei der Zweitimpfung, wenn ich bereits mit AstraZeneca geimpft wurde?

Nach der Stiko-Empfehlung von Anfang Juli ist eine Kreuzimpfung von AstraZeneca und einem mRNA-Wirkstoff empfohlen. Expert:innen begründen die Entscheidung mit einer besseren Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei unterschiedlichen Dosen. Studiendaten belegen, dass die Kreuzimpfung einen besseren Schutz vor Corona bietet.

Die Zweitimpfung mit einem mRNA-Vakzin ist ab 4 Wochen nach der ersten Impfung empfohlen.

Worauf muss ich achten, wenn ich mit AstraZeneca geimpft wurde?

Sie fühlen sich 4 bis 14 Tage nach der COVID-19-Impfung mit AstraZeneca zunehmend unwohl? Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Zum Beispiel, wenn Sie starke, anhaltende Kopfschmerzen haben oder punktförmige Hautblutungen oder blaue Flecken feststellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Personen mehr als 16 Tage nach der Impfung noch ein thromboembolisches Ereignis entwickeln, ist dagegen nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts extrem gering.

 

Muss ich mit weiteren Nebenwirkungen nach der Impfung rechnen?

Grundsätzlich muss man zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterscheiden. Impfreaktionen treten im Normalfall direkt im Anschluss an eine Impfung auf und dauern zumeist nur einen Tag. Impfreaktionen sind harmlose Beschwerden, die im Rahmen der Immunantwort auf eine Impfung auftreten. Unbedenkliche Reaktionen können Fieber, Schüttelfrost und grippeähnliche Beschwerden sein. Wer mit drei Tagen Abstand zur Impfung allerdings Nebenwirkungen feststellt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Herzmuskelerkrankungen im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Moderna

Im November 2021 hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlungen aktualisiert und empfiehlt bei Personen unter 30 Jahren nur noch eine Impfung mit dem Impfstoff „Comirnaty“ von Biontech/Pfizer. Dies gilt auch für mögliche Auffrischungsimpfungen in dieser Altersgruppe, zum Beispiel bei jungen Pflegekräften.

Hintergrund: In seltenen Fällen traten bei jüngeren Menschen nach Verabreichung des Impfstoffs „Spikevax“ von Moderna Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels auf – jedoch mit überwiegend milden Verläufen.

Wie wirkt ein mRNA-Impfstoff?

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Sie basieren auf einem neuen Mechanismus. Das Präparat enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Körperzellen nutzen die genetische Information zum Bau des Erregerbestandteils. Anschließend erkennt das menschliche Immunsystem den fremden Erregerbestandteil und baut eine schützende Immunantwort auf.

Ziel der Impfung auf diese Art ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

RNA-Impfstoffe könnten das Erbgut von Menschen weder ändern noch falsche Immunantworten hervorrufen, so Experten. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts, Thomas Mertens, hat erklärt: "Der Impfstoff wird zwar mit gentechnischen Methoden hergestellt, aber beim Geimpften findet keine Änderung des Genoms statt - und das kann man sich auch kaum vorstellen."

Der Impfstoff wird in der Regel in einen Muskel im Oberarm gespritzt. Vorteile: Die Stelle ist gut zu erreichen. Und der Wirkstoff bleibt für einige Stunden im Muskel, wodurch der Körper Zeit hat, ihn zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wie wirkt ein Vektorimpfstoff?

Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und auch das Mittel von AstraZeneca sind so genannte Vektorimpfstoffe. Bei diesem Impfstofftyp werden DNA-Teile des Coronavirus in sogenannte Trägerviren eingebaut und das Trägervirus als Transportmittel eingesetzt. Man nennt es Vektor. Dieser Vektor ist für den Menschen harmlos. Das Trägervirus beinhaltet in diesem Fall die genetische Information des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2), die in die Zellen der geimpften Person eingeschleust wird.

Daraufhin werden von den menschlichen Immunzellen Antikörper gebildet. Dringt später das echte Coronavirus SARS-CoV-2 in den Körper ein, kann das Immunsystem viel schneller mit einer Abwehrreaktion beginnen und die Viren eliminieren. Derartige Impfungen werden bereits gegen Dengue-Fieber und Ebola eingesetzt.

Wann werden wir in Deutschland flächendeckend geimpft haben?

Zu Beginn der Pandemie ging man davon aus, dass für die sogenannte "Herdenimmunität" in Deutschland eine Impfquote von rund zwei Dritteln erforderlich sei. Mittlerweile ist durch die rasante Verbreitung der Virusmutationen eine höhere Quote notwendig, um die Verbreitung von Corona aufzuhalten. Expert:innen gehen daher mittlerweile von einer Impfquote von mehr als 80 Prozent als Voraussetzung für die Herdenimmunität aus.

Zudem ist es wichtig, dass wirksame Impfstoffe weltweit zum Einsatz kommen, da wir es mit einer globalen Pandemie zu tun haben.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Die Bundesregierung hat lange Zeit ausgeschlossen, dass es eine Impfpflicht in Deutschland geben würde. Diese Haltung basierte auch auf der auch von Expert:innen bestätigten Annahme, dass eine sogenannte „Herdenimmunität“ schon bei einer Impfquote von 70-80 Prozent zu erreichen wäre und sich hierfür genug Menschen freiwillig impfen lassen würden.

Aufgrund der weitaus ansteckenderen Varianten des Corona-Virus wird jedoch mittlerweile in der Wissenschaft davon ausgegangen, dass eine Impfquote von mindestens 90 Prozent für eine nachhaltige Bekämpfung der Pandemie erforderlich ist. Diese Quote scheint derzeit bei nur freiwilligen Impfangeboten in Deutschland nicht erreichbar zu sein. Der Bundestag wird daher über eine allgemeine Impfpflicht abstimmen, die bei entsprechender Stimmenmehrheit ab Februar 2022 in Kraft treten soll.

Kann ich mir einen Impfstoff aussuchen?

Das kommt darauf an, ob in Ihrem Bundesland noch Impfzentren geöffnet haben. Dort können Sie Ihren bevorzugten Impfstoff wählen. Jedoch schließen Impfzentren nach und nach. In Hausarztpraxen besteht keine Wahlfreiheit. Hausärzt:innen können den Impfstoff bestellen, den sie bevorzugen. Sie bekommen dann den Impfstoff verarbreicht, für den sich Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin entschieden hat.

Können Anbieter für Zutritt / Dienstleistungen einen Impfnachweis verlangen?

Es kann durchaus sein, dass Länder Einreisebedingungen so gestalten, dass Sie dort Impfungen vorweisen müssen.

  • Für den deutschen Staat, also z.B. für Behörden, gilt ein allgemeines Diskriminierungsverbot.
  • Für private Anbieter von Waren und Dienstleistungen gilt seit Anfang Dezember 2021 mit Ausnahme von Supermärkten, Drogerien und anderen Geschäften des täglichen Bedarfs die 2G-Regel: Zugang haben hier vorerst nur noch Geimpfte und Genesene. Dies gilt auch für Restaurants, Kulturveranstaltungen und touristische Übernachtungen in Hotels oder Ferienunterkünften.

In jedem Fall müsste ein Anbieter die Bedingung schon vor dem Vertragsabschluss deutlich kenntlich machen. Wer z.B. Eintrittskarten bereits vor einer solchen Regelung gekauft hat, darf nicht nachträglich ausgeschlossen werden.

Erleichterungen für Geimpfte / Genesene

Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene wurden die Corona-Regeln gelockert. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel zum Thema. Darüber hinaus gibt es mittlerweile einen digitalen Impfnachweis für Geimpfte.

Vorsicht vor Betrug

Durch betrügerische SMS falscher Paketdienste sind Verbraucher:innen verunsichert, wenn sie Kurznachrichten von Impf- oder Testzentren erhalten. Auch die arbeiten mit Links in SMS und bitten teilweise um persönliche Daten wie z.B. Name, Anschrift und Geburtsdatum. Das kann etwa wichtig sein, um für Sie einen persönlichen Termin zu vereinbaren.

Wer sich unsicher ist, sollte die Links auch in solchen SMS nicht antippen. Rufen Sie stattdessen die Ihnen bekannte Internetseite des Test- oder Impfzentrums bzw. Ihrer Landesregierung in einem Browser auf und loggen Sie sich dort mit Ihren Zugangsdaten ein.

Unangemeldete Corona-Tests an der Haustür oder Impfstoffe zum selber kaufen? Innenministerium und Polizei NRW warnen vor solchen und weiteren Betrugsmaschen. Die Polizei gibt folgende Tipps gegen Betrug:

  • Lassen Sie sich bei einem angeblichen Impfstoffverkäufer nicht auf ein längeres Gespräch am Telefon ein, sondern legen Sie sofort auf.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe. Bei akuter Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.
  • Melden Sie solche Vorfälle Ihrer Polizei. Eine Übersicht über die Internetwachen der Länder finden Sie hier.