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Omega-3 bei Augentrockenheit?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:
Wirkung nicht bewiesen!

  • Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren werden oft als Hilfe bei trockenen Augen genannt, auch wenn eine solche Werbung für Produkte nicht erlaubt ist.
  • Selbst bei sehr hoher Dosierung (3 g/Tag) erzielen Omega-3-Fettsäuren wahrscheinlich eher eine Placebo-Wirkung.
  • Es spricht aber nichts dagegen, wenn Sie mehr Omega-3-Fettsäuren mit der normalen Nahrung aufnehmen.
  • Wichtig: Bei Nahrungsergänzungsmitteln sind Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich. Vorher ärztlichen Rat einholen.
Augentrockenheit
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Was steckt hinter der Empfehlung zu Omega-3-Fettsäuren?

Trockene Augen sind ein häufiges Problem bei Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten, aber auch in höherem Alter. Besonders betroffen sind Frauen, zwei Drittel aller Frauen haben in und nach den Wechseljahren mit trockenen Augen zu kämpfen. Verantwortlich dafür ist der Rückgang der Androgene.

Folgen des trockenen Auges sind Augenbeschwerden, müden oder brennenden Augen, Lichtempfindlichkeit, Juckreiz, Rötungen und beeinträchtigter Sehschärfe, schlimmstenfalls zu Entzündungen von Binde- und Hornhaut (Keratokonjunktivitis sicca) mit verringerter Sehfähigkeit. Aber auch ohne Entzündung erschweren trockene Augen das Lesen, die Computernutzung oder das Autofahren, führen zu Problemen bei der Nutzung von Klimaanlagen.

Neben bewusstem häufigerem Blinzeln (kompletter Lidschlag) wird häufiger empfohlen, die Ernährung umzustellen, mehr zu trinken und Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren (z.B. Fischöl, Krillöl, Leinöl, Perilla-Öl) zu verwenden. Dabei wird den Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Außerdem soll der Tränenkanal besser offengehalten werden.

Wie ist die Studienlage?

Diese seit einigen Jahren populäre Maßnahme wurde in einer einjährigen Studie (randomisiert, placebokontrolliert) vom US National Eye Institute geprüft. Eine Gruppe erhielt 3 Gramm Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) pro Tag, die Vergleichsgruppe Olivenöl. Dabei haben die Omega-3-Fettsäuren, trotz der für Nahrungsergänzungsmittel sehr hohen Dosierung (meist nur 300-400 mg) keine bessere Wirkung erzielt als das Placebo aus Olivenöl. Die leichte erzielte Verbesserung in beiden Gruppen wurde ausschließlich auf den Placebo-Effekt zurückgeführt. Eine noch neuere Cochrane-Metaanalyse ergab eine sehr unsichere und inkonsistente Evidenz für die Wirksamkeit von langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei trockenen Augen, schloss diese aber nicht aus.

Grundsätzlich ist für Nahrungsergänzungsmittel mit einer Tagesmenge von 250 mg DHA (Docosahexaensäure, eine der wichtigen Omega-3-Fettsäuren), die Werbeaussage "DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei" erlaubt. Aussagen zu Omega-3-Fettsäuren und trockenen Augen sind dagegen nicht erlaubt.

Worauf sollte ich bei der Verwendung von Omega-3-Produkten achten?

Zu hoch dosierte Omega-3-Fettsäure-Produkte (mehr als 1,5 Gramm) bergen erhebliche gesundheitliche Risiken. So können Übelkeit und Erbrechen auftreten und die Blutzuckereinstellung bei Personen mit Diabetes erschwert sein. Bei älteren Menschen kann es zu einer gesteigerten Infektanfälligkeit kommen. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind nicht auszuschließen. Deswegen besser vorher ärztlichen Rat einholen. Weitere Informationen zu Omega-3-Fettsäuren finden Sie hier.
 

Tipp:

  • Grundsätzlich ist es gut, wenn Sie mehr Omega-3-Fettsäuren essen. Dazu bauen Sie am besten ein- bis zweimal pro Woche eine Portion Fisch, bevorzugt (fettreicher) Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering und täglich kleine Mengen Walnüsse, Haselnüsse und Leinsamen in ihren Speiseplan ein.
  • Bevorzugen Sie Speiseöle wie Raps-, Walnuss- und Leinöl.
  • Essen Sie öfter mal Feldsalat.
  • Wenn Sie vegan essen, sollten Sie zur Deckung ihres Omega-3-Fettsäurebedarfs ihre Ernährung mit DHA-reichen Ölen aus Mikroalgen (Schizochytrium, Ulkenia) ergänzen.
  • Ansonsten sollten Sie ausreichend trinken.
  • Ihren Augen hilft es – vor allem bei Bildschirmarbeit – mehrmals pro Stunde aktiv mit den Lidern zu "klappern", um das Austrocknen der Oberfläche zu reduzieren.
  • Hilfreich ist auch eine Lidmassage: einen Waschlappen in 35-40 °C heißes Wasser tauchen, ausdrücken und mehrfach für 3-5 Minuten an den Lidern entlangfahren. Das fördert die Durchblutung und löst Verkrustungen.

 

Quellen: