Richtig gut versichert: Lebens- und Rentenversicherungen verkaufen?

Pressemitteilung vom
Vorsicht vor unseriösen Angeboten - Verbraucherzentrale gibt Tipps, um Fallstricke zu vermeiden
Drei kleine Türme aus Kleingeld und im Hintergrund ein Sparschwein.
  • Manche Haushalte denken darüber nach, ihre Lebens- oder Rentenversicherung vorzeitig zu kündigen, weil sich die Lebensumstände geändert haben oder die Versicherung zu teuer oder unrentabel ist.
  • Eine Anpassung des Vertrags oder ein Verkauf kann eine Alternative sein.
  • Doch Vorsicht: Der Verkauf an eine unseriöse Firma kann schlimmstenfalls zu einem Totalverlust führen.
Off

Wer vorzeitig seine Lebens- oder Rentenversicherung kündigen muss, erleidet häufig einen erheblichen finanziellen Verlust. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät daher, zuerst zu prüfen, ob der Vertrag so geändert werden kann, dass der Beitrag sinkt, die Versicherung aber bestehen bleibt. Auf ihrer Internetseite bietet sie einen kostenlosen Leitfaden an.

Ist eine Anpassung des Vertrages nicht möglich, kann der Verkauf der Police eine Alternative sein. „Gerade in Zeiten wieder steigender Zinsen ist bei einem Verkauf eine höhere Auszahlung zu erwarten als sie die Versicherung selbst bietet“, so Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Aber Vorsicht: Auf dem Markt tummeln sich auch eine Reihe dubioser Anbieter.“

Durch unseriöse Firmen ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Verlusten bis hin zum Totalausfall der Versicherungssumme gekommen. „Insbesondere auf Versprechungen von zukünftigen Rentenzahlungen mit hohen Renditen sollte man nicht hereinfallen“, warnt Wortberg. In einem Beratungsfall hatte eine Familie die gesamte Zusatzversorgung in Höhe von mehr als 100.000 Euro verloren, weil der Aufkäufer Insolvenz anmelden musste und kein Todesfallschutz bestand. Die Betreiber der Firma wurden zwar zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, aber das Geld war trotzdem weg.

Die Verbraucherzentrale rät daher, unbedingt folgende Punkte zu beachten:

  • Mehrere Angebote einholen. Aufkaufende Firmen bewerten Versicherungsgesellschaften unterschiedlich.
  • Ausschließlich Firmen wählen, die den Kaufpreis in einer Summe auszahlen.
  • Verträge nach deutschem Recht und mit deutschem Gerichtsstand abschließen.
  • Darauf bestehen, dass der Todesfallschutz zur Sicherung der Angehörigen bestehen bleibt.
  • Darauf achten, dass die aufkaufende Firma Mitglied im „Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen“ (BVZL) ist beziehungsweise die unter http://www.bvzl.de (Link verlässt die Seite der VZ) dargestellten Kriterien erfüllt.
  • Keine Bearbeitungsgebühr für die Prüfung verlangt wird.


Ausführliche Informationen rund um die Kündigung oder den Verkauf von Lebensversicherungen bietet die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite unter https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/lebensversicherung-kuendigen-diese-alternativen-sind-oft-besser-12129


VZ-RLP

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Gefördert durch:

Logo Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration RLP

mehrere Küken stehen in einem Stall auf Stroh

Verbraucher lehnen Kükentöten ab und wünschen sich klare Informationen

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen von Dezember 2020 zeigt, dass die Mehrheit der befragten Personen Kükentöten ablehnt. Sie wollen außerdem deutlich erkennen, was hinter Hinweisen wie "ohne Kükentöten" steckt.
Hausfront mit mehreren Balkonen mit Steckersolarmodulen

Neue Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt heute, was gilt (noch) nicht?

Für Balkonkraftwerke gelten zahlreiche Vorgaben, die politisch oder technisch definiert sind. Was ist heute erlaubt und was nicht? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Änderungen und Vereinfachungen.
Grafik zu Abogebühren trotz Kündigung bei AlleAktien

Trotz Kündigung: AlleAktien zieht weiterhin Geld ein

Verbraucher:innen berichten, dass das Aktienanalyse-Unternehmen AlleAktien teilweise Gebühren für nie abgeschlossene oder längst gekündigte Premium-Mitgliedschaften einziehe. Das können Betroffene tun.