Zukunft einschalten: Die Energiewende als Chance für Verbraucher:innen

Die Klimakrise ist überall sichtbar: Schwere Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände nie dagewesenen Ausmaßes - Extremwetter nehmen zu und bedrohen unseren Lebensraum.
Vater trägt Kind auf den Schultern auf einem Feld vor Windrädern bei Sonnenuntergang.

Wir müssen sofort die Geschwindigkeit des Klimawandels abbremsen, wenn wir folgenden Generationen ein lebenswertes Umfeld hinterlassen wollen. Ein entscheidender Schritt hierzu ist die Umstellung auf „grünen“ Strom – also die Energiewende. Diese große Transformation ist längst im Alltag angekommen und gibt Verbraucher:innen die Möglichkeit, unsere Zukunft aktiv mitzugestalten und Kosten zu senken.

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Wie hängen Energie und Klimawandel zusammen?

Die Dampfkraft als Schlüsseltechnologie der Industrialisierung benötigte immense Mengen an Energie, um Wasserdampf zu erzeugen. Als Energieträger wurde überwiegend Kohle genutzt, deren Verbrennung große Mengen Treibhausgase (vor allem CO2) produzierte und in die Atmosphäre freigesetzt hat. Die Klimakrise nahm ihren Anfang ….

Schon in den 1980er Jahren war in der Wissenschaft klar, dass wir Menschen mit dem Ausstoß von Treibhausgasen eine unumkehrbare Änderung des Klimas verursachen werden.

Ein entscheidendes Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen ist das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015, in dem eine Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad als verbindliches Ziel formuliert wurde. 2019 hat Deutschland dieses Abkommen in einem nationalen Klimaschutzgesetz umgesetzt.
 
Auch heute noch gelangen bei der Energiegewinnung durch Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) sowie durch industrielle, landwirtschaftliche und landnutzungsbezogene Prozesse viele Treibhausgase in die Atmosphäre.

Für uns Verbraucher:innen ist die Energieumwandlung in

  • Strom und Wärme und in
  • Treibstoff für die Fortbewegung im Verkehr

von direkter Bedeutung.

Um den Klimawandel abzubremsen und unsere im Klimaschutzgesetz festgelegten Minderungen der Treibhausgasemissionen zu erreichen, müssen andere Energieträger (als Kohle, Gas und Öl) und damit auch andere Umwandlungsprozesse (als Verbrennung) gewählt werden. Es braucht eine Energiewende.


Was bedeutet die Energiewende?

Energiewende bedeutet, dass Strom durch Umwandlung von Wind- und Solarenergie (in geringem Maße auch Biogasenergie) produziert wird.
 
Die Energien des Windes und der Sonne sind unbegrenzt vorhanden und lassen sich durch Windräder bzw. Solaranlagen ohne jeglichen Ausstoß von Treibhausgasen in Strom umwandeln.
 
Die Technik der Wind- und Solaranlagen ist ausgereift und Zeiten schwachen Wind- und Solarangebotes (Dunkelflaute) können inzwischen mit leistungsfähigen Batterien (oder Biogasanlagen) überbrückt werden.
 
Die Energiewende ist aktuell im vollen Gange: Schon mehr als 50 % des Stroms werden durch erneuerbare Energien produziert. Dabei kommt auch der Offshore-Branche – also der Erzeugung von Windenergie auf See – mehr und mehr Bedeutung zu, um eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten. Die Nordseestaaten arbeiten hier eng zusammen mit dem gemeinsamen Ziel die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu lockern. Die Energiewirtschaft ist mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie so auf einem guten Weg ihre Reduktionsziele aus dem Klimaschutzgesetz zu erreichen. Anders sieht es bei den Sektoren Gebäude und Verkehr aus, die noch weit entfernt von ihren Zielvorgaben sind.
 

Klimaschutz im Gebäudesektor – Was können Verbraucher:innen tun?

Da nun „grüner“ Strom zur Verfügung steht, können mit diesem auch die Bereiche Wärme und Verkehr klimaneutral werden. Und hier sind es die Verbraucher:innen, die mit ihrem Verhalten zum Bestandteil der großen Transformation – der Energiewende – werden.

Klimafreundlich Heizen

Neue Heizsysteme, bei denen auf den Einsatz fossiler Brennstoffe verzichtet wird und die damit bei Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien (grüner Strom) im Betrieb gar kein CO2 ausstoßen, bieten ein enormes CO2-Einsparpotential.
 
Der Umstieg auf die Nutzung des („grünen“) Stroms zum Heizen erfolgt im Wesentlichen durch die Umstellung des Heizsystems auf eine Wärmepumpe oder falls vorhanden Nah- bzw. Fernwärme.
 
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt zu einem Heizungswechsel? Was ist zu bedenken? Und wie sieht es mit der Förderung aus?

Mit diesen und noch vielen weiteren Fragen beschäftigt sich folgender Artikel:

Wärmepumpe

Als klimafreundliche und zukunftssichere Heizung ist in erster Linie die Wärmepumpe zu nennen, die im Neubau inzwischen Standard und auch für viele Bestandsgebäude geeignet ist. Wie eine Wärmepumpe funktioniert, welche Voraussetzungen für ein effektives Heizen mit einer Wärmepumpe erfüllt sein müssen, mit welchen Kosten zu rechnen ist und noch vieles mehr erfahren Sie unter folgendem Link:

Fernwärme

In vielen, vor allem städtischen Gebieten wird die Versorgung durch ein Fernwärmenetz angeboten. Hier wird die Wärme (heißes Wasser oder Dampf) von einem Heizkraftwerk durch isolierte Rohre direkt in die Wohngebäude gebracht. Wie klimafreundlich diese Art des Heizens ist, hängt davon ab, mit welchem Energieträger im Heizkraftwerk die Wärme erzeugt wird. Aktuell werden dazu noch zu zwei Dritteln fossile Energien verwendet, aber diese werden nach und nach durch erneuerbare Energien ersetzt, womit der CO2-Fußabdruck der Bewohner deutlich sinken wird.

Über die Vor- und Nachteile des Heizens mit Fernwärme informiert folgender Artikel:

Dämmen

Für die CO2-Bilanz eines Gebäudes spielt aber nicht nur das „wie“ geheizt wird eine große Rolle, sondern auch das „wieviel“ geheizt werden muss. Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto geringer ist der Heizenergiebedarf, was den CO2-Ausstoß - erst einmal unabhängig vom Heizsystem - reduziert.

Der Begriff Dämmen umfasst alle Maßnahmen, die den Wärmeverlust des Wohnraums reduzieren. Es müssen nicht immer ganz große Aktionen sein, auch einfache und nicht sehr kostenintensive Maßnahmen, wie das Dämmen der Kellerdecke (wenn der Keller unbeheizt ist) haben ein CO2- und damit auch Kostensparpotential. Und zudem ist das Wohngefühl im Erdgeschoss deutlich besser, wenn nicht die Kälte aus dem Keller den Fußboden abkühlt.
 
Von kleinen Maßnahmen, die jeder selbst kostenlos oder mit geringen Kosten durchführen kann, bis zur kompletten Fassadendämmung – unter folgendem Link sind 15 Möglichkeiten Heizenergie zu sparen zusammengestellt:

Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024)

Im Bundesklimaschutzgesetz sind die CO2-Reduktionsziele für verschiedene Sektoren festgeschrieben und das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) beinhaltet die gesetzlichen Vorgaben, mit denen das CO2-Reduktionsziel des Gebäudesektors erreicht werden soll.

Daher ist das GEG ein wichtiges Klimaschutzgesetz, denn nur wenn es auch im Gebäudebereich gelingt den CO2-Ausstoß deutlich Richtung Null zu senken, haben wir eine Chance den Klimawandel abzuschwächen.
 
Was im GEG zu den Themen Sanieren (Dämmen) und Heizen steht, ist unter folgendem Link zu finden. 

PV-Anlage

Eine weitere Möglichkeit den eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern und gleichzeitig auch noch Geld zu sparen, ist die Installation einer Dach-PV Anlage oder die auch für Mieter geeignete Variante der Stromerzeugung mittels Steckersolar-Geräte auch Balkonkraftwerke genannt.

Mit welchem Stromertrag ist zu rechnen, lohnt sich ein Batteriespeicher und welche Einsparungen bringt eine private Ladestation für Elektrofahrzeuge? In einer kostenfreien Aktion bietet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz eine individuelle Einschätzung Ihrer Situation. 

Balkonkraftwerk

Wie sieht es bei einem Balkonkraftwerk aus? Immer häufiger stehen Stecker-PV Anlagen in Baumärkten oder Discountern zum Verkauf und da stellt sich die Frage, ob man diese Anlagen einfach am Balkon anbringen darf und in die Steckdose stecken oder aber gibt es Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen? Die häufigsten Fragen rund um den Betrieb eines Balkonkraftwerks sind hier zusammengestellt:

Die Energiewende bzw. Wärmewende bedeutet für die Verbraucher:innen einen Umstieg beim Heizsystem hin zu Techniken, die die Energie des Windes- und der Sonne nutzen. Diese Energien sind unbegrenzt vorhanden und ihre Umwandlung in Strom ist günstig, so dass die Energiewende perspektivisch zu niedrigeren Strompreisen führen wird.