Der CO2-Fußabdruck: Zeigt her eure CO2-Füße

Jeder Mensch produziert durch sein Verhalten direkt und indirekt Treibhausgase. Der Fußabdruck ist abhängig davon, wie wir wohnen, uns fortbewegen, ernähren und konsumieren. Durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wurde eine Recherche zur Verminderung der CO2-Fußabdrücke von Verbraucher:innen und den damit verbundenen „Kosten“ durchgeführt. Einzelne Verhaltensveränderungen mit ihren Auswirkungen wurden als Poster sowie als Quiz auf Postkarten dargestellt.
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Ziel war es, festzustellen, ob und wie sich durch verändertes Verhalten neben den CO2-Fußabdrücken auch die Kosten verändern. Konkret gesagt: es wurde untersucht, mit welchem finanziellen Einsatz am meisten CO2 gespart werden kann, oder ob sich durch verändertes klimaschonendes Verhalten Kosten einsparen lassen.

Was aber ist ein CO2-Fußabdruck? Jeder Mensch produziert durch sein Verhalten direkt und indirekt Treibhausgase. Im Durchschnitt fallen aktuell in Deutschland 10,78 t „CO2-Äquivalente“ pro Person und Jahr an. Der Fußabdruck ist abhängig davon, wie wir wohnen, uns fortbewegen, ernähren und konsumieren. In der Recherche stellte sich heraus, dass sich vielen Verhaltensänderungen sogar Kosten sparen lassen. Untersucht wurden die Bereiche Wohnen, Ernährung und Mobilität.

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Die Recherche

Was ist der CO2-Fußabdruck?

Jeder Mensch produziert durch sein Verhalten direkt und indirekt Treibhausgase. Im Durchschnitt fallen so in Deutschland 10,78 t „CO2-Äquivalente“ pro Person und Jahr an.
Enthalten sind CO2 und andere Treibhausgase, deren Klimawirkung in eine vergleichbare CO2-Menge umgerechnet wird. Der Wert wird als persönlicher CO2-Fußabdruck bezeichnet.
Der Fußabdruck ist abhängig davon, wie wir wohnen, uns fortbewegen, ernähren und konsumieren. Der Fußabdruck müsste idealerweise weltweit bei 1 t/Jahr pro Person liegen, um das Pariser Klimaschutzziel zu erreichen.

Das heißt: wenn unser durchschnittlicher CO2-Fußabdruck auf 1t/Jahr sinkt, lässt sich die Erwärmung des Klimas auf ein Grad begrenzen, vorausgesetzt, alle anderen Länder halten ihre Klimaschutzziele auch ein. Im Vergleich: ein Mensch in China hat aktuellen einen CO2-Fußabdruck von etwa 7 t/Jahr. In Indien liegt der Fußabdruck bei 1,7 t/Jahr, in Burundi bei unter 0,03 t/Jahr.

CO2e

Mit CO2e werden die CO2-Äquivalente bezeichnet, also CO2 plus die anderen Treibhausgase umgerechnet in vergleichbare CO2-Mengen.

Recherche „Was kostet uns (k)ein Klimaschutz?

Durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wurde eine Recherche zur Verminderung der CO2-Fußabdrücke von Verbraucher:innen und den damit verbundenen „Kosten“ durchgeführt. Ziel war es, festzustellen, ob und wie sich durch verändertes Verhalten neben den CO2-Fußabdrücken auch die Kosten verändern. Konkret gesagt: es wurde untersucht, mit welchem Einsatz am meisten CO2 gespart werden kann. In der Recherche stellte sich heraus, dass sich vielen Verhaltensänderungen sogar Kosten sparen lassen. Untersucht wurden die Bereiche Wohnen, Ernährung und Mobilität. Die größten Sparpotentiale finden sich dabei im Bereich Mobilität.

Einige Ergebnisse werden unter der Überschrift „Zeigt her eure CO2-Füße“ auf einem Plakat visualisiert.

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Erläuterung der Postkarten

Auf den Postkarten finden sich einige Beispiele für Verhaltensänderungen und ihre Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß und die Kosten

In einer Recherche wurden verschiedene fiktive Personen betrachtet, die in unterschiedlichen Ausgangssituationen leben und daher auch verschiedene CO2-Fußabdrücke haben. Wenn zB. ein Mensch in Deutschland 15.000 km/a mit einem PKW zurücklegt, diesen PKW abschafft, auf seine Nahstreckenflüge (bis 4h/Jahr) verzichtet und stattdessen mit Bahn, Bus und Fahrrad fährt, lassen sich dadurch eine bestimmte Menge CO2 und auch Kosten sparen.

Die Postkarten dienen als „Quiz“. Es soll erraten werden, wieviel CO2 und Kosten eingespart werden, wenn sich das Verhalten wie auf der Postkarte beschrieben ändert.

Die Werte, die als Lösungen angegeben sind, sind beispielhaft zu verstehen. Hinter jeder Zahl steckt also eine Annahme, wie ein Mensch wohnt, sich fortbewegt oder sich ernährt. Einzelne Verhaltensveränderungen mit ihren Auswirkungen werden auf den Postkarten dargestellt.

Mit allen genannten CO2-Werten sind dabei immer die CO2e-Werte gemeint, also die CO2-Äquivalente. Es sind also auch die anderen Treibhausgase mit ihrer Klimawirkung enthalten.

Quellen:
Zur Berechnung der CO2-Werte wurden die Angaben des CO2-Rechners des Umweltbundesamtes genutzt (2022). Zur Auswirkung auf die Kosten wurden eigene Recherchen angestellt (Stand April 2022).

 

Erläuterungen der Ergebnisse


Um die Ergebnisse der Recherche zu verdeutlichen, wurden verschiedene Beispiel-„Personen“ in ihrem unterschiedlichen Lebensstil gewählt. Für jeden Lebensstil wurde berechnet, welche Veränderungen sich im CO2-Fußabdruck und in den Kosten ergeben würden. Die Ergebnisse wurden in einem Plakat festgehalten. Für alle „Personen“ wurden beispielhaft bestimmte Annahmen getroffen, wie sie etwa wohnen, sich ernähren, konsumieren usw. Alle Berechnungen der CO2-Fußabdrücke erfolgten auf der Basis des UBA-CO2-Rechners. Die Kosten wurden im April 2022 kalkuliert. Berücksichtigt wurden Angaben des statistischen Bundesamtes zur Teuerungsrate, u.a. aus dem Preiskaleidoskop.

  1. Markus Mobil
  2. Frank Burger
  3. Familie Land
  4. Klara Wenig

 

Markus Mobil
Markus Mobil hat einen CO2-Fußabdruck von 12,6, t/Jahr, also etwas höher als der Durchschnitt, da er jährlich 15.000 km mit dem PKW zurücklegt.
Bei Wechsel auf den Zug, den Öffentlichen Personennahverkehr und das Fahrrad könnte er beispielhaft 3,7 t im Jahr und 6300 € einsparen!
Andere, kleinere Maßnahmen mit ihren Einsparpotentialen werden auf dem Plakat dargestellt.

Frank Burger
Durch eine fleischbetonte Ernährung kommt Frank auf einen Fußabdruck von 11,2 t CO2 pro Jahr. Bei einem Umstieg auf die sogenannte „Planetary Health Diet“ würde er 0,9 t CO2 pro Jahr und etwa 255 € einsparen, bei veganer Kost sogar 1,4 t und 700 €.

Familie Land
Familie Land lebt in einer Mietwohnung, und verkörpert den Durchschschnitt laut UBA-CO2-Rechner. Bei dem Kauf und Sanierung einer Immobilie auf dem Land können in der hier gewählten Variante pro Person 2,4 t CO2 und 1400 € eingespart werden. Weitere Maßnahmen, wie etwa eine spätere Halbierung der Wohnfläche (Reduktion um 2,15 t und ca. 4000 €), bieten weitere Einsparpotentiale. Es muss darauf geachtet werden, ob die Einsparungen nicht durch eine veränderte Mobilität wieder „aufgebraucht“ werden. Hier wurde als Beispiel der Kauf eines Plug-In-Hybrids angenommen, der in einem „schlechten“ Ladezustand gefahren wird und dann schnell die Emissionen eines herkömmlichen PKW’s übertrifft, vor allem, wenn mehr Kilometer als vorher zurückgelegt werden.

Klara Wenig
Klara hat durch ihr geringes Einkommen ohnehin nur einen CO2-Fußabdruck, der mit 4,9 t/Jahr weiter unter dem deutschen Durchschnitt von 10,6 t liegt. Sie hat keinen PKW, und kann sich auch keine Flüge leisten. Mit weiteren Maßnahmen, wie etwa die Veränderung ihrer fleischbetonten Ernährungsweise, einem Sparduschkopf und der Verringerung der Wohntemperatur Raumtemperatur kann sie weitere 2 t CO2 pro Jahr und etwa 550 € einsparen. Im Ergebnis hätte sie dann einen Fußabdruck von 2,95 t/ Jahr, und ist damit nicht mehr weit vom Ziel (1 t/ Jahr) entfernt. Dieses Ziel lässt sich ohnehin nur dann erreichen, wenn auch die Basis der Emissionen, die wir alle gemeinsam haben, und die z.B. durch den Straßenbau und andere Infrastruktur-Maßnahmen entstehen, reduziert wird. Dafür braucht es politische Vorgaben.

Quiz gefällig?
Die oben beschriebenen Verhaltensänderungen wurden in einem Postkartenquiz verarbeitet. So lassen sich die Ergebnisse der Recherche auch spielerisch erfragen.