Genug Betrug: Das erste Smartphone fürs Kind

Zwischen KI, Algorithmen und digitaler Sicherheit

Pressemitteilung vom 10. Juni 2026

Tipps für einen souveränen Start in die mobile Welt

Das Smartphone ist für Kinder und Jugendliche das Tor zur Welt – und heute mehr denn je auch der Zugang zu Künstlicher Intelligenz (KI) und algorithmisch gesteuerten Inhalten. Besonders beim Wechsel auf die weiterführende Schule steht das erste eigene Gerät ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch die technische Entwicklung rast: Neben klassischen Risiken wie Kostenfallen treten heute Fragen zur Kennzeichnung von KI-Inhalten und der Schutz vor Suchtmechanismen in den Vordergrund.

Ob ein Kind bereit für das erste Smartphone ist, hängt weniger vom Alter als vom individuellen Reifegrad ab. 

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und das Landeskriminalamt geben Tipps

Den „Führerschein“ fürs Netz machen

Bevor das Kind das Smartphone erhält, sollten die Grundlagen sitzen. Das bewährte Internet-ABC bietet spielerische Module an. Um eine erste Wissensgrundlage zu schaffen, können Kinder mit dem Surfschein vom Internet-ABC ihr Wissen rund um das Internet, den Computer, das Smartphone und seinen Apps überprüfen und spielerisch erweitern.

Algorithmen und Bildschirmzeit verstehen

Mit den richtigen Einstellungen kann man die Bildschirmzeit regeln. Es geht aber nicht mehr nur darum, wie lange ein Kind am Handy sitzt, sondern was es dort macht. Tools wie beispielsweise Apples „Bildschirmzeit“ oder Googles „Family Link“ ermöglichen es heute über die Laufzeitkontrolle hinaus, gezielt manipulative Mechanismen wie beispielsweise Autoplay zu begrenzen. 

Sicher surfen und suchen

Suchmaschinen für Erwachsene sind für Kinder oft überfordernd oder zeigen ungeeignete Inhalte. Suchmaschinen für Kinder, wie „fragFINN“ oder „Helles Köpfchen“, durchsuchen – anders als Suchmaschinen wie Google, Bing & Co. - das Web nicht automatisch, sondern liefern Ergebnisse mithilfe eines Webkatalogs, der redaktionell geprüft und betreut wird.

Schutz vor Kostenfallen

Sei es in der Spiele App, beim liebsten Streaming-Dienst oder beim Surfen im Netz – schnell wird man zur Kasse gebeten. Damit Eltern hier nicht von ausufernden Rechnungen unangenehm überrascht werden, gilt es auch hier, Vorsorge zu treffen und die Kinder Schritt für Schritt beim Thema anzuleiten. Hierbei helfen Begrenzungen der Zahlungsschnittstelle, so können etwa Käufe von Kindern ganz unterbunden werden, an die Passwortfreigabe der Eltern geknüpft und auf ein zuvor eingestelltes Taschengeld Budget beschränkt werden. Einzustellen über die „Bildschirmzeit“ bei Apple sowie den „Family Link“ bei Google.  

Die klassische Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter ist ein Muss, um ungewollte Abofallen zu verhindern. Durch ihre Aktivierung wird die Übermittlung der Rufnummer unterbunden, sodass Drittanbieter keine Beträge mehr über die Telefonrechnung abrechnen können.

Datenschutz und KI-Tools prüfen

Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien), die Ende 2025 veröffentlicht wurde, zeigt deutlich: Über zwei Drittel der Jugendlichen nutzen inzwischen regelmäßig KI-Tools für die Schule oder die Freizeit. Apps sammeln heute oft massiv Daten, um KI-Modelle zu trainieren. Eltern sollten gemeinsam mit dem Kind die Berechtigungen prüfen: Muss die eine App wirklich Zugriff auf den Standort und die Kontakte haben? Die Organisation klicksafe hat dazu ganz neues Material veröffentlicht, darunter die Broschüre „Mein Kind und KI – Aufwachsen mit künstlicher Nähe“. Darin wird explizit gefordert, dass Eltern mit Kindern über die Funktionsweise von Chatbots sprechen müssen.

Medienkompetenz stärken 

Technische Filter sind ein wichtiges Sicherheitsnetz, ersetzen aber nicht das Gespräch. Um Kinder nachhaltig vor Risiken zu schützen, ist die Stärkung ihrer eigenen Online-Kompetenz entscheidend. Eltern sollten daher im regelmäßigen Austausch mit ihrem Kind bleiben: Welche Apps sind gerade im Trend? Welche Inhalte verunsichern? Gemeinsam vereinbarte Regeln zu Nutzungszeiten und Inhalten schaffen dabei einen sicheren Rahmen und fördern die Eigenverantwortung. 

Die Verbraucherzentrale unterstützt Familien und Bildungseinrichtungen mit praxisnahen Workshops und Themenabenden zu Mediennutzung und nachhaltigem Konsum:

Kita-Abend: Kinder im Netz begleiten 

Schulworkshop: Medien sicher nutzen 

Polizei: Kinder sicher im Netz 

Polizei: Das erste Smartphone fürs Kind 

Web-Seminar der Verbraucherzentrale

Für Eltern, die sich genauer mit dem Thema Smartphone-Sicherheit für Kinder und Jugendliche beschäftigen wollen, bieten die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt am 26. Juni ein Web-Seminar zu dem Thema an. Der Online-Vortrag startet um 15 Uhr und die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/webseminare-rlp

VZ-RLP

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz